Ex-Profi will in den Aufsichtsrat

Hans Sarpei in den S04-Aufsichtsrat? Tönnies: "Mein Wunsch ist, dass..." 

"Abgestempelt!? Hans Sarpei will&#39s wissen"
+
"Abgestempelt!? Hans Sarpei will's wissen"

Mit seiner Ankündigung, für den Aufsichtsrat des S04 zu kandidieren, hat Hans Sarpei für Wirbel gesorgt. Dabei hat er offenbar prominente Unterstützung.

  • Hans Sarpei hat sich für einen Posten im Schalker Aufsichtsrat beworben.
  • Damit sorgt der Ex-Schalke-Profi für einiges an Wirbel.
  • Schalke-Boss Clemens Tönnies möchte sich (noch) nicht zur Sarpei-Kandidatur äußern.

Gelsenkirchen - Hans Sarpe i (43) möchte als "Deutscher mit Migrationshintergrund" mehr Verantwortung auf Schalke übernehmen. Deshalb hat er sich für einen Posten im Schalker Aufsichtsrat beworben. Das hat der Ex-S04-Profi am Freitag auf Twitter bestätigt.

Hans Sarpei auf Schalke gegen den Rassismus kämpfen

Der gebürtige Ghanaer will "GEmeinsam für Schalke und gegen den Rassismus kämpfen", schreibt er in einer emotionalen Botschaft. Ihn mache es nachdenklich, was aktuell im Fußball und in der Gesellschaft in puncto Rassismus passiere. Er wolle dem FC Schalke mit seiner Erfahrung helfen.

Das will er nun im Aufsichtsrat des FC Schalke 04 (das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern München im Live-Ticker) machen. Dort würde er auch auf Clemens Tönnies (63) treffen. Der stand nach seinen rassistischen Aussagen beim "Tag des Handwerks 2019" ziemlich in der Kritik.

Clemens Tönnies: Keine Äußerung zur Sarpei-Kandidatur

Der Schalke-Boss hatte vorgeschlagen, im Kampf gegen den Klimawandel, Kraftwerke in Afrika zu bauen. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Auch Hans Sarpei übte damals Kritik an Clemens Tönnies. Er sieht seine Kandidatur aber nicht als Kampfansage gegen den 63-Jährigen. Aber was sagt Clemens Tönnies selbst dazu?

Der Aufsichtsratsvorsitzende äußerte sich auf Nachfrage der BILD-Zeitung. Demnach sei es Sache des Wahlausschusses zu entscheiden, welche Kandidaten für die Mitgliederversammlung am 7. Juni zugelassen werden. "Daher werde ich mich dazu überhaupt nicht äußern. Ich bin froh, dass wir im Aufsichtsrat in den letzten zwei, drei Jahren sehr kollegial und professionell zusammenarbeiten – und mein Wunsch ist, dass das so bleibt."

Hans Sarpei: Der Ex-Schalker hat prominente Unterstützung

Eine weitere Frage, die nach dem Sarpei-Plan für Wirbel sorgt: Wer sind seine Unterstützer? Denn nach Vereinssatzung muss der 43-Jährige mindestens drei stimmberechtigte Mitglieder haben, die ihn bis zum 1. Februar vorgeschlagen haben.

Laut Bild soll Raphael Brinkert (42) einer dieser Unterstützer sein. Das Schalke-Mitglied aus Haltern am See leitet eine Werbeagentur in Hamburg. Bis September 2019 war dort auch Ex-Schalke-Profi Christoph Metzelder (39) Partner.

Raphael Brinkert: Schalke kann viel von Hans Sarpei profitieren

Der 42-Jährige findet Hans Sarpeis Bewerbung sehr "löblich". "Von seiner Erfahrung beim Thema Rassismus, seinem Netzwerk im Sport und Afrika sowie seinem guten Draht zu jungen Spielern kann der Verein profitieren. Ob er es macht oder ob man dafür ein Amt im Aufsichtsrat bekleiden muss, dass müssen die Verantwortlichen entscheiden", so Raphael Brinker t gegenüber der "Bild".

Er sieht sich aber nicht als Kopf hinter der Sarpei-Kandidatur auf Schalke (das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern München wird live im TV und im Live-Stream übertragen). "Ich habe weder Ambition, Strategie noch Zeit dafür. Schalke ist mein Hobby als Fan, und dabei soll es auch bleiben", so der 42-Jährige.

Hans Sarpei: Bis zum Aufsichtsrat auf Schalke ist es noch ein weiter weg

Wie es nun weitergeht, wird sich zeigen. Bevor Hans Sarpei sich nämlich den Schalke-Mitgliedern zur Wahl stellen kann, muss er erst einmal vom Wahlausschuss zugelassen werden. Erst dann folgt die Bewerbungsrunde bei den Mitgliedern.

Mehr zum Thema