"Schockiert und angepisst" - Gerald Asamoah nach Eklat bei Bulgarien gegen England sauer

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Gerald Asamoah absolvierte einst 380 Spiele für den FC Schalke 04. Foto: dpa

Der Rassismus-Skandal bei Bulgarien gegen England schlägt hohe Wellen. Gerald Asamoah vom FC Schalke 04 wählte deftige Worte. Hier die Infos.

Beim Länderspiel zwischen Bulgarien und England spielten sich unfassbare Szenen ab. Die Reaktionen von Gerald Asamoah (41) und Krassimir Balakov (53) konnten nicht unterschiedlicher ausfallen.

  • Das EM-Qualifikationsspiel Bulgarien gegen England stand wegen rassistischer Rufe und des Zeigens vom Hitlergruß wiederholt vor dem Abbruch.
  • Gerald Asamoah vom FC Schalke 04 reagierte wegen der Vorfälle geschockt.
  • Die Reaktion vom bulgarischen Nationaltrainer Krassimir Balakov fiel sehr überraschend aus.

Gerald Asamoah wegen Rassismus-Vorfälle in Bulgarien außer sich

Die englische Fußball-Nationalmannschaft hat am Montagabend (16. Oktober) mit 6:0 (4:0) in Bulgarien gewonnen. Doch der deutliche Sieg im Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft 2020 geriet zur Nebensache.

Bulgarische Anhänger äußerten sich während des Spiels wiederholt rassistisch und zeigten den Hitlergruß, weswegen die Partie kurz vor dem Abbruch stand. Gerald Asamoah war deswegen außer sich.

Gerald Asamoah: "Die Scheiße ist ermüdend"

"Schockiert. Sauer. Traurig. Angepisst. Die Scheiße ist ermüdend", schrieb der 41-Jährige auf Twitter.

"Die Vorfälle beim Spiel zwischen Bulgarien und England zeigen einmal mehr, dass wir auch im Jahr 2019 gegen Rassismus kämpfen müssen. Im Fußball! Und auch sonst überall und jeden Tag", so Gerald Asamoah, der beim Rassismus-Eklat um Clemens Tönnies öffentlich unterstrich, sich beleidigt gefühlt zu haben, weiter.

Bulgarien gegen England musste zweimal unterbrochen werden

Daran anknüpfend fügte der ehemalige deutsche Nationalspieler Emojis in allen erdenklichen Farben hinzu. Mit dem Hashtag "Say no to racism" (Sag Nein zu Rassismus) schloss der 41-Jährige sein Statement auf Twitter ab.

Gerald Asamoah sah am Montagabend (16. Oktober) wohl genauso wie ein Millionen-Publikum vor den TV-Bildschirmen, wie die Partie zwischen Bulgarien und England vor dem Abbruch stand. Schiedsrichter Ivan Bebek (42) unterbrach in der 24. Spielminute erstmals das Spiel und veranlasste eine Durchsage durch den Stadionsprecher.

Gerald Asamoah und TV-Publikum werden Zeugen vom Hitlergruß

Doch trotz der Hinweise, dass wegen rassistischer Verhaltensweisen das Spiel abgebrochen werden kann, änderte sich nichts. Neben rassistischen Rufen zeigen Videosequenzen sogar Zuschauer, die den Hitlergruß zeigten.

Weil England-Trainer Gareth Southgate (49) sich auch wiederholt beim vierten Schiedsrichter beschwerte, folgte kurz vor der Halbzeitpause eine zweite Unterbrechung. Spätestens da dürfte Gerald Asamoah genug gehabt haben.

England hatte bereits im Vorfeld mit Rückzug vom Spiel gedroht

In der Halbzeit redete Bulgarien-Kapitän Ivelin Popov (31) am Zaun auf einheimische Anhänger ein. Einige Zuschauer, teilweise vermummt, verließen das Stadion. In der zweiten Halbzeit folgte dann keine Unterbrechung mehr.

Die englischen Nationalspieler hatten aber wohl schon vor der Partie eine Vorahnung und hatten gedroht, das Feld sofort bei ersten Anzeichen von Rassismus zu verlassen. Die Folge wäre, laut Regeln, wohl ein Punktabzug gewesen.

Krassimir Balakov: Bulgarien hat kein Rassismus-Problem

Wegen rassistischer Vorfälle im Juni gegen Tschechien und Kosovo hatte die Uefa Bulgarien bereits bestraft und eine Tribüne für das Spiel gegen England gesperrt. Die Reaktion vom bulgarischen Nationaltrainer, der frühere Bundesligaspieler Krassimir Balakov, fiel überraschend aus und die würde Gerald Asamoah so wohl auch nicht teilen.

"Wir haben kein Rassismus-Problem. In unserer Liga spielen viele dunkelhäutige Spieler. Ich finde überhaupt nicht gut, dass dieses Thema so hoch gepusht wird. Diese Probleme gibt es in England weitaus häufiger."