Warum Jochen Schneider sich für David Wagner als Schalke-Trainer entschieden hat

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Jochen Schneider folgte auf Christian Heidel und ist auf Schalke neuer "Vorstand Sport". Foto: FC Schalke 04

Jochen Schneider hat David Wagner als Trainer für Schalke verpflichtet. Nun hat er seine Beweggründe dargestellt. Hier die Infos.

Seit März ist Jochen Schneider (48) Sportvorstand auf Schalke. Er kam vom Konkurrenten RB Leipzig, den er als Meisterfavorit sieht. Anfangs musste der Nachfolger vom zurückgetretenen Christian Heidel (55) laut eigener Aussage viel zuhören und beobachten, um sich ein Bild machen zu können. In einem Interview hat er nun erklärt, warum er für die kommende Saison David Wagner (47) als Trainer verpflichtet hat.

"Dafür gibt es mehrere Gründe. David strahlt eine große Persönlichkeit aus, er hat eine positive, offene Art, seine Motivation und sein Hunger sind groß", erklärt Jochen Schneider, der auf Fortuna-Boss Röttgermann sauer ist, im Interview mit Funke Sport.

Jochen Schneider nutzte für David Wagner seine guten Kontakte nach England

Der Sportvorstand des S04 hat gute Kontakte nach England. Dort hat Wagner, der auf bestimmte Dinge Wert legt, bis Januar noch gearbeitet. Genau gesagt bei Huddersfield Town.

"Die Art, wie er mit Leuten umgeht, ist ebenfalls hervorzuheben", hat Jochen Schneider, der eine klare Spielidee für Schalke hat, so beispielsweise erfahren. Nur eine weitere von mehreren guten Eigenschaften, wie der 48-Jährige gegenüber Funke Sport verraten hat. Auch Jürgen Klopp schwärmt von seinem Trauzeugen David Wagner.

Unter Wagner stand immer eine verschworene Einheit auf dem Platz

Demnach habe der Wagner, der einen amerikanischen Vater hat, es geschafft, "den Laden sinnbildlich anzuzünden. Da stand immer eine verschworene Einheit auf dem Platz." Das konnte man zuletzt von Christian Heidel und Domenico Tedesco nicht behaupten, die dafür nun auch von Klub-Legenden heftige Kritik einstecken mussten.

Im weiteren Verlauf des Interviews mit Funke Sport stellt sich heraus, was Jochen Schneider schon bei seiner eigenen Vorstellung auf Schalke angekündigt hat. Die Art des Fußballs, die er persönlich gerne sieht und die er sich für die Fans der "Knappen" ebenso gut vorstellen kann, kommt wohl dem, was Wagner spielen lässt, sehr nah.

"Unter ihm hat Huddersfield energisch gepresst und zügig nach vorne gespielt. Das war genau das, was in unserem Anforderungsprofil stand", unterstreicht Jochen Schneider, der sich mit dem neuen Trainer sicher auch bessere Ergebnisse als in der diesjährigen Spielerumfrage in der Bundesliga erhofft.

In Folge dessen erklärt der Schalker Sportvorstand, was schon viele Fußball-Experten vor ihm erklärt haben. Dass es empirisch belegt sei, dass in den ersten zehn Sekunden nach Ballgewinn die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, einen Treffer zu erzielen. Die Schalke-Zukunft sieht er positiv.

Jochen Schneider erhofft sich schnelleren Fußball auf und für Schalke

Genau das erhofft sich Jochen Schneider von dem neuen Schalke-Trainer, der nach dem Test in Wattenscheid ein erstes Fazit zieht. Für diese intensive Art des Fußballs seien Wagners Mannschaften prädestiniert. Ex-Schalker Matip ist auch von Wagner überzeugt. Bei der Niederlage gegen Norwich City sah Wagner Gutes und Schlechtes von seiner Mannschaft.

"In den Kategorien Sprints sowie intensive Läufe war Huddersfield im oberen Drittel der Premier League. David hatte eines der fittesten Teams in der Liga."

Aktuelle S04-Themen:

Ein Aspekt, der Jochen Schneider bei seinen vielen Analysen in den ersten Wochen aufgefallen sein dürfte. Denn Schalke, das von David Wagner fast zu einem Rekord getrieben wurde, hatte in der abgelaufenen Saison mit die konditionell schwächste Mannschaft der Liga. Abhilfe könnten Marc Oliver Kempf (24) und Ozan Kabak (19) vom VfB Stuttgart schaffen, an denen Schalke angeblich interessiert ist. Aus Frankreich könnte zudem noch Ryan Mbeumo (19) zu S04 kommen.

Fragt sich nur, mit welchem Personal der neue Trainer seine Arbeit bei den Königsblauen angehen darf. Bereits jetzt ranken sich viele Gerüchte auf dem königsblauen Transfermarkt. Klar ist, dass zumindest Max Kruse nicht kommen wird. Abgearbeitet wird alles mit dem neuen Kaderplaner Michael Reschke, über den der S04-Sportvorstand auch sprach. Ob er auch in den kuriosen Plan mit Bernard Tekpetey eingeweiht war? Zumindest mit dem SC Freiburg gab es Probleme.