Fünf Vorwürfe der Schalke-Spieler

Heftiger Zoff um Gehaltsverzicht beim S04: Profis werfen Schalke Geldverschwendung vor

Bastian Oczipka Mark Uth FC Schalke 04 S04
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Beim FC Schalke 04 soll es zwischen den Spielern einen heftigen Zoff gegeben haben, Schuld war der Gehaltsverzicht.

Der Gehaltsverzicht beim FC Schalke 04 ist beschlossen. Doch beim S04 soll es großen Ärger gegeben haben – inklusive fünf Vorwürfen einiger Profis.

Gelsenkirchen – Der FC Schalke 04 kommt einfach nicht zur Ruhe. Erst in der vergangenen Woche handelte Jochen Schneider einen wichtigen Deal für die S04-Finanzen aus: den Gehaltsverzicht der Profis. Die Königsblauen haben während der Corona-Krise mit enormen Einbußen zu kämpfen. Doch einfach fiel den Spielern die Entscheidung, auf Geld zu verzichten, offenbar nicht.

VereinFC Schalke 04
TrainerManuel Baum
StadionVeltins-Arena
Kapatität62.271 Zuschauer
OrtGelsenkirchen

Gehaltsverzicht beim S04: Im Frühjahr verzichteten die Spieler bereits auf Geld

Im Frühjahr einigte sich der FC Schalke 04 mit seinen Profis auf einen Gehaltsverzicht bis zum Ende der Saison 2019/20. Zu Beginn der Spielzeit 2020/21 wurden die Spieler demnach wieder normal bezahlt. Bei den Königsblauen blieb die Hoffnung, in der Bundesliga wieder vor Zuschauern spielen zu können und wieder Einnahmen verbuchen zu können (alle News zum S04 auf RUHR24.de).

Das Problem dabei: Der S04 spielte in der Veltins-Arena nur einmal vor Zuschauern: vor 300 geladenen Fans gegen Union Berlin. Aufgrund des Coronavirus und der hohen 7-Tages-Inzidenz in Gelsenkirchen mussten alle anderen Heimspiele ohne Publikum stattfinden – und seit Anfang November spielt die Bundesliga generell ohne Zuschauer.

Gehaltsverzicht beim S04: Jochen Schneider und Schalke-Spieler einigen sich

Sportvorstand Jochen Schneider (50) bemühte sich um einen erneuten Gehaltsverzicht der Profis, der Durchbruch gelang ihm dann kurz vor der Länderspielpause. Am Donnerstag (5. Oktober) verkündete die WAZ (Bezahlinhalt) eine Einigung zwischen dem Team und den Verantwortlichen.

Kapitän Omar Mascarell (27) widersprach zudem einem Bericht der BILD (Bezahlinhalt): „Die Behauptung, die Mannschaft habe sich einem erneuten Gehaltsverzicht verweigert, weise ich im Namen des Teams aufs Schärfste zurück.“ Doch wie die Sport Bild in ihrer aktuellen Ausgabe (11. November) berichtet, soll es in der Mannschaft des S04 zuvor einen heftigen Zoff gegeben haben.

Kapitän Omar Mascarell (l.) soll im Team des FC Schalke 04 federführend für den Gehaltsverzicht gewesen sein.

So soll eine Gruppe von Spielern, die bereits seit mindestens drei Jahren auf Schalke sei, den Gehaltsverzicht zunächst abgelehnt haben. Namen werden keine genannt.

Aus ihrer Sicht habe der S04 in den vergangenen Wochen und Monaten zu viel Geld aus dem Fenster geschmissen. Zudem würden diese Spieler noch auf Prämienzahlungen aus der Saison 2017/18 warten, die ihnen damals Ex-Manager Christian Heidel (57) versprach.

Gehaltsverzicht beim S04: Spieler werfen Schalke Geldverschwendung vor

Die Vorwürfe der Schalke-Spieler im Überblick:

  • Der an den 1. FC Köln verliehene Mark Uth (29) bekam angeblich weiterhin ein Gehalt von einer Million Euro vom S04 überwiesen, obwohl er nicht für Schalke spielte.
  • Sebastian Rudy (30) soll sogar trotz Leihe zur TSG Hoffenheim knapp 2,5 Millionen Euro Gehalt bekommen haben. Ähnlich soll es übrigens auch in der Saison 2020/21 beim Mittelfeldspieler aussehen, der erneut zu den Kraichgauern verliehen wurde.
  • Stürmer Guido Burgstaller (31) soll eine Abfindung von knapp einer Million Euro bekommen haben, bevor er zum FC St. Pauli wechselte.
  • Ex-Trainer David Wagner (49) erhält weiterhin sein Gehalt vom FC Schalke 04 – laut Medienberichten rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr bis zum Vertragsende im Juni 2022.
  • Bei der Suche einem neuen Kandidaten für den Finanzvorstand engagierte der S04 eine Headhunter-Agentur. Letztlich entschied sich Schalke aber für Christina Rühl-Hamers (44) für den Posten – sie hatte bereits zuvor den Job vorübergehend übernommen.

Gehaltsverzicht beim S04: Omar Mascarell wollte offene Gespräche mit dem Vorstand

Demnach habe es beim FC Schalke 04 emotionale Diskussionen zwischen den Spielern beider Lager, den Zustimmern und den Ablehnern eines Gehaltsverzichts, gegeben. Kapitän Omar Mascarell, der mit weiteren Führungsspielern für einen Verzicht war, soll seinen Teamkollegen letztlich sprichwörtlich die Pistole auf die Brust gesetzt haben.

So sollten die Ablehner des Gehaltsverzichts ihre Begründung den Schalke-Bossen selbst vortragen. Das taten die Profis allerdings nicht und nahmen letztlich den Vorschlag der S04-Führung, auf zehn Prozents des Gehalts zu verzichten, an. Die Spieler hatten angeblich Angst vor möglichen Konsequenzen ihrer Ablehnung. Auch WA.de berichtet von dem Schalker Zoff und den Vorwürfen an die Klub-Führung.

Gehaltsverzicht beim S04: Jochen Schneider sprach von einem „konstruktiven Miteinander“

Am Ende klang dann alles harmonisch beim FC Schalke 04: „Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Verweigerungshaltung der Mannschaft, sondern immer ein konstruktives Miteinander“, teilte Sportvorstand Jochen Schneider mit. Doch womöglich könnten die großen Stimmungsschwankungen im Team auch ein Auslöser der schlechten Leistungen auf dem Platz sein.

Das gilt es nun beim S04 in den Griff zu bekommen. Ansonsten stellt der FC Schalke 04 noch weitere üble Statistiken und Negativ-Rekorde auf.