Nach Rassismus-Skandal

"Da, wo es weh tut": Clemens Tönnies will sich in Afrika engagieren - und erntet Spott von Micky Beisenherz

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies will sich in Afrika engagieren - für die Art der Ankündigung ernet er Kritik von Micky Beisenherz.
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Clemens Tönnies will sich in Afrika engagieren - für die Art der Ankündigung erntet er Kritik von Micky Beisenherz.

Clemens Tönnies (63), Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04, will Projekte der Kindernothilfe in Afrika unterstützen. Im Sommer hatte er für einen Rassismus-Skandal gesorgt.

  • Clemens Tönnies will ein länderübergreifendes Frauen-Netzwerk in Tansania, Sambia, Ruanda und Uganda aufbauen.
  • Im Sommer sorgte der Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke 04 mit seinen Äußerungen für einen Rassismus-Skandal.
  • TV-Moderator Micky Beisenherz kritisiert den neuerlichen Versuch der Wiedergutmachung des Unternehmers.

Gelsenkirchen - "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Mit diesem Argument für den Bau von Kraftwerken auf dem afrikanischen Kontinent hat Clemens Tönnies im Sommer beim Tag des Handwerks in Paderborn für einen Skandal gesorgt. In der Folge musste der 63-Jährige sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke 04 für drei Monate ruhen lassen.

FC Schalke 04: Clemens Tönnies will Projekte in Afrika unterstützen

Neben einer Roten Karte, die die Schalker Ultras dem Unternehmer mit einer Choreo in der ersten Pokalrunde bei Drochtersen/Assel (5:0) zeigten, hagelte es unter anderem auch zahlreiche Absagen vor einem angekündigten Auftritt von Clemens Tönnies in Geilenkirchen. Anfang November hat der 63-Jährige seine Amtsgeschäfte beim S04 wieder aufgenommen.

Mehrfach entschuldigte sich Clemens Tönnies, der für Kritik an der S04-Aktion #stehtauf sorgt, für seine Äußerungen. Zusätzlich appellierte der in Rheda-Wiedenbrück geborene Unternehmer, dass sich ganz Europa mehr in Afrika engagieren müsse. Seinen Worten lässt er jetzt, so berichtet es die Bild (Bild Plus), Taten folgen.

Dem Bericht zufolge plant Clemens Tönnies, den Frankfurt-Boss Peter Fischer (63) attackiert, nach seinem Rassismus-Skandal eine Unterstützung von Projekten der Kindernothilfe in Afrika. "Da, wo's wehtut, will ich im Stillen helfen", erklärt Tönnies auf Nachfrage der Bild. Und weiter: "Ich rufe alle auf, Afrika zu unterstützen – diesem wunderbaren Kontinent und seinen wunderbaren Menschen zu helfen."

S04-Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies plant Frauen-Netzwerk in Afrika

Laut Bild hat Clemens Tönnies für sein Engagement bereits ganz konkrete Pläne entwickelt. Demnach habe er nach Rücksprache mit dem Finanzvorstand des Kinderhilfswerks entschieden, in Tansania, Sambia, Ruanda und Uganda ein länderübergreifendes Frauen-Netzwerk aufzubauen. Damit sollen Mädchen und Frauen in ihrer zentralen Zukunftsrolle für Afrika gestärkt werden.

Video: Clemens Tönnies: Das ist die Chronologie des Rassismus-Skandals

So ehrenwert das Engagement von Clemens Tönnies in Afrika auch ist, so lässt die Inszenierung den 63-Jährigen einmal mehr in keinem allzu guten Licht dastehen. Besonders Moderator und Podcaster Micky Beisenherz (42), der den Aufsichtsratsvorsitzenden von Schalke 04 als "Albert Schweitzer der Bundesliga" bezeichnet, spart nicht mit Kritik.

Damit spielt er auf den deutsch-französischen Arzt an, der 1913 zwar ein Urwaldhospital in Gabun gründete, darüber hinaus aber auch für seine Selbstinszenierung bekannt war.

Bereits für das Rückkehr-Interview mit Schalke TV, das Sat.1-Moderator und S04-Mitglied Matthias Killing (40) führte, ernteten Clemens Tönnies und der Verein gleichermaßen Kritik. Statt kritisch den Rassismus-Skandal aufzuarbeiten, plauderten die beiden zunächst ausführlich über die Gesichtsbehaarung des Unternehmers und seine Rolle als frisch gebackener Großvater.