Ex-Schalke-Profi hat sich beworben

Emotionale Botschaft: Hans Sarpei kandidiert für den Aufsichtsrat des S04

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Ex-Bundesligaprofi Hans Sarpei kandidiert für den Aufsichtsrat des FC Schalke 04.

Hans Sarpei kandidiert für den Aufsichtsrat des FC Schalke 04. Der ehemalige S04-Profi hat Ende Januar seine Bewerbung abgegeben.

  • Hans Sarpei kandidiert für den Aufsichtsrat des FC Schalke 04.
  • Der ehemalige S04-Profi will sich als "Deutscher mit Migrationshintergrund" mehr einbringen.
  • Die Herausforderung könnte wegen Clemens Tönnies und Huub Stevens aber groß sein.

Gelsenkirchen - "Danke der Nachfragen. Und ja, es stimmt. Ich habe mich Ende Januar um ein Amt als Aufsichtsrat des S04 beworben."

Hans Sarpei kandidiert für den Aufsichtsrat des FC Schalke 04

Hans Sarpei (43) bestätigte am Freitag (28. Februar) um 6.38 Uhr auf Twitter, was die WAZ (Bezahlschranke) berichtet hatte. Der ehemalige Bundesliga-Profi möchte beim FC Schalke 04 mehr Verantwortung übernehmen.

"Sehr gerne möchte ich meine Erfahrungen im Fußball als Deutscher mit Migrationshintergrund einbringen. Wir müssen GEmeinsam für Schalke und gegen Rassismus kämpfen", schrieb der 43-Jährige in seinem Statement weiter, wie RUHR24.de* berichtet.

FC Schalke 04: Hans Sarpei will als Mensch mit Migrationshintergrund beim S04 helfen

"Seit Längerem habe ich mich damit beschäftigt, wie ich dem Fußball und der Gesellschaft etwas zurückgeben kann, wovon ich selbst als Profisportler und Mensch mit Migrationshintergrund profitiert habe", zitiert die WAZ Hans Sarpei. Der hatte nach der Saison 2011/2012 seine Karriere als Spieler beendet.

In der Folge war der gebürtige Ghanaer unter anderem immer wieder an Aktionen gegen Rassismus und Diskriminierung beteiligt. So zum Beispiel bei der Kampagne "stehauf" vom FC Schalke 04.

Hans Sarpei: emotionale Botschaft an den FC Schalke 04 und die S04-Fans

Schon damals war Hans Sarpei "zu jedem Zeitpunkt klar, dass meinen Worten auch konkrete Taten folgen müssen." Die sehen nun offenbar eine Kandidatur für den Aufsichtsrat des S04 vor.

Obwohl der ehemalige Profi des FC Schalke 04 zwischen Juli 2010 und Juni 2012 nur 17 Pflichtspiele für die Königsblauen bestritt, wuchs ihm der Klub vom Berger Feld ans Herz. Gegenüber der WAZ sendet der 43-Jährige eine durchaus emotionale Botschaft.

"Es ist der Verein, dem ich im Herbst meiner Karriere am meisten zu verdanken habe. In einer Zeit, in der eine erfolgreiche Integration keine Selbstverständlichkeit mehr ist, möchte ich mit meiner Kandidatur den Mitgliedern und Fans etwas zurückgeben."

Hans Sarpei: DFB-Pokal-Gewinn mit dem FC Schalke 04

Im Herbst seiner Karriere hatte Hans Sarpei mit dem FC Schalke 04 2011 den DFB-Pokal und damit seine einzige Trophäe gewonnen. Der damals variabel einsetzbare Ex-Profi absolvierte 190 Bundesligaspiele, die meisten für den VfL Wolfsburg.

Zuletzt sah sich der 35-malige ghanaische Nationalspieler bestätigt, dass seine Kandidatur richtig und wichtig ist. Schockiert zeigte sich der 43-Jährige über den Rassismus-Eklat im DFB-Pokalspiel zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC gegen Jordan Torunarigha* (22).

Hans Sarpei gewann mit Schalke 2011 den DFB-Pokal.

FC Schalke 04: Hans Sarpei nach Rassismus-Eklat in S04-Arena wütend und traurig

"Ich habe die Schalker Fans als fantastische Menschen kennengelernt, deren Herz für Schalke schlägt, nicht für eine Nationalität und schon gar nicht für eine Hautfarbe. Dass so etwas im Ruhrgebiet in der Arena auf Schalke passiert, macht mich wie alle Fans wütend und traurig zugleich."

Daher sendet Hans Sarpei auch eine klare Botschaft. "Schalkes Fundament ist auf Integration und Freundschaft aufgebaut, nicht auf Nationalität und Feindschaft."

Als Kandidatur gegen Clemens Tönnies (63) will der 43-Jährige es aber nicht verstanden wissen. Der 63-Jährige war beim "Tag des Handwerks" 2019 mit einer rassistischen Aussage negativ aufgefallen.

FC Schalke 04: Hans Sarpei mit scharfer Kritik an Clemens Tönnies

Im Kampf gegen den Klimawandel hatte der Aufsichtsratsvorsitzende vorgeschlagen, jährlich 20 Kraftwerke in Afrika zu bauen. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn es dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Hans Sarpei übte nach dem Rassismus-Eklat wie so viele andere scharfe Kritik Clemens Tönnies*. Mittlerweile blickt er offenbar entspannter auf den Vorfall zurück.

Hans Sarpei: Beim FC Schalke 04 geht es nicht um Clemens Tönnies oder ihn

"Jeder von uns macht Fehler. Schalke wird jedoch immer größer sein als jeder Einzelne von uns. Ich kann mit meinen persönlichen Erfahrungen einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass wir auf Schalke nicht mehr über Rassismus-Vorfälle sprechen müssen. Es geht nicht um Clemens oder Hans. Es geht einzig und allein um Schalke 04."

Über seine Kandidatur beim S04 habe Hans Sarpei noch nicht mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden gesprochen. "Die Gelegenheit wird sich so oder so ergeben. Ich freue mich auf die Gespräche mit den Kollegen", so der 43-Jährige.

Hans Sarpei: Im Aufsichtsrat des S04 droht ein Duell mit Huub Stevens

Ob der ehemalige Profi des FC Schalke 04 dann auch tatsächlich demnächst mit Clemens Tönnies in einem Gremium sitzt, steht noch in den Sternen. Erst muss er vom Wahlausschuss zugelassen werden, ehe Bewerbungsrunde bei den Mitgliedern folgen würden.

Erst dann folgt die Mitgliederversammlung in der Veltins-Arena. Schwierig für Hans Sarpei: Im Aufsichtsrat sitzen Mitglieder mit unterschiedlichen Kompetenzen. Der für den Sport ist Schalkes Jahrhundert-Trainer Huub Stevens (66). Dass noch jemand Zweites mit Sport-Kompetenzen im Gremium sitzt, erscheint derzeit unwahrscheinlich, wenn dafür jemand anderes weichen muss. 

rawi

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