Schalke 04 mit emotionalem Brief

„Akzeptieren wir nicht“: S04-Vorstand schießt gegen Ultras – Fans reagieren sofort

Laut Alexander Jobst ist der FC Schalke 04 finanziell für die Saison 2020/21 abgesichert.
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Der Vorstand des FC Schalke 04 um Alexander Jobst hat einen emotionalen Brief an die Fans und Mitglieder des Klubs veröffentlicht. Hintergrund der Aktion sind unter anderem UGE-Banner, auf denen ein Rücktritt von Jobst gefordert wurde.

Die Ultras Gelsenkirchen haben mit zahlreichen Bannern auf dem Vereinsgelände des S04 den Rücktritt von Alexander Jobst gefordert. Nun gibt es eine Antwort vom FC Schalke 04.

Gelsenkirchen – Die Nerven beim FC Schalke 04 liegen blank. Zuletzt hatten sich die Ultras Gelsenkirchen (UGE) erneut mit vielen Bannern auf dem Vereinsgelände sehr kritisch zur Vereinsführung geäußert. Darauf reagierte der Vorstand jetzt mit einem offenen Brief deutlich.

VereinFC Schalke 04
TrainerManuel Baum
StadionVeltins-Arena
Kapazität62.271 Zuschauer

FC Schalke 04: Der Vorstand des S04 sieht eine „Grenze überschritten“

Der FC Schalke 04 geht auf seiner Homepage in der Nachricht vom Donnerstagmittag (10. Dezember) mit den Ultras hart ins Gericht: „Eines aber können wir nicht akzeptieren: Keine Einzelperson und keine Gruppierung stehen über dem Wohl des Vereins.“ Zudem heißt es weiter in der Mitteilung: „Es ist eine Grenze überschritten, wenn Einzelne namentlich zum Buhmann ausgerufen oder zum Alleinschuldigen erklärt werden sollen.“

Dabei führt der S04 auch ein früheres Zitat des Jahrhundert-Trainers Huub Stevens (67) an: „Es geht nicht um den Einzelnen, es geht immer um den Verein.“ Laut dem Vorstand des FC Schalke 04 lebe der Klub immer für eine „lebhafte Diskussionskultur und einen intensiven Austausch zwischen Fans, Mitgliedern und handelnden Personen“.

FC Schalke 04: Der S04 lädt zu einem virtuellen Austausch mit den Fans ein

Das solle auch so bleiben. Grundlage dafür bilde aber immer ein „faires Miteinander und der Wille zum sachlichen Dialog“. Laut dem Vorstand des S04 werde allerdings aufgrund der Vorkommnisse „spätestens auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung alles schonungslos auf den Tisch gebracht werden“.

Wann diese jedoch stattfinden kann, steht aufgrund der Corona-Pandemie in den Sternen. Es scheint so, dass der S04 diese erst nach dem Ende der aktuellen Saison abhalten wird – entgegen der Satzung. „Erst der Klassenerhalt, dann die ordentliche Mitgliederversammlung inklusive Aussprache und Wahlen zu den Gremien – dieser Zeitplan steht“, so der Schalke-Vorstand in dem emotionalen Brief weiter, über den auch WA.de berichtet.

Hintergrund des emotionalen Briefes waren zahlreiche Banner der Ultras Gelsenkirchen, die vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen auf dem Vereinsgelände des S04 hingen. Darauf hieß es unter anderem: „9 Jahre Teil des Vorstands bedeutet Teil des Problems statt der Lösung. Wann ziehst du endlich persönliche Konsequenzen?“ Die Frage richtete sich dabei explizit an Marketingchef Alexander Jobst (47).

Dennoch wolle der Schalke-Vorstand den Austausch mit den Fans verstärken und virtuelle Möglichkeiten dafür bieten. Zunächst sehe der Klub jedoch nur eine Marschroute vor: „Das Einzige, was bis Ende Mai zählt, ist der Klassenerhalt.“

FC Schalke 04: Vorstand gibt den Klassenerhalt als einziges Saisonziel für den S04 aus

In dem emotionalen Brief möchten die Verantwortlichen dann auch die Anhänger des FC Schalke 04 mit ins Boot holen. Mit Blick auf das Ziel Klassenerhalt heißt es: „Dafür brauchen wir eure Unterstützung und den starken Zusammenhalt im Verein, der die Knappen immer ausgezeichnet hat. Nur gemeinsam schaffen wir es, in der 1. Bundesliga zu bleiben – dorthin gehört unser Verein.“

Jochen Schneider (l.) und Alexander Jobst gehören zum Vorstand des FC Schalke 04.

Aktuell rangieren die Königsblauen mit drei Punkten nach zehn Spielen auf dem letzten Tabellenrang. Wie WAZ erfuhr, sollen am Donnerstag (10. Oktober) einer Sitzung des Aufsichtsrats inklusive dem Sportvorstand Jochen Schneider (50) die Weichen für ein erfolgreicheres Jahr 2021 gestellt werden.

Dabei gehe es auch darum, dass Jochen Schneider, der weiterhin das Vertrauen des Aufsichtsrats besitze, erkläre, wie er vor allem die kommenden Transferphase beim S04 plane. Trainer Manuel Baum (41) hat bereits gesagt, wie er über Transfers beim FC Schalke 04 denkt.

FC Schalke 04: Dem S04-Vorstand droht eine sehr turbulente Mitgliederversammlung

Die Königsblauen richten sich nun komplett auf einen Kampf gegen den Abstieg aus. Am Ende des emotionalen Briefes geben sie jedoch den Ultras Gelsenkirchen noch einmal einen Wink mit: „‘Wir alle zusammen für den FC Schalke 04‘ muss die Marschroute für die nächsten so entscheidenden Monate sein. Dazu brauchen wir euch. Es geht nur gemeinsam.“

Es erscheint wahrscheinlich, dass es im kommenden Jahr eine der turbulentesten Mitgliederversammlungen des FC Schalke 04 seit vielen Jahren geben könnte. Nicht aufgrund der sportlichen Situation. Die neue S04-Vorständin Christina Rühl-Hamers (44) traf bereits überraschende Aussagen über eine Ausgliederung des Klubs. Einen Vorgang, den die Ultras Gelsenkirchen unbedingt verhindern wollen.

FC Schalke 04: Fans äußern sich via Twitter zum emotionalen Brief des S04-Vorstands

Eine erste Vorahnung, wie heftig es bei einer Mitgliederversammlung zugehen könnte, bietet bereits ein Statement der Fan-Seite „Schalke nur als e.V.“, das knapp zwei Stunden nach dem emotionalen Brief des FC Schalke 04 auf Twitter veröffentlicht wurde. Darin heißt es: „Auch heute würden wir unsere Mannschaft liebend gerne zum Klassenerhalt schreien. Was aber seit geraumer Zeit auf Vorstands- und Aufsichtsratsebene passiert, ist unabhängig von der sportlichen Talfahrt zu betrachten.“

So heißt es weiter in der Mitteilung: „Wenn Einzelpersonen nicht über dem Verein stehen, dann sollte das auch für die in Verantwortung stehenden Personen gelten. Kritik ist keine Absage an Dialog und wird von Fans formuliert, die einzig und allein aus Liebe zum FC Schalke 04 ihre Stimme erheben.“

Die Kommunikation seitens des Vereins in der Öffentlichkeit ist „Schalke nur als e.V.“ ein Dorn im Auge: „Wer im Sommer jedoch Transparanz und Kommunikation ausruft und dann den Worten keine Taten folgen lässt, der muss nicht nur mit schwindender Glaubwürdigkeit, sondern dem entsprechenden Fan-Echo rechnen.“

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