Schlimmer Raubüberfall in Portugal

Pistole am Kopf: Schalke-Stürmer Goncalo Paciencia offenbart dramatisches Erlebnis

Gonçalo Paciencia ist Stürmer Schalke 04. Seine Ruhe auf dem Platz ist nicht selbstverständlich: Denn in seiner Jugend durchlebte er Todesangst.

Gelsenkirchen/Porto – „Die Nacht war das Schlimmste, was mir je bislang passiert ist“ – so beschreibt Goncalo Paciencia (26), Stürmer des FC Schalke 04, den Abend, an dem er mit einer Pistole an dem Kopf aufgewacht ist. Bis heute ein prägendes Erlebnis für den Portugiesen.

SpielerGoncalo Paciencia
VereinFC Schalke 04
Geboren1. August 1994 (26 Jahre)
NationalitätPortugal
Größe1,84 m
ElternDomingo Paciencia, Isabel Paciencia

Goncalo Paciencia: Schalke-Stürmer mit dramatischen Jugend-Erlebnis

Sein Name ist Programm: „Paciencia“, der Geduldige, er hat so viel erlebt, dass er selbst auf dem Rasen nicht zur Hektik neigt. Seit September trägt der Stürmer das blau-weiße Trikot (alle News zum S04 bei RUHR24.de).

Sein Auftreten: locker, lässig, charmant. Sofort hat der Portugiese beim S04 einen sympathischen Eindruck hinterlassen. Goncalo Paciencia hat sich bewusst für den Wechsel zum FC Schalke 04 entschieden, seine Gründe sind vielfältig.

Pistole am Kopf: Schalke-Stürmer Goncalo Paciencia mit prägender Erfahrung

Aber dieses Auftreten ist nicht selbstverständlich. Als er 15 Jahre alt war, hatte Goncalo Paciencia ein traumatisches Erlebnis: Eines Abends sind fremde Männer bei seiner Familie eingebrochen. Er ist mit einer Pistole an der Schläfe aufgewacht, auch seine Mutter wurde bedroht, berichtet der Portugiese im Interview mit dem Schalker Kreisel.

Mittlerweile könne der Schalke-Stürmer Goncalo Paciencia darüber sprechen: „Eine gefühlte Ewigkeit mit fremden Männern in deinem Haus, von denen du nicht weißt, ob sie dich töten oder bloß ausrauben wollen.“

Goncalo Paciencia mit Todesangst: Schalke-Stürmer erlebt Raubüberfall in der Jugend

Damals wurde ihm alles von Wert gestohlen: „Fernseher, Computer, Uhren, Geld“, zählt der Stürmer auf. Doch nach dem Horror-Erlebnis hat Goncalo Paciencia einen neuen Wert kennengelernt: „Seitdem jagt mir nichts mehr so schnell Angst ein.“

Fußball ist seine Welt, sein Beruf, doch wie nebensächlich er sein kann, hat der Schalke-Stürmer damals erlebt: „Seitdem gehe ich völlig anders mit Druck um. Es stresst mich nicht, im Fußball vor einem Millionenpublikum zu spielen. Weil ich gespürt habe wie es ist, um mein Leben und das meiner Familie zu bangen“, sagt Goncalo Paciencia.

Goncalo Paciencia: Schalke-Stürmer mit Blick für das Wesentliche

Wer stundenlang mit seiner Familie in Todesangst leben musste, dem kann die Abstiegsangst nicht nervös machen. Vielleicht ist es ja diese innere Ruhe, die dem S04 in diesen schweren Monaten weiterhilft. Gegen Union Berlin war es Goncalo Paciencia, der für den Treffer zum bisher einzigen Punkt für den FC Schalke 04 sorgte – kurze Zeit nach seiner Einwechslung.

Sein Debüt für den FC Schalke 04 misslang für Goncalo Paciencia (l.) gegen den FC Bayern München völlig.

Mit Moral zum Remis gegen Union, war das Auftaktspiel des Stürmers bei S04 kein Glanzauftritt: Bei der Einzelkritik nach der 0:8-Pleite von Schalke 04 gegen den FC Bayern erhielt Goncalo Paciencia die Note 4,5. „Ja, das war nicht das beste Debüt meiner Karriere“, sagte er nach dem Spiel.

Ausgleich im Alltag: Schalke-Stürmer Goncalo Paciencia liebt die Poesie

Abseits des Platzes hat er sich den schönen Dingen im Leben gewidmet: der Literatur und der Poesie. Sein Lieblingsautor ist der Portugiese Fernando Pessoa. Goncalo Paciencia genießt das Philosophieren mit anderen und das Nachdenken über die Bedeutung und Sinnhaftigkeit in Texten, über die Wahrnehmung des Seins, der Politik und der Esoterik.

Vielleicht fühlt sich der Schalker Stürmer Goncalo Paciencia bei der Lektüre seines Lieblingsautors auch immer wieder an die aktuelle Lage auf Schalke erinnert. Pessoas bekanntestes Werk heißt: Buch der Unruhe.

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