Trotz öffentlicher Kritik: Was Jochen Schneider in Michael Reschke sieht

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Michael Reschke telefoniert mit seinem Handy. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Michael Reschke ist auf Schalke der neue Kaderplaner. Sportvorstand Jochen Schneider erklärte jetzt, warum. Hier die Infos.

Als nur die ersten Gerüchte aufkamen, wonach Michael Reschke (61) der neue Kaderplaner auf Schalke werden könnte, war das Echo unter den königsblauen Fans eindeutig. Die negativen Reaktionen verstummten nicht, als die "Knappen" die Verpflichtung tatsächlich umsetzten und öffentlich bekanntmachten. Sportvorstand Jochen Schneider (48) erklärte nun, warum er sich trotzdem für ihn entschied.

Vor allem seine Zeit als Sportvorstand beim VfB Stuttgart brachte Reschke viel Kritik ein. Unter anderem sogar vom ehemaligen VfB-Profi Guido Buchwald (58), der Mitte Februar gegenüber der Sport Bild sagte, dass es dem Kader an "Geschwindigkeit, Zweikampfstärke, Führung, defensiver Stabilität und Homogenität" fehle.

Michael Reschke wurde von Guido Buchwald wiederholt kritisiert

Zu dem Zeitpunkt war es nicht die erste Kritik von Buchwald, der Anfang Februar als Aufsichtsratsmitglied der Stuttgarter zurückgetreten war. Bereits drei Monate zuvor hatte er Vertragsentscheidungen vom damaligen VfB-Sportvorstand stark kritisiert.

Noch dazu gab Reschke, den sogar VfB-Stuttgart-Präsident Wolfgang Dietrich heftig kritisierte, öffentlich wiederholt kein optimales Bild ab. So überraschte es nicht sonderlich, dass der 61-Jährige nach nur rund 18 Monaten bei den Schwaben seine Sachen wieder packen musste.

Vom Sportvorstand zum Kaderplaner: zurück zu den Wurzeln

Auf Schalke kehrt er nun sozusagen zu seinen Wurzeln zurück und bekleidet als Technischer Direktor (Kaderplaner) wieder genau die Position, die er zuvor beim FC Bayern München und Bayer 04 Leverkusen inne hatte. Jochen Schneider, Sportvorstand des S04, erklärte nun in einem Interview, warum er sich für diese Verpflichtung entschied.

"Er hat ein unglaubliches Auge für Talente, dazu ein überragendes Netzwerk", so der 48-Jährige im Interview mit Funke Sport über Reschke, der wohl Giovanni Gonzalez (24) ins Visier des S04 gerückt hat. Haben ähnliche Qualifikationen auch zur Verpflichtung von Kaderplaner René Grotus (34) von RB Leipzig geführt?

Darüber hinaus fügt Schneider an: "Die nackten Ergebnisse, die er bei Bayer Leverkusen und Bayern München durch seine Arbeit erzielt hat, gaben den Ausschlag." Bei Bayer Leverkusen lernte Reschke auch Adrian Babic kennen, den Schalke nun als neuen Chefscout verpflichtete.

Die Reschke-Zeit beim VfB würde Schneider übrigens "nicht so kritisch bewerten". Trotzdem stellt sich die Frage, wie viel Kompetenz der neue Technische Direktor bei den Königsblauen bekommt, nachdem er zuvor noch bei einem Bundesliga-Konkurrenten eine Position höher eingestellt war. In dieser Position verpflichtete Reschke auch Ozan Kabak (19), den er jetzt angeblich zu Schalke holen will.

Aktuelle S04-Themen:

"Er hat die Hauptarbeit auf dem Gebiet der Kaderplanung zu leisten. Wir tauschen uns dabei selbstverständlich tagtäglich aus", so Schneider gegenüber Funke Sport. Aber nicht nur für den neuen Kaderplaner, sondern auch für seine Spieler macht sich Schneide r stark. Selbstverständlich würden Finanzen und der Trainer bei Transfers berücksichtigt.

Und in Sachen Transfers kommt einiges auf Schalke zu. Max Kruse ist dabei aber kein Kandidat mehr. Ebenso wenig wie Christoph Metzelder, der aber Gespräche mit Schalke bestätigte.