Kritik aus der Fanszene

Ultras des FC Schalke 04 schießen heftig gegen den S04 und fordern Rücktritte

Fans des FC Schalke 04 mit Plakaten gegen eine Ausgliederung.
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Fans des FC Schalke 04, darunter auch die Marler Jungs, wollen seit Jahren eine Ausgliederung des S04 verhindern.

Der FC Schalke 04 hat viele Probleme. Ultras kritisieren den S04 nun in einer Mitteilung scharf. Ihre Forderungen belegen sie deutlich.

Gelsenkirchen – Für den FC Schalke 04 verläuft das Jahr 2020 überhaupt nicht nach Plan. Sportlich hinkt der S04 den eigenen Ansprüchen nach 20 Spielen ohne Sieg deutlich hinterher. Aber auch auf Führungsebene rumort es bei den Königsblauen aufgrund des Rücktritts von Clemens Tönnies (64) und den Plänen der Ausgliederung.

NameFC Schalke 04
TrainerManuel Baum
StadionVeltins-Arena
Kapazität62.271 Zuschauer
AufsichtsratsvorsitzenderJens Buchta
OrtGelsenkirchen

FC Schalke 04: Ultras kritisieren Clemens Tönnies seit vielen Jahren deutlich

In der Fanszene des FC Schalke 04 gibt es nicht erst seit dem Jahr 2020 Widerstände gegen die Vereinsführung. So machten einige Fans in den vergangenen Jahren immer wieder ihre Kritik deutlich, vor allem in Richtung des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies (alle News zum S04 auf RUHR24.de).

Im Juni schossen die Schalke-Ultras gegen die Vereinsführung und äußerten heftige Kritik. Wenige Tage später trat Clemens Tönnies von seinem Amt beim S04 zurück. Die Fanszene der Königsblauen feierte das vor der Geschäftsstelle am Berger Feld in Gelsenkirchen.

FC Schalke 04: Vorstand sitzt gemeinsam mit Clemens Tönnies in der Allianz-Arena

Doch nur zwei Monate später gab es ein anderes Bild: Clemens Tönnies saß in der Allianz-Arena beim Spiel des S04 in München. Viele Fans reagierten verärgert darauf und mutmaßten bereits, dass der Rücktritt nur vorgeschoben war und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende im Hintergrund noch die Fäden im Verein ziehen würde.

Die Vereinsführung des FC Schalke 04 rund um den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Jens Buchta (57), Sportvorstand Jochen Schneider (50) und Marketingvorstand Alexander Jobst (47) war sich zunächst keines Fehlers bei dem Besuch von Clemens Tönnies in München bewusst.

Der frühere Aufsichtsratsvorsitzende des S04, Clemens Tönnies, ist den Ultras ein Dorn im Auge.

Erst einige Zeit später gab Alexander Jobst beim FC Schalke 04 einen gravierenden Fehler zu. „Dieses Bild war natürlich verheerend. Wir wollten jedoch keine Diskussion vor den Kameras. So entstand eine Botschaft, die mit der Realität nichts zu tun hat“, sagte der 47-Jährige.

FC Schalke 04: Ultras hängen Plakate an der Veltins-Arena auf

Doch das reicht einigen Schalke-Fans nicht. Die ultra-nahe Fan-Gruppierung Marler Jungs hängte vor dem Heimspiel des S04 gegen Union Berlin kleine Plakate an der Veltins-Arena in Gelsenkirchen auf. Der Titel: „System Tönnies überwinden!“.

In ihrer Mitteilung finden die Marler Jungs harte und zum Teil auch sehr überspitzte Worte. „Unabhängig vom sportlichen Offenbarungseid der Jungs auf dem Platz, kam uns beim Anblick von Clemens Tönnies auf der Münchener Tribüne die Galle hoch“, heißt es zu Beginn des Schreibens. Der Tenor: Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende habe nach dem Rücktritt nichts bei der Delegation des S04 zu suchen.

So reihe sich dieses Bild laut den Marler Jungs „in die katastrophale Außendarstellung unseres FC Schalke 04 der letzten Jahre insbesondere der letzten Monate ein“. Der Vorwurf der Gruppierung: „Es wird deutlich, dass die Offziellen unseres Vereins trotz anders lautender Ankündigungen nichts aus ihrem Missmanagement und ihren Fehltritten gelernt haben.“

FC Schalke 04: Marler Jungs schießen hart gegen den Vorstand des S04

Für die Marler Jungs sei es mehr als fraglich, ob sich Clemens Tönnies wirklich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen habe. So berichtete auch bereits RUHR24, dass es keine Rückkehr von Clemens Tönnies zum S04 geben soll, er aber weiterhin noch brisante Vorschläge gemacht habe.

Die Ultra-Gruppierung wird in ihrer Mitteilung sehr deutlich: „Vielmehr zeigt es uns, dass das System Tönnies weiterhin wie ein Geschwür im Verein agiert. Einen personellen Neuanfang nach Tönnies hat es nie gegeben. Dieselben Personen sitzen nun auf etwas anderen Positionen und halten das System am Leben und treiben die Ausgliederung voran.“

Diese Fans des FC Schalke 04 protestierten im Juni 2020 gegen den Aufsichtsrat des S04.

Vor allem der Punkt der Ausgliederung, zu dem sich S04-Vorstand Alexander Jobst klar positioniert hat, ist nicht nur den Marler Jungs, sondern auch anderen Fan-Gruppen wie den Ultras Gelsenkirchen ein Dorn im Auge. Sie setzen sich für den Erhalt des FC Schalke 04 als eingetragener Verein ein.

FC Schalke 04: Ultras befürchten einen Wiedereinstieg von Clemens Tönnies beim S04

Eine Befürchtung der Marler Jungs: Die Rückkehr von Clemens Tönnies als Investor. „Clemens reibt sich schon die Hände, wenn er erneut mit seinem Schweinegeld bei uns einsteigen kann“, heißt es in der Mitteilung. Daher fordert die Gruppierung eine „komplette Neubesetzung aller Führungspositionen mit unabhängigen Akteuren“ beim S04.

Die Fans können aktuell ihre Meinungsäußerungen nur außerhalb des Stadions verbreiten, finden die meisten Spiele doch nur mit wenigen oder sogar ohne Zuschauer statt – so wie das Derby des FC Schalke 04 beim BVB (im Live-Ticker auf RUHR24.de).

FC Schalke 04: Ultras müssen auf eine Mitgliederversammlung warten

Die Ultras Gelsenkirchen machten dem Team des S04 vor der Veltins-Arena eine Ansage und erhoffen sich gegen Borussia Dortmund eine bessere sportliche Leistung, als in den vergangenen Spielen. Auf der Führungsebene der Königsblauen wird es aber wohl vorerst keine Veränderungen geben.

Eine Mitgliederversammlung, auf der solche Themen besprochen werden und auf der auch die Aufsichtsratsmitglieder gewählt werden, fällt in diesem Jahr aufgrund des Coronavirus aus. Der FC Schalke 04 plant, diese im kommenden Jahr nachzuholen. Die Proteste der Gruppierungen werden bis dahin wohl noch weiter andauern.