Berater-Idee: Heidel kritisiert Tönnies und blockt Vorschläge ab

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Der S04-Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies (l.) kritisierte Christian Heidel stark. Der wehrte sich nun. Foto: Marius Becker/dpa

Christian Heidel hat Clemens Tönnies deutlich kritisiert. Von der Idee eines externen Beraters hält der S04-Manager gar nichts. Jetzt mehr erfahren.

Manager Christian Heidel steht beim S04 wegen mancher Transfers vermehrt in der Kritik. Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Clemens Tönnies hat deswegen einen Berater vorgeschlagen, der bei der Kaderplanung helfen soll. Von dieser Idee hält Heidel jedoch gar nichts.

„Es gab bereits viele Bewerbungen. Aber es muss sich keiner bewerben. Die, die es schriftlich gemacht haben, werden auch eine schriftliche Antwort bekommen, dass es keinen Bedarf bei uns gibt. Punkt!“

Christian Heidelhat nach dem Champions-League-Spiel gegen Lokomotive Moskau (1:0) deutlich Stellung bezogen. Er brauche keinen Berater oder externen Experten.

Dabei findet der 55-Jährige es überhaupt nicht schlimm, dass es eine solche Idee gibt. Im Gegenteil.

Heidel hat mehrere Bewerbungen bekommen

„Es ist völlig legitim, dass sich ein Aufsichtsratsvorsitzender Gedanken macht. Auch, dass er Ideen hat“, sagte der S04-Manager am späten Dienstagabend (11. Dezember).

Was den „Vorstand Sport und Kommunikation“ aber stört, ist die Tatsache, dass die Öffentlichkeit davon erfahren hat. „Wir sollten sicherlich darüber nachdenken, ob es der richtige Weg ist, solche Ideen öffentlich zu machen.“

Eine rhetorische Frage von Heidel. Der Adressat ist eindeutig: Clemens Tönnies.

„Das Thema gab es überhaupt nicht, deswegen ist es für mich erledigt.“

Christian Heidel über mögliche externe Hilfe

Die Idee nach einem Berater erstickt der Manager der Königsblauen direkt im Keim. „Das Thema gab es überhaupt nicht, deswegen ist es für mich erledigt.“

Das betrifft allerdings nur die Frage, ob die Idee überhaupt umgesetzt werden soll. „Wir werden und müssen intern darüber sprechen, wie die gesamte Thematik abgelaufen ist“, so Heidel.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl. Diese Schlussfolgerung wird auch mit den nächsten Worten deutlich.

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„Ich glaube schon, dass es einen klaren Plan im Verein gibt, wie wir miteinander umgehen. Das hat auch eigentlich immer funktioniert.“

Eigentlich. Dieses Mal aber nicht. Weil Tönnies‘ Idee öffentlich wurde.

„Ich glaube, dass es komplett überflüssig ist, solche Themen in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Bereits am Wochenende habe ich prophezeit, wie sich das entwickeln wird. Dabei sind wir alle davon ausgegangen, dass solche Zeiten der Vergangenheit angehören“, merkte der S04-Manager kritisch an.

Wenn es etwas zu besprechen gäbe, wird das im Büro hinter verschlossenen Türen getan. Dann gibt es auch immer mal wieder unterschiedliche Auffassungen. Das sei auch völlig in Ordnung.

Heidels Vertrag läuft bis 2020

Christian Heidel wurde zur Saison 2016/2017 "Vorstand Sport und Kommunikation" beim FC Schalke 04. Zuvor war er von 1992 an durchgehend beim FSV Mainz 05 angestellt. Sein Vertrag beim S04 läuft aktuell bis zum 30. Juni 2020.

Überrumpelt wird der Aufsichtsratsvorsitzende von den Aussagen übrigens nicht. „Ich habe ihm gegenüber das auch so deutlich formuliert“, verriet Heidel.

Das Verhältnis zu Tönnies sei aber nicht beschädigt, wie er auf Nachfrage von Buzz04 erklärte.

„Das wird nie passieren. Nie. Ich werde niemals ein schlechtes Wort über Clemens Tönnies verlieren. So ticke ich nicht. Ich schätze ihn persönlich und seine Familie viel zu sehr und ich habe das Gefühl, dass das auch anders herum gilt.“

Das ist die private Seite der Medaille. Im gleichen Atemzug betonte der Sportvorstand: „Deswegen muss man im Job nicht immer einer Meinung sein.“

Tönnies hat „nur laut nachgedacht“

Tönnies selbst habe Heidel erklärt, dass er „nur“ laut nachgedacht habe, weil es in einer anderen Stadt gut funktionieren würde. „Er hat gesagt, dass die Entscheidung aber sowieso bei uns liegt. Das habe ich zur Kenntnis genommen.“

Die "andere Stadt" ist Dortmund. Beim BVB fungiert Matthias Sammer nicht als direkter Kaderplaner. Aber er steht als beratender Experte zur Verfügung.

„Es gibt ein einziges Modell, bei dem es so ist. Dieser Klub steht auf Platz eins. Jetzt sagt jeder, dass er da steht, weil dort ein externer Berater seit dem 31. März ist. Das kann man so deuten. Man muss es aber nicht“, so der S04-Manager.

Einstellungen unterhalb vom Vorstand werden vom Vorstand umgesetzt

Der unterstrich sogleich auch nochmal die Rollenverteilung im Verein. „Einstellungen unterhalb vom Vorstand werden vom Vorstand umgesetzt. Darüber ist sich der Vorstand komplett einig. Komplett einig!“

Erstens ist Heidelauch überrascht, dass solche Vorschläge wie der aktuelle nicht bereits vor vier Monaten kamen. Zweitens kann er die Kritik an den diesjährigen Transfers nicht so recht nachvollziehen.

„Egal, welcher Experte im Sommer da gewesen wäre: Ich garantiere fast, dass bei allen Neuzugängen kein Einspruch gekommen wäre. Wir wurden für Transfers quer durchs Land gefeiert und Spieler wie Salif Sané, Sebastian Rudy, Omar Mascarell oder Mark Uth standen in Ranglisten wie beim ‚kicker‘ nahezu alle sehr weit oben.“