„Sind nicht nur die zwei“

Jens Keller über gescholtene Schalke-Spieler: „Sie sind alle Letzter“

Jens Keller vermisst die Qualität im Kader von Schalke 04. Kritik an Einzelnen hält der frühere S04-Coach für nicht angebracht.

Gelsenkirchen – Der bisherige Saisonverlauf von Schalke 04 lässt sich recht simpel herunterbrechen: Defensiv läuft viel schief, offensiv läuft wenig bis gar nichts. Schwarz auf weiß bedeutet das: Tabellenplatz 18 nach 12 Spieltagen, nur 11 erzielte Treffer (gemeinsam mit dem VfL Bochum der schlechteste Wert) und 28 kassierte Gegentore (nach dem VfL Bochum der zweitschlechteste Wert).

FußballtrainerJens Keller
Geboren24. November 1970 (Alter 51 Jahre), Stuttgart
Letzte Station1. FC Nürnberg (bis 2020)

Schalke 04 auf Abstiegskurs: Jens Keller vermisst Qualität im S04-Kader

Eine Schreckensbilanz, angesichts derer auch Ex-S04-Coach Jens Keller in einer Talkshow bei Sport1 nur wenig Optimismus versprühen kann. Der Klassenerhalt werde für Schalke 04 keine einfache Aufgabe, so der 51-Jährige. Die Gründe dafür sieht der Fußballlehrer zuvorderst in der fehlenden Qualität im Kader.

Die Spieler seien zum Teil „in die Jahre gekommen“ und nicht alle hätten bislang Bundesliga-Klasse nachweisen können. Das wiederum hänge auch mit den finanziellen Mitteln beim S04 zusammen. Bei der Verpflichtung benötigter Verstärkungen seien den Verantwortlichen die Hände gebunden gewesen.

Jens Keller verteidigt S04-Stürmer Terodde und Polter: „Sie sind alle Letzter“

Entsprechend wenig hält Keller davon, nun einzelne Spieler aus dem Kader herauszupicken und an den Pranger zu stellen. Als Beispiele nennt er die beiden Schalke-Stürmer Simon Terodde und Sebastian Polter, die ihrem Job des Toreschießens bislang nur unzureichend nachgekommen sind (gemeinsam drei Saisontore).

Jens Keller (m.) verteidigt die Schalke-Stürmer Simon Terodde (l.) und Sebastian Polter.

„Es sind nicht nur die zwei, du musst auch in die Situationen kommen, in denen sie Tore machen können“, so Keller. Beide Spieler seien auf Flanken und Zuspiele rund um den gegnerischen Strafraum angewiesen. „Da kommt Schalke relativ wenig hin“, lautet das Urteil.

In der jetzigen Situation dürfe sich kein Schalker zu wichtig nehmen, so Keller. Keiner hätte bislang eine überragende Saison gespielt. „Sie sind alle im Kader dabei, sie sind alle Letzter.“

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