Nach Militärgruß

Ozan Kabak und die Türkei wollen EM-Quali feiern - stehen aber unter Beobachtung

Ozan Kabak möchte mit der türkischen Nationalmannschaft gegen Island gleich zwei Sachen feiern. Doch nach dem Militärgruß im Spiel gegen Albanien steht die Mannschaft noch immer unter Beobachtung.

  • Der Türkei und Ozan Kabak reichen gegen Island ein Punkt zur Qualifikation.
  • Das Team steht nach dem Militärgruß im Oktober unter Beobachtung.
  • Schalkes Ozan Kabak könnte sein Debüt feiern.

Ozab Kabak will sich mit der Türkei EM-Qualifikation sichern

Am Donnerstag (14. November) wird es ernst für Ozan Kabak (19) und die türkische Nationalmannschaft. Um 18 Uhr MEZ spielt das Team von Nationaltrainer Senol Günes (67) gegen Island um die EM-Qualifikation. Die Voraussetzungen sind gut.

Die Türkei steht nach acht Spielen in der Tabelle an erster Stelle in Gruppe H. An zweiter Stelle steht Frankreich, Island ist aktuell Dritter. Ozan Kabak und seinen Mannschaftskollegen reicht bereits ein Unentschieden zur Qualifikation für die Europameisterschaft im kommenden Jahr.

Vor Spiel gegen die Türkei: Island zuletzt nicht in Form

Hinzu kommt das Island nicht in der allerbesten Form ist. Der Inselstaat verlor zwei der letzten drei Spiele. Nur ein Sieg in Istanbul würde die Chancen der Wikinger auf die EM bewahren. Das Hinspiel im Juni in Reykjavík gewann Island allerdings mit 2:1.

Auswärts sind die Isländer allerdings eher schwach. In den letzten elf Auswärtsspielen gelang dem Team nur ein Sieg gegen Andorra. Gegen die Türkei zu gewinnen wird deshalb eine schwere Aufgabe.

Starke Defensive der Türkei – Für Schalkes Kabak wird es schwer

Die Türkei selbst ist nämlich gut in Form und mit starken Spielern, die sich in ganz Europa behaupten, gut besetzt. Allen voran die Defensive. Mit nur drei Gegentoren stellt die Türkei die viertbeste Verteidigung der gesamten EM-Qualifikation. Für Schalkes Ozan Kabak wird es schwer sich in diese starke Abwehr zu spielen. 

Unter Trainer Senol Günes überzeugt das Team vor allem mit einem starken Siegeswillen und viel Leidenschaft. Das Unentschieden gegen Weltmeister Frankreich bestätigt diesen Eindruck nur noch.

Ozan Kabak und die Türkei stehen nach Militärgruß unter Beobachtung

Doch auch am Donnerstag werden nicht nur Ozan Kabak und Co. im Fokus stehen. Auch die türkische Militäroffensive in Nordsyrien wird wohl wieder ein Thema sein. Beim 1:0 Sieg gegen Albanien im Oktober hatten einige Spieler, unter anderem auch Ozan Kabak, vor den Fans salutiert. Viele deuteten das als Unterstützung der viel diskutierten Militäroffensive. Auch beim 1:1 gegen Frankreich wiederholten einige Spieler den Gruß.

Schalke kündigte damals ein Gespräch und interne Konsequenzen für Ozan Kabak an. Suat Serdar, der in der EM-Qualifikation für Deutschland unterwegs ist, verteidigte Ozan Kabak aber. „Wir alle sind gegen den Krieg. Auch Ozan“, sagte Serdar damals.

Türkei: Erdogan kritisierte ungerechte Behandlung

Auch die Uefa leitete Ermittlungen ein, da politische Äußerungen im Stadion verboten sind. Eine Strafe wurde bisher noch nicht ausgesprochen. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte die Ermittlungen scharf und bezeichnete sie als „diskriminierend“ und „ungerecht“.

Auch mit Island verbindet die türkische Mannschaft eine besondere Geschichte. Beim Hinspiel im Juni kam es bei der Anreise der Türken zu besonders intensiven Pass- und Gepäckkontrollen. Für die türkische Regierung war das „inakzeptabel“.

Ozan Kabak will endlich sein Debüt feiern

Die Isländer dürfen sich also auf einen aufgeheizten Hexenkessel im Stadion von Galatasaray Istanbul einstellen. Trotzdem soll das Hauptaugenmerk am Donnerstag aufOzan Kabak und seinen Mannschaftskollegen liegen. Die EM-Qualifikation ist das Ziel.

„Wir wollen diesen Schritt gehen“, so Trainer Günes vor dem Spiel. Außerdem könnteOzan Kabak dann auch endlich sein Debüt im Trikot der türkischen Nationalmannschaft feiern.

Rubriklistenbild: © Ozan Kabak steht nach seinem Militärgruß unter Beobachtung. Foto: dpa