Peter Fischer enttäuscht

Frankfurt-Boss attackiert Clemens Tönnies: "Hätte von einem intelligenten Manager erwartet..."

Peter Fischer (rechts) kritisiert Clemens Tönnies.  
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Peter Fischer (rechts) kritisiert Clemens Tönnies.  

Eintracht-Frankfurt-Präsident Peter Fischer hat S04-Boss Clemens Tönnies massiv kritisiert. Grund war erneut der Rassismus-Eklat des 63-Jährigen. 

  • Peter Fischer ist noch immer schockiert von den rassistischen Äußerungen von Clemens Tönnies.
  • Der Frankfurt-Chef hätte an Tönnies Stelle wohl anders reagiert.
  • Der Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke 04 entschied sich dazu, sein Amt für drei Monate ruhen zu lassen. 

Frankfurt/Gelsenkirchen - Die Stimmen zum Rassismus-Eklat um Schalkes Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies (63) verstummen auch nach knapp sechs Monaten nicht. Im Gegenteil. Peter Fischer (63), Vereinspräsident von Eintracht Frankfurt, attackiert den S04-Boss nun erneut.

Clemens Tönnies: Peter Fischer ist enttäuscht von "unsäglicher" Rede 

Peter Fischer sagte im Sportgespräch des Deutschlandfunks (DLF), er "hätte von einem erfolgreichen Geschäftsmann und intelligenten Manager wie Tönnies erwartet, dass er so smart gewesen wäre, für sich die persönlichen Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten".

Der 63-Jährige zeigt sich enttäuscht über das Verhalten des Funktionärs vom FC Schalke 04, der übrigens eine Mail mit erschütternden Hinweisen zu einem Rassismus-Vorfall erhielt, und hätte eigener Aussage zufolge wohl im Anschluss anders reagiert. In seinen Augen war die Rede von Clemens Tönnies "unsäglich". Schalke-Ikone Gerald Asamoah (41) wählte nach der Rede die Worte "schockiert" und "angepisst" um seinen Gemütszustand zu beschreiben. 

Peter Fischer versteht die Entscheidung des Ehrenrats von Schalke 04 nicht

Die angesprochene Rede hielt Clemens Tönnies im vergangenen Jahr auf einer Veranstaltung in Paderborn. Er hat die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika empfohlen und dazu gesagt: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." 

Diese Worte sorgten deutschlandweit für Entsetzen. Zwar entschuldigte sich der 63-Jährige später öffentlich, jedoch konnte die Entschuldigung den angerichteten Schaden nicht aufwiegen. Sogar der Ehrenrat von Schalke 04 befasste sich mit den Äußerungen von Clemens Tönnies. Die Entscheidung, sein Amt für drei Monate Ruhen zu lassen, segnete der Unternehmer selbst mit ab.

Video: Clemens Tönnies: Die Chronologie des Rassismus-Skandals

Peter Fischer: "Wir wollen keine Rassisten"

Peter Fischer machte nun deutlich was er von der Entscheidung hält. Er ging mit seiner Tönnies-Kritik sogar noch weiter und nahm die anderen Vereine der Bundesliga in die Pflicht: "In der Bundesliga fehlt die Solidarität, das Bekenntnis, dass die Liga klipp und klar sagt: Wir wollen keine Rassisten."

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