So verspekulierte sich Heidel bei Schalke-Torhüter Nübel

Christian Heidel im Büro auf der Schalke-Geschäftsstelle. Foto: Guido Kirchner/dpa
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Christian Heidel im Büro auf der Schalke-Geschäftsstelle. Foto: Guido Kirchner/dpa

Alexander Nübel und sein Vertrag auf Schalke sind in aller Mund. Hat der Ex-Manager Christian Heidel die Situation falsch eingeschätzt? Hier die Infos.

Neben dem Abstiegskampf von Schalke ist vor allem Torwart-Talent Alexander Nübel derzeit das Thema schlechthin bei den Königsblauen. Den "Knappen" droht ein frühzeitiger und eventuell sogar ablösefreier Wechsel des 22-Jährigen. Wie sich nun herausstellt, trägt der zurückgetretene Manager Christian Heidel, der aus der Reha heraus von Welttrainer Jürgen Klopp schwärmt, eine immer größere Schuld daran.

Bereits im Herbst 2018 kam Alexander Nübel, der RB Leipzig abgesagt hat, bei den Profis auf Schalke zu seinen ersten, insgesamt drei Bundesliga-Einsätzen (von Beginn an). Weil Ralf Fährmann, der zu Norwich City wechseln könnte, verletzt war, kamen weitere Einsätze in der Champions League und sogar noch eines im DFB-Pokal hinzu.

Heidel glaubte nicht, dass Nübel diese Saison Fährmann verdrängt

Zu dem damaligen Zeitpunkt dachten noch nicht viele daran, dass Fährmann seinen Platz endgültig verlieren würde, obwohl sein Vertreter gute Arbeit verrichtete. Auch Christian Heidel, der Details zu Suat Serdar verriet, wird wohl da noch nicht dran geglaubt haben. Nun zögert der Torwart aber mit einer Vertragsverlängerung.

Doch in der Winterpause entschied sich der mittlerweile entlassene Trainer Domenico Tedesco endgültig dazu, im Schalke-Tor eine Veränderung vorzunehmen. Nübel, der laut eigener Aussage keine offene Zukunft hat, löste den Kapitän der Königsblauen im Tor ab und sammelte weitere Bundesligaspiele.

Klausel für Vertrag bis 2021 wurde nichtig

Wie die Sport Bild in ihrer aktuellen Ausgabe (24. April) nun schreibt, betonte Heidel gegenüber dem Fußball-Magazin, dass er wegen einer Klausel von einer Verlängerung bei Alexander Nübel, für den das Ausland neben Schalke und FC Bayern München auch eine Option ist, bis 2021 ausging. Deswegen bestand offenbar keine Eile, den Kontrakt mit dem deutschen U21-Nationaltorwart schon im Winter zu verlängern. Auch über die Kritik von Clemens Tönnies (63) äußerte sich Heidel nun.

Doch diese Dreifach-Klausel entpuppte sich im Nachhinein vor allem als Vorteil für den jungen Schlussmann. Kurzum: Hätte Alexander Nübel, der sich wohl nur noch zwischen Schalke und Bayern München entscheidet, in der noch laufenden Saison keine Mindestanzahl an Bundesligaspielen gemacht, hätte er nach Sport-Bild-Informationen zwar im Sommer 2019 ausgeliehen werden müssen.

Doch sein Vertrag wäre automatisch bis 2021 verlängert worden. Schalke möchte, dass sich Nübel bald entscheidet.

Stattdessen läuft sein Kontrakt nun im Sommer 2020 aus und Heidel-Nachfolger Jochen Schneider wollte in einer seiner ersten Amtshandlungen sofort mit dem jungen Torhüter verlängern. Doch schon damals war der ideale Zeitpunkt dafür überschritten. Jochen Schneider versucht nun erneut, Alexander Nübel von einem Verbleib zu überzeugen und gibt ihm Zeit für eine Entscheidung bis Mai 2020.

Nun droht Schalke in (naher) Zukunft mal wieder der Abgang eines vielversprechenden Talents. Noch dazu zu einem Preis unter Marktwert. Auch die Fortuna-Verantwortlichen verpassten es den Vertrag von Benito Raman (24) rechtzeitig zu verlängern, der seinen Wechsel zum S04 im Interview erneut forciert. Weitere Neuzugänge sollen laut Clemens Tönnies folgen.

Aktuelle S04-Themen:

Heidel hatte unter anderem in seiner S04-Ära nicht verhindern können, dass unter anderem Sead Kolasinac, der sich zu einer Schalke-Rückkehr äußerte, Leon Goretzka und Max Meyer allesamt ablösefrei die "Knappen" verließen. Ob nun bald Alexander Nübel, der Tottenham Hotspur auch beobachtet, folgt? Was denkt zumindest Sven Ulreich, Ersatztorwart vom FC Bayern, wo der 22-Jährige auf dem Zettel stehen soll? Laut Olaf Thon (53) wird Nübel nicht zum FC Bayern wechseln.