Nach DFL-Versammlung

"Es geht um die Existenz": So äußert sich S04-Vorstand Alexander Jobst zur Corona-Krise

Schalke-Vorstand Alexander Jobst wirbt bei den Fans um Verständis für Geisterspiele.
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Schalke-Vorstand Alexander Jobst wirbt bei den Fans um Verständis für Geisterspiele.

Bis mindestens 2. April ruht der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga. Schalke-Vorstand Alexander Jobst äußerte sich nun zur aktuellen Situation.

  • Alexander Jobst bittet S04-Fans um Verständnis für Geisterspiele.
  • Es müsse das Ziel sein, die aktuelle Saison "zu Ende führen zu können."
  • Einnahmen aus dem Medien- und Sponsoringbereich seien für Schalke "existenziell."

Gelsenkirchen – DFL-Boss Christian Seifert (50) sprach am Montag (16. März) Klartext. Ohne Geisterspiele würden einige Klubs die Corona-Krise vermutlich nicht überleben. Auch beim FC Schalke 04, dessen Lage laut Alexander Jobst trotz Bundesliga-Fortsetzung ernst ist, nimmt man die Lage sehr ernst.

FC Schalke 04: Alexander Jobst sieht durch Coronavirus Existenz des S04 in Gefahr

"Wir alle sind uns in diesen Tagen der gesundheitlichen Bedrohung für das ganze Land bewusst. Absolute Priorität hat die Gesundheit der Bevölkerung! Die Auswirkungen der aktuellen Situation zeigen aber auch, dass es um die Existenz des FC Schalke 04 und der Clubs der ersten und zweiten Bundesliga geht", so S04-Vorstand Alexander Jobst (48) in einem Statement auf der offiziellen Webseite des Vereins

Es sind schwierige Zeiten für die Verantwortlichen in den Klubs der ersten und zweiten Bundesliga. Einerseits steht natürlich die Gesundheit aller Beteiligten im Fokus. Anderseits drohen aber auch schwere finanzielle Einbußen, sollte die aktuelle Saison vorzeitig abgebrochen werden.

S04: DFL-Klubs beschließen Bundesliga-Pause bis 2. April

Vor diesem Hintergrund trafen sich die 36 Klubs der höchsten beiden Spielklassen am Montag in Frankfurt/Main zu einer Krisensitzung. Dabei beschloss die DFL-Mitgliederversammlung, den Bundesliga-Spielbetrieb vorerst bis 2. April zu unterbrechen.

Nachdem am Dienstag (17. März) ein Treffen der UEFA mit ihren 55 Mitgliedsverbänden ansteht, verständigten sich die Profi-Klubs darauf, am 30. März erneut über die aktuelle Lage beraten zu wollen.

Schalke-Vorstand Alexander Jobst: "Bundesligasaison bestmöglich zu Ende spielen"

"Dabei ist unsere Aufgabe, auch wenn wir die Entwicklungen der nächsten Zeit nicht einschätzen können, die Bundesligasaison bestmöglich zu Ende zu spielen. Das ist unsere Verantwortung für Schalke 04 und für den gesamten Profifußball", erklärte Alexander Jobst, der erneut auf den Ernst der Lage beim S04 aufmerksam machte

Dieses Ziel sei laut Aussage von DFL-Boss Christian Seifert (50) nur mit Geisterspielen zu erreichen. Ähnlich hatte sich am Sonntag auch schon BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) zu der Corona-Krise geäußert.

Bei Fortsetzung mit Geisterspielen: S04 drohen vier Heimspiele ohne Zuschauer

Sollten alle noch ausstehenden Saisonpartien ohne Zuschauer ausgetragen werden, wären davon vier S04-Heimspiele betroffen. 

Vor heimischem Publikum stehen im Spieljahr 2019/2020 noch Duelle gegen den FC Augsburg (27. Spieltag), Werder Bremen (29. Spieltag), Bayer Leverkusen (31. Spieltag) sowie den VfL Wolfsburg (33. Spieltag) an.

Alexander Jobst bittet Schalke-Fans um Verständnis für Geisterspiele

Auch wenn aktuell noch vollkommen unklar ist, ob bzw. wann diese Spiele über die Bühne gehen, bittet der Schalke-Vorstand die Fans schon jetzt um eine Akzeptanz der Geisterspiele

"Bei allem Verständnis für den Wunsch der Fußballbegeisterten, Bundesligaspiele im Stadion zu verfolgen: Es muss in allererster Linie unser Bestreben sein, die noch ausstehenden Spiele überhaupt austragen und die Saison zu Ende führen zu können – aller Voraussicht nach ohne Zuschauer."

Video: Burgstaller zum Geisterspiel: "Nicht das Beste für den Fußball"

Einnahmen aus TV und Sponsoring für S04 "existentiell"

Die Erlöse aus den Bereichen Medien und Sponsoring seien "für den FC Schalke 04 (…) existentiell." Dies müsse allen Fans der Königsblauen "klar sein", machte der 46-Jährige deutlich. Könnte dafür sogar die 50+1-Regel, zu der sich Schalke 04-Finanzvorstand Peter Peters vor dem Hintergrund des Coronavirus zuletzt äußerte, abgeschafft werden? Einen Lichtblick gibt es aber:

Nach Informationen des kicker kann der S04 im Mai noch mit 26,07 Millionen Euro aus der nationalen und internationalen TV-Vermarktung rechnen. Diese Einnahmen wären aber nur garantiert, wenn die verbleibenden neun Spieltage noch durchgeführt würden.

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