Kommentar

Schalke 04 in der Krise: Schiedsrichter-Ärger kommt zum richtigen Zeitpunkt

Der FC Schalke 04 steckt tief in der Krise. Jetzt gibt es auch noch Schiedsrichter-Ärger. Doch der hilft sogar, meint RUHR24-Redakteur Raphael Wiesweg.

Gelsenkirchen – Das 2:2 zwischen Mainz 05 und Schalke 04 inklusive mehrerer Elfmeter-Diskussionen und Ärger mit dem Schiedsrichter zählte zu den Spielen mit dem höchsten Unterhaltungswert am 7. Bundesliga-Spieltag. Die Partie machte den Fans des S04 noch dazu Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt, denn sie zeigte eindeutig: In der Mannschaft um Trainer Manuel Baum (41) steckt noch jede Menge Leben.

Krise beim FC Schalke 04 kein Zufall oder Pech: S04 zum dritten Mal in Folge im Abstiegskampf

Es sind noch satte 27 Spieltage zu absolvieren, die der FC Schalke 04 Zeit hat, um aus der sportlichen Misere herauszukriechen. Oder anders ausgedrückt: Es werden noch 81 Punkte vergeben.

Das bedeutet nicht, dass der S04 anfangen sollte zu träumen oder die Fans es mit ihrer Hoffnung übertreiben sollten, dass noch alles möglich ist. Denn zur Wahrheit gehört unter anderem, dass die Königsblauen zum dritten Mal in Folge im Abstiegskampf stecken. Einfach nur Pech ist das schon längst nicht mehr.

FC Schalke 04: Sportvorstand Jochen Schneider nach Mainz-Spiel wütend auf den Schiedsrichter

Ebenso wenig sollte die Schuld bei anderen gesucht werden. Doch nach dem 7. Bundesliga-Spieltag versuchte der S04 genau das.

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider war nach dem Spiel in Mainz sauer auf den Schiedsrichter.

Sportvorstand Jochen Schneider (50) war nach dem Schalke-Spiel in Mainz stocksauer und schoss gewaltig gegen die Schiedsrichter. Zu Teilen hatte der 50-Jährige recht.

FC Schalke 04: Mindestens eine Elfmeter-Entscheidung in Mainz war vom Schiedsrichter falsch

Den zweiten Elfmeter für Mainz 05 hätte es nicht geben dürfen, da Ozan Kabak zuerst gefoult wurde. Zum anderen hatte das sehr lange Textilvergehen an Goncalo Paciencia (26) kurz vor Spielschluss in Anbetracht aller Schiedsrichter-Entscheidungen an diesem Tag mindestens ein Geschmäckle.

Dass die Sturm-Kante des FC Schalke 04 allerdings dabei so theatralisch hinfiel, war fast schon peinlich. Immerhin ordnete Jochen Schneider das Unentschieden nach Spielschluss richtig ein.

FC Schalke 04: Frederik Rönnow rettet den S04 in Mainz zweimal vor dem 1:3-Rückstand

Man wisse, warum man Probleme habe. Außerdem sei die Leistung in Ordnung gewesen. Stimmt. Mehr aber auch nicht. Denn nicht vergessen werden darf, dass Torwart Frederik Rönnow (28) gleich zweimal mit starken Paraden das 1:3 aus Sicht der „Knappen“ verhinderte.

Trotzdem wirkte der Auftritt des FC Schalke 04 in Mainz besser als die Spiele in den Wochen zuvor. Jochen Schneider lag richtig damit, dass die Mannschaft um Manuel Baum Chancen aus dem Spiel heraus kreierte und auch bei Standardsituationen Gefahr entwickelte.

FC Schalke 04: Erstmals seit Januar zwei Tore in einem Spiel und Comeback nach zweimaligem Rückstand

Darüber hinaus erzielte der S04 erstmals seit Januar wieder zwei Tore in einem Spiel und kam trotz zweimaligen Rückstands zweimal zurück. Das wäre vor wenigen Wochen noch undenkbar gewesen, gingen die Köpfe und das Selbstvertrauen nach Gegentoren schnurstracks nach unten.

Manuel Baum ist seit Ende September neuer Trainer beim FC Schalke 04.

Das Training des neuen Übungsleiters scheint zu fruchten. Vorsichtig ausgedrückt spricht der Trend sogar für den FC Schalke 04 (alle News zu Manuel Baum auf RUHR24.de).

Form vom FC Schalke 04 zeigt nach oben: S04 seit drei Pflichtspielen ungeschlagen

Denn die Königsblauen sind seit drei Pflichtspielen ungeschlagen. Zugegeben: Das 1:1 gegen Union Berlin und das jüngste 2:2 bei Mainz 05 in der Bundesliga waren zu wenig.

Ebenso wie Großteile des Auftritts in der ersten Runde des DFB-Pokals. Doch der 4:1-Erfolg gegen den FC Schweinfurt plus die vergangenen Eindrücke dürfen dem FC Schalke 04 Mut machen, zurück in die Spur zu finden. Darüber hinaus hilft noch ein ganz anderer Aspekt.

FC Schalke 04: Schiedsrichter-Wut sollte S04 in positive Energie umwandeln

Die Schiedsrichter-Wut nach dem Spiel in Mainz könnte fantastisch in positive Energie umgewandelt werden. Der Spielverlauf inklusive aller Entscheidungen kann sogar dafür sorgen, dass Fans und Mannschaft zumindest etwas enger zusammenrücken.

Getreu dem Motto: Der FC Schalke 04 gegen den Rest der Welt. Einen derartigen Schulterschluss hätte der S04 dringend nötig.. Nicht nur, weil bekanntlich keine Zuschauer da sind, die das Team anfeuern können.

FC Schalke 04 nicht wegen einer Schiedsrichter-Leistung in der Krise

Denn nach wie vor können die Königsblauen jeden Strohalm gebrauchen, an denen sie sich klammern können. Und das nicht wegen eines Schiedsrichters.

Dass der Unparteiische einfach auch mal einen schlechten Tag haben kann, bringt dieser Sport mit sich. Nicht auszumalen, was los wäre, wenn ein Schiedsrichter 23 Spiele lang nichts bis wenig auf die Reihe kriegen würde.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP

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