Kommentar

Schalke 04 lebt im Konjunktiv: Der irreführende Glaube von S04-Trainer Kramer

Trainer Frank Kramer hofft auf eine Steigerung des FC Schalke 04. Doch eine Besserung würde einem Wunder gleichen. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen – Wenn dieses Wörtchen „wenn“ nicht wäre – wo stünde der FC Schalke 04 dann in der Bundesliga-Tabelle? Wenn man den Aussagen von S04-Trainer Frank Kramer Glauben schenken darf, dann fehlt den „Knappen“ nicht viel, um künftig wieder erfolgreich zu agieren. RUHR24-Redakteur Marcel Witte sieht das aber ganz anders.

NameFrank Kramer
Geboren3. Mai 1972 (Alter 50 Jahre), Memmingen
Größe1,80 Meter
Aktueller VereinFC Schalke 04

Schalke 04 lebt im Konjunktiv: Der irreführende Glaube von S04-Trainer Kramer

Die 0:3-Niederlage des S04 gegen die TSG Hoffenheim zeigte, dass die „Knappen“ im Gegensatz zur Vorwoche in Leverkusen durchaus für offensive Gefahr sorgen können. Aber: Zwölf Schüsse, kein Tor – die Chancenverwertung war nicht gut. „Ein Ball muss auch mal reingehen“, erkannte Sportdirektor Rouven Schröder am DAZN-Mikro zurecht an.

Schalke-Trainer Frank Kramer, der vorerst im Amt bleibt, bilanzierte: „Wenn wir alles an den Start bringen, sind wir konkurrenzfähig.“ Bleibt dieses Wörtchen „wenn“. Denn wann hat der S04 das bislang in der Bundesliga-Saison 2022/23 getan? Der Glaube daran ist irreführend.

Schalke 04 spielt intensiv – punktet aber in der Bundesliga nicht

Zugegeben: In Köln hatte der S04 zum Auftakt Pech, die Rote Karte gegen Dominick Drexler nach 35 Minuten spielte dem 1. FC in die Karten. Schalke 04 verlor zu zehnt verdient mit 1:3. Gegen Stuttgart wäre mehr möglich gewesen als ein 1:1-Remis. Hier wären wir aber schon beim von Trainer Frank Kramer zitiertem Konjunktiv.

„Intensiv“, „wuchtig“, „konzentriert“ – diese Adjektive nutzt der Coach gerne. Des Öfteren betonte er bereits in dieser Saison eine „intensive“ Partie seiner Spieler gesehen zu haben. In Punkten spiegelte sich das aber nicht wider. Darin liegt das Problem des FC Schalke 04.

Trainer Frank Kramer hofft auf eine Steigerung des FC Schalke 04.

Schalke 04 muss „alles an den Start bringen“: Der Glaube an eine Besserung gleicht einem Wunder

Gegen Hoffenheim habe man gesehen, dass der S04 konkurrenzfähig sei, „wenn wir alles an den Start bringen“. Doch woran macht der Trainer das fest? An den zwölf Torschüssen, von denen nur zwei auf das Tor gingen (zwei Pfosten-Treffer)?

Schalke 04 muss das Tor letztlich auch treffen, um die Konkurrenzfähigkeit unter Beweis zu stellen. Zumal die Hintermannschaft gegen die TSG erneut ihre Bundesliga-Tauglichkeit vermissen ließ. Um „alles an den Start“ zu bringen, muss sich der S04 in allen Bereichen deutlich steigern.

Dass sich die zweitschlechteste Abwehr der Liga stabilisiert, ist unwahrscheinlich. Viele Tore können vom S04 aber auch nicht erwartet werden, angesichts der bisherigen Leistungen. Der Glaube von Frank Kramer an eine Besserung gleicht aktuell einem Wunder.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Elmar Kremser/Sven Simon/Imago