Ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter

Dauerthema Videobeweis: Für diese Neuerung plädiert Markus Merk

Markus Merk plädiert für Änderungen beim Videobeweis
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Markus Merk plädiert für Änderungen beim Videobeweis

Ex-Schiedsrichter Markus Merk hat eine klare Meinung zum Videobeweis. Zudem spricht er sich für die Einführung von sogenannten "Challenges" aus.

  • Der ehemalige Schiedsrichter Markus Merk plädiert für Änderungen beim Videobeweis. 
  • So könnten „Challenges“ sowohl den Teams als auch dem Schiedsrichter Hilfe geben. 
  • Das Meisterdrama des FC Schalke 04 hätte die neue Technologie allerdings nicht verhindert.

München/Dortmund – Die Diskussionen um den Videobeweis und seine Begleiterscheinungen nehmen kein Ende. Am Samstagabend gab es im Topspiel zwischen dem FC Bayern München und dem FC Schalke 04 erneut mehrere knappe Entscheidungen. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Markus Merk (57) kritisiert nun die Umsetzung der neuen Technologie.

Markus Merk spricht sich für Einführung von „Challenges“ aus

"Der Grundgedanke ist gewesen, nur die eindeutigen Entscheidungen überprüfen zu lassen. Es hat sich mittlerweile aber verselbstständigt, es werden zu viele Situationen überprüft", sagte der 57-Jährige im Interview mit dem Sportbuzzer. 

Angesichts dieser häufigen Einsätze des Videobeweises seien einige Neuerungen, wie zum Beispiel Durchsagen für die Zuschauer, kein sinnvolles Instrument. „Weil zu viele Kann-Situationen überprüft werden, würden es Stadion-Durchsagen der Schiedsrichter nach VAR-Entscheidungen eher schlimmer als besser machen", erklärte Markus Merk

„Challenges“ sollen laut Markus Merk nicht taktisches Mittel dienen

Dagegen spricht sich der Ex-Schiedsrichter klar für die Möglichkeit aus, Entscheidungen überprüfen zu lassen. Sein Vorschlag sieht vor, dass sowohl die Teams als auch die Schiedsrichter mehrmals pro Spiel eine sogenannte "Challenge“ nehmen können. Im Tennis oder American Football kommen solche Maßnahmen schon seit geraumer Zeit zur Anwendung. 

Am Sonntag (26. Januar) präzisierte Markus Merk seinen Vorschlag im Sport1-Doppelpass noch weiter. Demnach sollten die „Challenges“ nur bis zur 85. Minute einsetzbar sein. Damit würde verhindert, dass dieses Instrument in der Schlussphase eines Spiels als taktisches Mittel verwendet werden kann. Um diese Änderungen umzusetzen, seien aber entsprechende Regeländerungen notwendig.

Markus Merk stellt klar: Videobeweis hätte Schalke-Meisterdrama in 2001 nicht verhindert

„Das liegt nicht in unserer Macht. So etwas müsste auf anderer Ebene grundsätzlich entschieden werden, damit wir es umsetzen könnten“, sagte der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter am Rande der Sport1-Sendung gegenüber Funke Sport.

Darüber hinaus beantworte Markus Merk auch die Frage, inwieweit der Videobeweis das Meisterdrama des FC Schalke 04 im Jahr 2001 verhindert hätte. Damals sprach der gebürtige Kaiserslauterer dem FC Bayern München in Hamburg kurz vor Spielschluss einen indirekten Freistoß zu. Daraus entstand der Treffer zum 1:1, mit dem der Rekordmeister den S04 doch noch vor der Tabellenspitze verdrängte.

Video: Markus Merk kritisiert VAR und Hand-Regel

Seine Antwort war eindeutig. „Erstens hätte der VAR in dieser Situation überhaupt nicht eingreifen dürfen. Das geben die Regeln nicht her.“ Darüber hinaus hätte er seine „Entscheidung nicht revidiert."

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