Kreative Lösungen sind gefragt

Nach der Tönnies-Absage: Schalke-Aufsichtsrat stellt Forderungen an Jochen Schneider

Jochen Schneider FC Schalke 04 S04
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Nach Tönnies-Absage: Was der Schalke-Aufsichtsrat jetzt von Jochen Schneider fordert.

Der FC Schalke 04 muss sich nach der Absage von Clemens Tönnies nach anderen Einnahmen für nötige Transfers umsehen. Nun ist Sportvorstand Jochen Schneider gefordert.

Gelsenkirchen – Beim FC Schalke 04 geht aktuell alles drunter und drüber: Aufsichtsratschef Jens Buchta (57) verrät, warum Clemens Tönnies (64) sein S04-Angebot zurückzog. Damit bleibt den Königsblauen weiterhin kaum finanzieller Spielraum, um auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Dennoch stellt der Chef der „Knappen“ eine Forderung an Sportvorstand Jochen Schneider (50).

NameJochen Schneider
Geboren13. September 1970 (Alter 50 Jahre), Mutlangen
Position beim FC Schalke 04Sportvorstand

FC Schalke 04: Clemens Tönnies pocht auf Einstimmigkeit des S04-Aufsichtsrats

Wie der FC Schalke 04 am Donnerstagabend bestätigte, hat der Aufsichtsrat des S04 über eine Verlängerung des Sponsoring-Vertrags der Firma Böklunder, in Besitz von Clemens Tönnies, entschieden. Die Wahl fiel zwar mit 9:2-Stimmen positiv aus, da der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende aber auf eine Einstimmigkeit pochte, zog er sein Angebot zurück.

Dass der S04 überhaupt zu dieser Angelegenheit Stellung nahm, ist auch aufgrund der Satzung des Vereins eher ungewöhnlich. Zwar sprach der Schalke-Vorstand selbst von einer „Transparenz“, die es im Klub geben müsse, doch dass Jens Buchta als Aufsichtsratschef Inhalte preisgibt, ist im Grunde nicht satzungskonform: „Sitzungen des Aufsichtsrats finden entsprechend den Erfordernissen des Vereins statt. Sie sind streng vertraulich.“

FC Schalke 04: Die Verlängerung mit Böklunder hätte dem S04 rund 12 Millionen Euro eingebracht

Um welche Summe es bei den Verhandlungen ging, ließ Jens Buchta aber geheim. Doch wie die Funke Mediengruppe berichtet, hätte die Verlängerung dem S04 rund 12 Millionen Euro eingebracht. Viel Geld für die finanziell angeschlagenen Königsblauen, um auf dem Transfermarkt tätig zu werden.

Zum Vergleich: Wenn man Ozan Kabak (20), der 15 Millionen Euro kostet, herausrechnet, gab der S04 in der Saison 2019/20 knapp 11 Millionen Euro für sieben Spieler aus: Benito Raman (26), Bernard Tekpetey (23), der wiederum direkt wieder verliehen wurde, Markus Schubert (22), Jonjoe Kenny (23), Juan Miranda (20) kamen im Sommer 2019 sowie Jean-Clair Todibo (21) und Michael Gregoritsch (26) im Januar 2020.

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider muss kreative Lösungen finden, um den S04 mit Transfers zu verstärken.

Mit Sead Kolasinac (27), der direkt zu seiner Vorstellung eine Ansage an seine Schalke-Mitspieler richtete, kam bislang erst ein Neuzugang im Januar 2021. Angesichts des drohenden Bundesliga-Abstiegs möchte der S04 jedoch noch auf dem Transfermarkt nachlegen.

FC Schalke 04: Deutliche Forderung von Aufsichtsratschef Jens Buchta an Jochen Schneider

So forderte auch Schalke-Trainer Christian Gross (66) weitere Transfers. Doch Sportvorstand Jochen Schneider (50) sind mitunter die Hände gebunden. Die finanziellen Bedingungen beim S04 geben keine großen Sprünge her.

Dennoch macht auch Aufsichtsratschef Jens Buchta klar, was er von Jochen Schneider fordert: „Der Vorstand ist weiter gefordert, geplante Maßnahmen sehr kurzfristig umzusetzen.“ Womöglich spricht der 57-Jährige damit hohe Einnahmen durch Verkäufe an, um sich auf dem Transfermarkt doch noch verstärken zu können.

Sieben Klubs wollen Ahmed Kutucu (20) vom FC Schalke 04. Ebenso wie bei Rabbi Matondo (20), der zu Stoke City ausgeliehen wurde, würde damit etwas Geld frei werden, da der S04 das Gehalt einsparen würde. Als größter Verkaufskandidat gilt bereits seit Wochen Innenverteidiger Ozan Kabak, für den die Königsblauen etwa 15 bis 20 Millionen Euro einnehmen könnten.

FC Schalke 04: Der S04 könnte mit Verkäufen über 30 Millionen Euro einnehmen

Zudem schwebt ein vorzeitiger Verkauf des ausgeliehenen Weston McKennie (22) durch Juventus Turin im Raum. Bei den Italienern kam der US-Amerikaner bislang 17-mal in Pflichtspielen zum Einsatz und erzielte drei Tore sowie zwei Vorlagen. Der Rekordmeister verfügt über eine Kaufoption von 18,5 Millionen Euro.

Sollte es S04-Sportvorstand Jochen Schneider schaffen, Ozan Kabak und Weston McKennie zu verkaufen, stünden dem FC Schalke 04 auf einen Schlag über 30 Millionen Euro zur Verfügung. Mit klugen Transfers könnten die Königsblauen den Abstieg verhindern und womöglich den Anfang starten, ein Team zu formen, das in Zukunft wieder um höhere Bundesliga-Plätze mitspielt.

FC Schalke 04: Die Leihen von Jochen Schneider passten zuletzt nicht immer beim S04

Gelingen Jochen Schneider die Verkäufe jedoch nicht, kann der S04 nur kleine Brötchen backen. Unter den Verpflichtungen aus der Saison 2019/20 waren vier Leihen: Jonjoe Kenny, Juan Miranda, Jean-Clair Todibo und Michael Gregoritsch. Nur Ersterer fand auf Schalke überhaupt so richtig Fuß. Die Transfers des Sportvorstands sollten sitzen, um die Königsblauen vor dem Abstieg zu bewahren.