Überraschende Aussage

Aufstieg von Schalke 04 war angeblich ein ungeplanter „Betriebsunfall“

Ist Schalke 04 zu früh und „ungewollt“ wieder aufgestiegen? Das behauptet zumindest eine Trainer-Ikone, die sich auf Rouven Schröder beruft.

Gelsenkirchen – Elf Spieltage sind in der Bundesliga absolviert und der FC Schalke 04 befindet sich schon wieder auf dem letzten Tabellenplatz. Kam der Wiederaufstieg zu früh und hat womöglich eine nachhaltige Neuausrichtung des Vereins torpediert?

Sportdirektor Rouven Schröder
Geboren18. Oktober 1975 (Alter 47 Jahre), Arnsberg
Letztes TeamFC Schalke 04

Ewald Lienen sicher: Rouven Schröder und Schalke 04 wollten noch nicht aufsteigen

Das zumindest behauptete Kult-Trainer Ewald Lienen im Sport1-Talk bei Rudi Brückner am Montagabend (24. Oktober). Laut dem 68-Jährigen sei der frenetisch gefeierte Schalke-Aufstieg am Ende einer turbulenten Zweitligasaison eigentlich ein „Betriebsunfall“ gewesen.

Lienen beruft sich dabei sogar auf Ex-S04-Sportdirektor Rouven Schröder, der ihn offenbar in seine Pläne einweihte. Die „Knappen“ hätten nach dem Abstieg beinahe die gesamte Mannschaft verloren. „Dann haben sie ganz viele neue Leute dazu geholt und ich weiß das von Rouven, dass das Ziel niemals war, sofort wieder aufzusteigen“, so Lienen.

Schalke 04 hätte dadurch Zeit verloren, die der Verein eigentlich dringend gebraucht hätte. Daher habe man sich vereinsintern eigentlich zwei oder drei Jahre für den Wiederaufstieg gegeben. „Wenn sie im zweiten Jahr gewesen wären, dann hätte man eine gefestigte Mannschaft gehabt, junge Spieler, die sich reingespielt haben und eine Mannschaft, die sich zusammengefunden hat.“

Schalke-Aufstieg ein „Betriebsunfall“? Lienen-Argumentation ergibt nur wenig Sinn

Als Beispiel für seine These führt Lienen etwa Ko Itakura an, der nur ausgeliehen war und jetzt nicht mehr da sei. Allerdings hakt die Argumentation des langjährigen Fußballlehrers an der ein oder anderen Stelle. Itakura hätte Schalke durchaus auch in diesem Jahr in den eigenen Reihen haben können. Letztlich entschied man sich aus finanziellen Gründen dagegen, die bei einem erneuten Jahr in der Zweitklassigkeit noch schwerer gewogen hätten.

Wollte Ex-Schalke-Sportdirektor Rouven Schröder (m.) gar nicht direkt aufsteigen?

Zudem agierte der S04 in der vergangenen Saison nicht wirklich wie eine Mannschaft, die sich vor dem Aufstieg in die Bundesliga wehrt. Mit etlichen Leihspielern und Einjahresverträgen war der Kader ganz klar für den kurzfristigen Erfolg – ergo die Bundesliga-Rückkehr – konzipiert.

Auch der Trainerwechsel von Dimitrios Grammozis zu Mike Büskens vor dem Schlussspurt hätte keinen Sinn ergeben, wenn die „Knappen“ sowieso nicht hätten aufsteigen wollen. In dem Fall hätte man die Saison schlicht im oberen Tabellenmittelfeld beenden und im Sommer in Ruhe eine Trainer-Entscheidung treffen können.

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