Nübel neuer Schalke-Kapitän - Entscheidung sorgt für Aufsehen

Alexander Nübel  bestens gelaunt im S04-Dress. Foto: Tim Rehbein/dpa
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Alexander Nübel bestens gelaunt im S04-Dress. Foto: Tim Rehbein/dpa

Alexander Nübel ist neuer Schalke-Kapitän. Die Entscheidung sorgt für Aufsehen. Ist es eine Taktik von S04? Hier mehr erfahren.

Am Samstag (3. Juli) ernannte David Wagner (47) Alexander Nübel (22) zum neuen Schalke-Kapitän. Eine Entscheidung, die auf gemischte Reaktionen stößt.

Nach der Katastrophen-Saison 2018/2019 plant Schalke weiterhin den sportlichen Umbruch. Personell hat sich viel getan und auch spielerisch überzeugte die Mannschaft vor allem in den letzten Testspielen in Mittersill. Doch die Kapitän-Entscheidung von Trainer Wagner sorgte nun erneut für Aufsehen.

Nübel erst umstritten, jetzt hohes Tier

Denn der 47-Jährige ernannte nach dem Trainingslager überraschend Jung-Torhüter Nübel, den André Breitenreiter (45) als Trainer von Schalke 04 verteidigt, zum neuen Kapitän seiner Mannschaft. Still war es in der Vorbereitung um den Torwart nie geworden, pokerten doch mit Bayern München, RB Leipzig und anscheinend auch dem BVB einige Ligagrößen um die Dienste von Nübel.

Mit einer Vertragsverlängerung hält sich der Torhüter weiterhin zurück. Falls diese nicht erfolgt, wird Schalke ihn im kommenden Sommer ohne Erlös abgeben müssen. Eine Stellungnahme seitens des S04-Profis gibt es bisher nicht. Schalke erhöhte den Druck und forderte konkrete Gespräche nach der Vorbereitung.

Gemischte Reaktionen bei den Fans

Deshalb überraschte die Ernennung von Nübel zum Kapitän, zu der sich Jochen Schneider (48) äußerte, doch sehr. Dies zeigte sich auch mit Blick auf die Reaktionen der Fans im Netz. Einige unterstützen die Entscheidung zwar und hoffen, dass dies eine Wende im Vertragskarussell bedeuten könnte:

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Andere reagieren jedoch eher kritisch auf die Entscheidung von Wagner und sehen es als Affront gegenüber Schalke-Profis, die sich in der Vergangenheit deutlicher zum Verein bekannten.

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Ist pro Nübel gleich contra Stambouli, McKennie und Co.?

Im Rennen um die Kapitänsbinde waren neben Nübel einige Schalke-Profis, zuletzt auch Jungspund Weston McKennie (20). Der US-Amerikaner machte mehrmals deutlich, dass er sich bereit fühle, das Amt zu übernehmen. Viele trauten ihm diese Verantwortung auch zu und sahen in ihm einen der wenigen Hoffnungsträger in der vergangenen Seuchen-Saison.

Ein weiterer Lichtblick 2018/2019 war Daniel Caligiuri (31), der durch seine Leistungen das Interesse von Vereinen aus der Serie A weckte. Auch er wurde nicht berücksichtigt.

Auch Stellvertreter sorgen für Verwirrung

Viele Schalke-Fans hatten auf Benjamin Stambouli (28) als neuen Kapitän gesetzt. Der Franzose bekannte sich immer wieder lautstark zu S04 und konnte sich zum Abschluss der Saison auch wieder mit den Ultras versöhnen. Er wurde zum zweiten Stellvertreter von Nübel, auf den sich Drochtersen-Keeper Patrick Siefkes (29) freut, ernannt.

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Die Entscheidung, Omar Mascarell (26) zum ersten Stellvertreter zu machen, stiftete weiterhin Verwirrung. Der Spanier konnte erst spät in der vergangenen Saison Fuß fassen und sogar ein Wechsel war im Gespräch. Doch in der Vorbereitung zeigte Mascarell konstante Leistung und erklärte, dass er sich auf Schalke durchsetzen wolle. Die Ernennung scheint also ein gutes Zeichen zu sein.

Nübel-Ernennung bloße Schalke-Taktik?

Eins ist jedoch klar: Die Ernennung von Nübel zum Kapitän kommt überraschend. Und ist diese Entscheidung am Ende vielleicht doch nicht nur rein sportlicher Natur? Schelm, wer Böses dabei denkt...

Zwar seien für Wagner, "Sozialkompetenz, sportliche Anerkennung und Erfahrung in diesem Verein“, wichtige Faktoren in der Entscheidung gewesen. Doch der Verdacht liegt nahe, dass Schalke seinem Torwart-Juwel mit dieser Entscheidung einen Verbleib schmackhaft machen möchte. Dass der 22-Jährige langfristig gehalten werden soll, ist kein Geheimnis. Ein neues Angebot gibt es auch bereits. Im Kicker erklärt der Torhüter nun sein Zögern.