Abkehr vom eingetragenen Verein

Ausgliederung beim S04: Alexander Jobst sieht bei Schalke 04 nur einen Weg aus der Krise

Alexander Jobst FC Schalke 04
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Alexander Jobst hat sich öffentlich deutlich positioniert, was eine Ausgliederung beim FC Schalke 04 angeht.

Jetzt wird Alexander Jobst deutlich. Es geht um die Ausgliederung beim FC Schalke 04. Der Plan des Vorstandsmitglieds des S04 ist konkret.

Gelsenkirchen – Noch vor drei Monaten hatte Alexander Jobst (47) auf der großen Pressekonferenz zum Saisonabschluss gesagt, die Ausgliederung sei beim FC Schalke 04 „kein Thema von heute oder morgen“. Inzwischen werden die Pläne zum Abschied vom eingetragenen Verein (e.V.) aber immer konkreter.

NameAlexander Jobst
VereinFC Schalke 04
FunktionVorstand für Marketing, Vertrieb und Organisation
Geboren24. September 1973 (Alter 47 Jahre), Fulda
AusbildungUniversität Bayreuth (2000)

Schalke 04: Alexander Jobst und Jochen Schneider „arbeiten an Konzept“ für Ausgliederung

Im Gespräch mit dem kicker erklären Marketingvorstand Alexander Jobst und Sportvorstand Jochen Schneider (50), wie die Finanzen des S04 aus der Krise geführt werden sollen. Eine neue Rechtsform soll den FC Schalke 04 wieder wettbewerbsfähig machen.

„Wir arbeiten derzeit an einem Konzept, um dem FC Schalke 04 eine Struktur zu geben, die zum einen zu 104 Prozent zu unserem Verein passt, es uns zum anderen aber ermöglicht, langfristig wieder höhere Ziele in Angriff zu nehmen“, kündigt Alexander Jobst an. Der Verein, den aktuell eine Schuldenlast von etwa 200 Millionen Euro erdrückt, soll durch die Ausgliederung auch sportlich wieder in die Spur geführt werden (alle News zum FC Schalke 04 auf RUHR24.de).

FC Schalke 04: Alexander Jobst sieht den Weg aus der Krise nur über die Ausgliederung

Man müsse sich in Zeiten der Krise und der Schieflage der Finanzen auf Schalke nun entscheiden: „Entweder wir verabschieden uns von unseren langfristigen sportlichen Zielen – dann können wir weitermachen wie bisher. Oder aber wir wollen auch in Zukunft ein ambitionierter Verein sein, dann müssen wir uns mit einer Strukturveränderung beschäftigen“, so Alexander Jobst weiter.

Alexander Jobst will den FC Schalke 04 aus der finanziellen Krise führen.

Wenn die Vorarbeiten abgeschlossen seien, wolle man schließlich die Fans und die Mitglieder einbinden und sich über die Vor- und Nachteile austauschen. Als mögliche neue Rechtsform beim FC Schalke 04 wurde zuletzt über eingetragene Genossenschaft (eG) spekuliert genannt. Diese stellt eine Mischform aus Aktiengesellschaft und Verein dar.

FC Schalke 04 will nicht wie der FC Bayern werden: Ausgliederung nur unter Achtung der Werte des S04

Ein klassisches Modell der Ausgliederung, wie etwa beim FC Bayern sei bei Schalke 04 nicht zu realisieren, weil es nicht zum Verein passe, so Alexander Jobst. Im Gegenteil: Man wolle „ein Konzept vorstellen, das sich den Werten und Traditionen dieses Vereins verpflichtet fühlt und das überzeugungs- und begeisterungsfähig ist.“ Auch WA.de berichtet über die Jobst-Pläne zur Ausgliederung beim S04.

Wenn das Konzept für die Ausgliederung ausgearbeitet ist, müssen bei der nächsten Mitgliederversammlung des S04 mindestens 75 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder dafür stimmen. Aktuell ist aber noch nicht absehbar, wann das der Fall sein wird. „2020 findet voraussichtlich keine Mitgliederversammlung statt“, hat Alexander Jobst vor einiger Zeit den Ruhr Nachrichten erklärt.

Schalke 04: Abstimmung über Ausgleiderung bei der JHV wohl erst 2021

Gegenüber der WAZ ergänzte er später, dass eine JHV wie gewohnt in der Veltins-Arena stattfinden soll, denn: „Wir haben uns gegen eine digitale Mitgliederversammlung entschieden, weil wir der Auffassung sind, dass eine Versammlung auf herkömmliche Art besser für Schalke 04 ist.“ Wegen der Corona-Maßnahmen wird die Veranstaltung erst 2021 stattfinden.

Dann soll beim S04 defintiv die Ausgliederung vorangetrieben werden. Zuletzt hatte Alexander Jobst auch beim Handelsblatt drastische Worte gewählt. Im August nannte er die Rechtsform des eingetragenen Vereins (e.V.) FC Schalke 04 eine „chronische Vorerkrankung“. Den Fans sei „deutlich geworden, dass eine Veränderung unumgänglich ist“, führte er nun im kicker fort.