Plan des S04

Schalke 04: Bundesliga-Saisonziel für zwei Jahre strotzt vor Demut

Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga. Damit steigt auch die Erwartungshaltung. Doch die S04-Bosse zeigen sich bei der Zielsetzung sehr demütig.

Gelsenkirchen – Mit der Bundesliga-Rückkehr begannen einige Fans des FC Schalke 04 bereits wieder mit dem Träumen. Womöglich fühlte sich manch älterer Anhänger zurückversetzt in die 90er-Jahre, als der S04 1991 nach drei Jahren Zweitklassigkeit wieder aufstieg. Schnell träumten die Königsblauen vom Einzug ins internationale Geschäft.

VereinFC Schalke 04
Gründung4. Mai 1904
StadionVeltins-Arena
OrtGelsenkirchen

Schalke 04 legt Saisonziel für zwei Jahre fest: Großer Fan-Traum nicht in Sicht

Mit dem UEFA-Pokal-Sieg 1997 folgte die Krönung des FC Schalke 04 und die Erfüllung des großen Traums der Fans. In den 2000er-Jahren etablierte sich der Klub als Dauergast im internationalen Geschäft, in den 2010er-Jahren sogar mehrmals in der Champions League. Doch davon sind die „Knappen“ aktuell weit entfernt. Der neue S04-Trainer Frank Kramer bekommt ein anderes Ziel auferlegt.

Bei der Mitgliederversammlung des S04 am Sonntag (12. Juni) bekräftigten die Verantwortlichen des FC Schalke 04, dass sie nach dem Bundesliga-Aufstieg mit Demut an die neue Herausforderung herangehen wollen. Die Gelsenkirchener legten ihr Saisonziel „Klassenerhalt“ direkt für zwei Jahre fest.

Schalke 04: Saisonziel für 2022/23 und 2023/24 lautet „Klassenerhalt“

Es wirkte fast so, als wenn sich die Verantwortlichen für ihre demütige Zielsetzung entschuldigen müssen. Auf Schalke ist die Erwartungshaltung stets groß. Doch nach dem Bundesliga-Aufstieg gibt es für den S04 nur ein Ziel.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Axel Hefer erklärte während der Mitgliederversammlung: „Oberstes Ziel in den kommenden zwei Jahren muss der Klassenerhalt sein. 40 Punkte, zweimal.“ Und S04-Vorstandsboss Bernd Schröder ergänzte: „Klassenerhalt und Verbindlichkeiten abbauen sind die Ziele für die nächste und übernächste Saison.“ Das Wort „internationales Geschäft“ fällt auf Schalke nicht.

Der FC Schalke 04 legt sein Saisonziel direkt für zwei Jahre fest.

Schalke 04 setzt sich Klassenerhalt als Ziel: „Nicht wieder nach den Sternen greifen“

Dass der FC Schalke 04 sich den Klassenerhalt für die Saison 2022/23 auf die Fahnen schreibt, dürfte angesichts des kürzlich erfolgten Aufstiegs logisch sein. Doch auch in der Spielzeit 2023/24 plant der S04 lediglich mit dem Ziel, den Klassenverbleib in der Bundesliga zu schaffen.

Tiefstapelei auf Schalke? Sportvorstand Peter Knäbel wirkte dem in einer Medienrunde gegenüber RUHR24 energisch entgegen: „Wir werden diesen Weg, den wir letztes Jahr eingeschlagen haben, nicht aufs Spiel setzen. Wir können nicht gleich wieder nach den Sternen greifen, erst recht nicht, wenn die Sterne in der Champions League sind.“

Schalke 04: Finanzplanung steht beim S04 im Vordergrund

Warum im möglichen zweiten Bundesliga-Jahr beim FC Schalke 04 keine Steigerung beim Saisonziel vorgesehen sei, sei laut Peter Knäbel ganz einfach: „Das ist Finanzplanung. Ich bin auch gerne Erster, gewinne wahnsinnig gerne. Ich plane damit ja nicht das Verlieren, sondern setze einen Rahmen, in dem man Erwartungen definieren kann. Wenn nicht mehr da ist, dann ist einfach nicht mehr da.“

Peter Knäbel (v.l.), Christina Rühl-Hamers und Bernd Schröder erklärten das Saisonziel des FC Schalke 04 bei der Mitgliederversammlung.

Und sein Vorstandskollege Bernd Schröder ergänzte gegenüber RUHR24: „Selbst wenn du nächstes Jahr die Klasse hältst, heißt das ja nicht, dass wir das Jahr danach viele Millionen Euro mehr zur Verfügung haben. Wir werden uns vorerst immer in diesem Rahmen bewegen und in diesem Rahmen gehört man nicht zu den Mannschaften, die automatisch davon ausgehen können, dass sie oben mitspielen.“

Schalke 04 mit Budget für die Saison 2022/23 nur auf Platz 16 der Bundesliga

Stattdessen bewegt sich der FC Schalke 04 mit einem angepeilten Etat von 37 Millionen Euro für die Saison 2022/23 weit unten in der Tabelle im Vergleich zur Bundesliga-Konkurrenz. Nur zwei Vereine haben noch weniger Geld zur Verfügung: Nach RUHR24-Informationen plant der VfL Bochum mit einem Budget von 30 Millionen Euro, ebenso Mit-Aufsteiger Werder Bremen, wie der kicker aktuell berichtet.

Weltweite Schlagzeilen und provozierende Transfer-News beim S04 wie seinerzeit bei den Verpflichtungen von Raúl oder Klaas-Jan Huntelaar wird es in den kommenden Jahren nicht geben. Der neue „Schalker Weg“, wie ihn die Verantwortlichen des Klubs immer wieder bezeichnen, sieht vor allem eine stabile Finanzplanung vor.

Schalke 04: Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers sieht noch viel Arbeit für den S04

Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers mahnte daher bei der Mitgliederversammlung der Gelsenkirchener: „Trotz aller Erfolge bleiben die grundsätzlichen Herausforderungen. Wir haben ein negatives Eigenkapital, die hohen Verbindlichkeiten und die Unsicherheit, wie sich die Corona-Pandemie entwickeln wird. Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen.“

Trotz Platz 16 in der Etat-Tabelle soll mindestens Rang 15 in der Liga her: Die Ziele des FC Schalke 04 nach dem Bundesliga-Aufstieg sind für die kommenden zwei Jahre klar. Die Zeiten von großen Tönen beim S04 sind vorbei. Demut ist angesagt vor der großen Herausforderung „Klassenerhalt“. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, wie schnell bei falscher Planung der Fall vom Auftreten in der Champions League bis in die Zweitklassigkeit erfolgen kann.

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-Foto

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