S04 in der Krise

Schalke 04 zweifelt an Trainer-Kandidat – auch die B-Lösung ist Geschichte

Schalke-Trainer Frank Kramer blieb auch nach weiteren Niederlagen im Amt. Jetzt folgte die Trennung – auch die B-Lösung hat nicht funktioniert.

Update, Mittwoch (19. Oktober), 11.46 Uhr: Nach der 1:5-Niederlage im DFB-Pokal ist auch die B-Lösung des FC Schalke 04 Geschichte. Der S04 trennt sich von Trainer Frank Kramer. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, das Assistenzteam übernimmt vorerst.

VereinFC Schalke 04
Gründung4. Mai 1904
OrtGelsenkirchen

Schalke 04 zweifelt an Trainer-Kandidat – und setzt auf die B-Lösung

Erstmeldung, Montag (17. Oktober), 11.53 Uhr: 0:1, 2:3, 0:4, 0:3 – die Ergebnisse der vergangenen vier Bundesliga-Spiele des FC Schalke 04 machen kaum Hoffnung auf eine Besserung. Aber dennoch hält der S04 an Trainer Frank Kramer fest.

Nicht wenige waren davon ausgegangen, dass das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim zu einem Endspiel für Schalke-Trainer Frank Kramer werden würde. Doch auch nach der 0:3-Niederlage darf der 50-Jährige seine Arbeit in Gelsenkirchen weiter fortsetzen.

Der Glaube an eine Besserung beim FC Schalke 04 unter Trainer Frank Kramer schwindet im Vereinsumfeld aber immer mehr. Längst wurden mögliche Nachfolge-Kandidaten ins Spiel gebracht. Doch es gibt Zweifel beim S04, wie die WAZ berichtet, weshalb zunächst die B-Lösung weiter verfolgt wird.

Schalke 04 setzt weiter auf Trainer Frank Kramer

Die B-Lösung ist ein Verbleib von Frank Kramer – auf Kosten möglicher weiterer Niederlagen. Auch im DFB-Pokal durfte der FC Schalke 04 gegen die TSG Hoffenheim am Dienstag (18. Oktober, 20.45 Uhr, im Live-Ticker bei RUHR24) chancenlos sein. Gegen Hertha BSC am Sonntag (23. Oktober, 17.30 Uhr) müsste ein Sieg eigentlich Pflicht sein, damit der Trainer eine Zukunft in Gelsenkirchen hätte.

Doch warum setzt der FC Schalke 04 überhaupt weiterhin auf Frank Kramer? Der Auftritt gegen Hoffenheim macht den Verantwortlichen Mut.

Schalke 04 um Sportdirektor Rouven Schröder (r.) setzt weiterhin auf Trainer Frank Kramer.

Der Trainer selbst sprach davon, dass sein Team konkurrenzfähig sei, wenn es „alles an den Start“ bringe. Rouven Schröder lobte die Reaktion der Mannschaft nach der Pleite in Leverkusen, sagte aber auch: „Ein Ball muss auch mal reingehen.“

Schalke 04 fehlt eine Trainer-Alternative: Zweifel an Ex-Bochum-Coach Thomas Reis

Allerdings ist das nur ein Teil der Wahrheit. Wie die WAZ berichtet, fehlt dem FC Schalke 04 schlichtweg die Trainer-Alternative. Es soll beim S04 Zweifel an Top-Favorit Thomas Reis geben. Der Coach wurde nach sechs Niederlagen zum Bundesliga-Start beim VfL Bochum entlassen und gab in den Tagen zuvor nicht immer ein gutes Bild ab.

Dabei ging es vor allem um die Verhandlungen von Thomas Reis mit dem FC Schalke 04 im Sommer, die öffentlich wurden. Reis käme, wie auch bereits Frank Kramer, vorbelastet zu den „Knappen“.

Schalke-Finanzen sind eine große Hürde bei der Trainer-Suche

So spiele der FC Schalke 04 laut WAZ aktuell auf Zeit. Frank Kramer solle versuchen, das Ruder umzubiegen, während die Verantwortlichen den Trainer-Markt sondieren.

Galt als Top-Kandidat auf Schalke: Thomas Reis. Jetzt gibt es aber Zweifel beim S04.

Unproblematisch ist die Suche nicht: Ein Kramer-Rauswurf hätte ein großes finanzielles Hindernis. Kann der S04 den Vertrag mit dem Trainer inklusive Abfindung auflösen? Oder müssten die Königsblauen das Gehalt von 800.000 Euro jährlich bis zum Vertragsende 2024 weiter bezahlen? Auch Ex-Coach Dimitrios Grammozis (Gehalt: 1,5 Millionen Euro) steht bis zum Saisonende noch auf der Gehaltsliste der Blau-Weißen.

Schalke 04 sucht neuen Trainer: Fans haben drei mögliche Kandidaten im Blick

Ein neuer Trainer wäre somit Coach Nummer drei, der bei den Königsblauen unter Vertrag stünde. Großen finanziellen Spielraum haben die Gelsenkirchener nicht, weshalb wohl Kandidaten wie Adi Hütter beim FC Schalke 04 keine Rolle spielen dürften.

Der S04 muss sich nach billigeren Lösungen umschauen, die aber nicht, wie Frank Kramer, schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt werden. Unter den Fans werden vor allem drei Namen immer wieder genannt: Uwe Neuhaus, Alexander Zorniger und Pellegrino Matarazzo. Letzterer wurde aber erst am 10. Oktober beim VfB Stuttgart entlassen – nach neun Bundesliga-Spielen in Folge ohne Sieg.

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