Nelson Müller über Tönnies-Skandal: "Finde es gut, dass diese Aussagen gefallen sind"

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Nelson Müller, TV-Koch mit afrikanischen Wurzeln, hat sich zu den Aussagen von S04-Boss Clemens Tönnies geäußert. Fotos: dpa / Kollage: RUHR24Nelson Müller, TV-Koch mit afrikanischen Wurzeln, hat sich zu den Aussagen von S04-Boss Clemens Tönnies geäußert. Fotos: dpa / Kollage: RUHR24

Nach den als rassistisch bezeichneten Aussagen von S04-Boss Clemens Tönnies hat sich nun Nelson Müller, Sterne-Koch mit afrikanischen Wurzeln, geäußert.

Nach den als rassistisch bezeichneten Aussagen von S04-Boss Clemens Tönnies über Afrikaner hat sich nun Nelson Müller, Sterne-Koch mit afrikanischen Wurzeln, zu Wort gemeldet.

  • Nelson Müller meint, Clemens Tönnies könnte eine Weiterbildung gebrauchen.
  • Schalke-Boss lege laut Sterne-Koch Gedankengut vieler Menschen offen.

Sternekoch Nelson Müller (40) findet die Äußerungen des Fleischunternehmers und Schalke-Aufsichtsratschefs Clemens Tönnies, dem sein Neffe Robert (41) Größenwahn vorwirft, über Afrikaner entlarvend. "Ich finde es gut, dass diese Aussagen gefallen sind." Dadurch komme "das Gedankengut vieler" an die Oberfläche, teilte Müller der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in einer Stellungnahme mit.

"Wir haben ja ein Grundgesetz. Mit solchen Aussagen wird immer wieder bewiesen, dass viele es einfach nicht verstanden haben. Will sagen: Die Leute brauchen scheinbar mehr Wissen und vielleicht braucht Herr Tönnies ja eine Weiterbildung." Jemand wie er, der auf der privilegierten Seite des Lebens stehe, könne dadurch nur profitieren "und mit dem neuen Wissen viel bewegen", so Müller weiter.

Nelson Müller betreibt in Essen zwei Restaurants - die "Schote" und "Müllers auf der Rü". Als Koch tritt er auch häufig im Fernsehen auf. Der Starkoch bezeichnet sich selbst als "Stuttgarter Junge mit ghanaischen Wurzeln".

Tönnies mit umstrittenen Zitat über Afrikaner

S04-Boss Tönnies, den auch Fortuna-Boss Thomas Röttgermann (58) öffentlich scharf kritisiert, hatte beim Tag des Handwerks in der Vorwoche in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren", hatte Tönnies gesagt.

Daraufhin brach ein Sturm der Entrüstung los. Unter anderem DFB- und BVB-Präsident Reinhard Rauball kritisierte die Aussagen und forderte Konsequenzen.

Auch Comedian Oliver Pocher ließ kein gutes Haar an Tönnies und schrieb augenzwinkernd auf Instagram: "Ich werde mein Amt nun für drei Monate ruhen lassen und mit falschem Pass nach Gambia reisen und mich dann mit Günther Klum, Clemens Tönnies, Willi Herren und dem Ethikrat des DFB über die weitere Vorgehensweise verständigen“.

Nicht nur Nelson Müller äußert Kritik

Sogar bei den Ultras des FC Schalke 04 genießt Tönnies, der wohl für einen Rücktritt im Ehrenrat von Schalke gesorgt hat, offenbar kein Vertrauen mehr. Die Fan-Gruppe sieht das Image des Vereins nachhaltig geschädigt und fordert Konsequenzen. Beim DFB-Pokalspiel von Schalke protestieren dann auch die Fans mit einer Choreographie. Schalkes Sport-Vorstand Jochen Schneider nahm Tönnies danach jedoch in Schutz. Ähnlich tat es auch Alexander Nübel und stärkte ihm den Rücken.

Tönnies, den Alexander Jobst (46) vehement verteidigt, hat sich nach dem Vorfall für seine Worte "bei den Fans, Mitgliedern und Freunden des FC Schalke 04" entschuldigt. Im Einvernehmen mit dem Ehrenrat des Vereins will er sein Amt nun für drei Monate ruhen lassen. Die DFB-Ethikkommission beriet sich zuletzt auch, eine Entscheidung wurde aber vertagt. mit dpa-Material