Nach S04-Spiel in Mainz

Üble Bedrohungen auf Instagram: Schalke-Fans zwingen Schiedsrichter zu krassem Schritt

Nach dem 2:2-Remis des FC Schalke 04 in Mainz im November gab es viel Trubel um Schiedsrichter Patrick Ittrich. Der Referee wurde anschließend heftig bedroht.

Gelsenkirchen – Drei Unentschieden erzielte der FC Schalke 04 bislang in zehn Spielen in der Bundesliga-Saison 2020/21. Beim 2:2-Remis des S04 in Mainz kamen die Königsblauen trotz eines doppelten Rückstands wieder zurück in die Partie. Dennoch gab es nach der Begegnung viel Frust aufseiten der Blau-Weißen.

NamePatrick Ittrich
Geboren3. Januar 1979 (Alter 41 Jahre), Hamburg
Größe1,80 Meter
BerufePolizeibeamter und Fußball-Schiedsrichter

FC Schalke 04: Schiedsrichter Patrick Ittrich verärgert S04 mit Elfmeter-Entscheidungen

Auslöser des Ärgers waren zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Patrick Ittrich (41). Zunächst entschied der Referee in der ersten Halbzeit zweimal auf Elfmeter für Mainz.

Der zweite Strafstoß war sehr umstritten, da Ozan Kabak (20) vor seinem Foul an Jean-Philippe Mateta (23) selbst gefoult wurde. Zudem verweigerte der Schiri dem S04 in der zweiten Hälfte einen möglichen Elfmeter und zudem ein Tor aufgrund eines Handspiels.

Jochen Schneider war nach dem Spiel wütend und wetterte gegen den Schiedsrichter. Auch in den sozialen Medien schlossen sich viele Fans der Kritik an.

Patrick Ittrich nahm sich dessen an, wie die Sport Bild in ihrer aktuellen Ausgabe (9. Dezember) berichtet: „Natürlich erwische auch ich wie mancher Spieler mal einen schlechteren Tag, mache einen Fehler.“

FC Schalke 04: Patrick Ittrich erhält 300 bis 400 Hass-Nachrichten von S04-Fans

Der FC Schalke 04 stellte sogar zwei neue Negativ-Rekorde in der Bundesliga auf. Doch dem Referee blieb das Spiel des S04 in Mainz vor allem aufgrund der zahlreichen Fan-Reaktionen im Nachgang an die Partie im Kopf.

Denn Patrick Ittrich soll via Instagram, wo er knapp 10.600 Follower hat, nach eigener Aussage etwa 300 bis 400 Hass-Nachrichten erhalten haben. „Ich gehöre zu den wenigen Schiedsrichtern im Profifußball, die die Öffentlichkeit über die sozialen Medien an ihrem Leben teilhaben lassen“, erklärt der 41-Jährige aus Hamburg.

Schiedsrichter Patrick Ittrich erhielt von Fans des FC Schalke 04 viele Beschimpfungen und Bedrohungen bei Instagram. Es geht um das Spiel des S04 in Mainz.

Doch was Patrick Ittrich bei Instagram zu lesen bekam, verschlug ihm die Sprache. Zahlreiche Beleidigungen und Bedrohungen von Schalke-Fans prasselten auf den Unparteiischen ein. „Solche Beleidigungen und Bedrohungen sind völlig inakzeptabel, dabei spreche ich für alle Schiedsrichter in jede Sportart, bis hinunter in den Amateurbereich“, so der Referee.

FC Schalke 04: Patrick Ittrich machte die Hass-Nachrichten der S04-Fans öffentlich

Allerdings verschwieg der 41-Jährige die Fan-Bedrohungen nicht. Im Gegenteil: Er veröffentlichte einige Hass-Nachrichten sogar, doch als die Anfeindungen immer schlimmer wurden, deaktivierte Patrick Ittrich seinen Instagram-Account schließlich für zwei Wochen. So belegte auch bereits eine Studie, dass die Schalke-Fans ihren schlechten Ruf im Internet bestätigen.

Mittlerweile ist Patrick Ittrich bei Instagram wieder aktiv und teilt unter anderem Bilder von den Spielen, bei denen er als Schiedsrichter aktiv war. So wie etwa das 1:1 des S04 gegen Union Berlin in der heimischen Veltins-Arena.

Die vielen Beleidigungen und Bedrohungen der Schalke-Fans nimmt sich der Referee nicht zu Herzen. „Ich lasse das nicht an mich ran, habe eine psychologische Barriere aufgebaut, indem ich mir sage: Das geht gegen mich in meiner Funktion als Schiedsrichter, nicht als Mensch.“ Zumal es beispielsweise bei der Partie des S04 gegen Union Berlin keine Probleme gab.

Patrick Ittrich: Der Schiedsrichter arbeitet eigentlich als Polizeibeamter

Deshalb möchte Patrick Ittrich auch hervorheben, dass selbst nach dem Spiel des FC Schalke 04 in Mainz nicht alle Nachrichten schlecht waren, die er zugesendet bekam. „Außerdem habe ich auch Zuspruch in über 100 Mails bekommen, dass ich mich nicht unterkriegen lassen soll“, so der 41-Jährige.

Zumal sich Patrick Ittrich nicht zum ersten Mal in seinem Leben Anfeindungen gegenüber seiner Person ausgesetzt sah. Der 41-Jährige arbeitet eigentlich als Polizeibeamter in seiner Heimatstadt Hamburg.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

Mehr zum Thema