Bild: Jens Kalaene/dpa

Stefan Effenberg sollte eigentlich Trainer beim S04 werden und wirft in einer Talk-Sendung Clemens Tönnies Wortbruch vor. Ungewöhnlich: Schalke hat mit einem offiziellen Statement dazu reagiert.

Update, Dienstag (12. März), 08.39 Uhr: Stefan Effenberg hat auf das Statement vom S04 reagiert. Gegenüber T-Online.de spricht er von einer offiziellen Klarstellung.

Schalke hatte unter anderem geschrieben, dass Ehefrau Claudia unmittelbar nach Beendigung der Gespräche in 2013 gegen die Bedingung, die Gespräche und Inhalte vertraulich zu behandeln, verstoßen hatte. Deswegen habe der Verein Abstand von weiteren Gesprächen genommen.

„Das entspricht nicht der Wahrheit. Diesen angeblich öffentlichen Post in Bezug auf ein Engagement beim FC Schalke hat es nie gegeben“, so Effenberg. Doch damit nicht genug.

Effenberg sagt, er hatte und hat keinen Berater

Der S04 hatte in seinem Statement auch davon gesprochen, dass der damalige Manager Horst Heldt über dem Berater des Trainer-Kandidaten abgesagt hätte. „Weder zum damaligen Zeitpunkt 2013 noch zum heutigen Zeitpunkt habe ich einen Berater, den Horst Heldt hätte kontaktieren können Auch diese Behauptung entspricht also nicht der Wahrheit.“

Gibt es womöglich den Post von Claudia Effenberg nicht mehr, weil sie ihn damals zügig gelöscht hat? Sie selbst sagte gegenüber Bild, dass sie sich erst äußern will, wenn man ihr den Post vorlegt.

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies. Foto: Bernd Thissen/dpa
Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies. Foto: Bernd Thissen/dpa

Erstmeldung, Montag (11. März), 18.13 Uhr: Stefan Effenberg stand 2013 kurz davor, Trainer beim FC Schalke 04 zu werden. Das bestätigte der S04 selbst in einem am Montag (11. März) veröffentlichtem Statement.

Die Königsblauen reagierten damit auf Aussagen des ehemaligen deutschen Nationalspielers. Der hatte sich beim Fußball-Talk „Sky90“ enttäuscht über das Verhalten von Schalkes Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies gezeigt.

„Wir haben einst sehr gute Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit geführt. Ich sollte Trainer beim S04 werden. Horst Heldt war damals auch dabei. Der Austausch war total positiv – von beiden Seiten“, erinnert sich Effenberg.

Effenberg bekam einen Handschlag von Tönnies

Laut des 50-Jährigen habe Tönnies ihm dann die Hand gegeben und gesagt, dass man bald zusammenarbeiten werde. „Ich bin jemand, für den ein Handschlag etwas bedeutet. Für mich ist das wie ein Vertrag.“

Auf Nachfrage des Moderators Patrick Wasserziehr, ob Effenberg enttäuscht gewesen sei, stimmte dieser zu. „Wenn wir etwas besprechen, uns die Hand darauf geben und ich melde mich dann nicht mehr bei dir, wärst du dann enttäuscht? Mit Sicherheit!“

In der kostenlosen Buzz04-App gibt es alle Infos über den FC Schalke 04 auf dein Smartphone.
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Schalke stimmt in seinem Statement der Version zu. Allerdings fügte der S04 noch ein entscheidendes Detail hinzu.

„Eine zentrale Bedingung dieser Vereinbarung war, dass die Gespräche und deren Inhalte zunächst vertraulich behandelt werden. Nachdem jedoch Claudia Effenberg unmittelbar nach Beendigung der Gespräche gegen diese Bedingung durch einen Post auf sozialen Medien verstoßen hat, nahm der Vorstand von weiteren Gesprächen Abstand.“

Horst Heldt sagte Effenbergs Berater ab

Weiter heißt es in der Erklärung: „Der damalige Sportvorstand Horst Heldt sagte dem Berater von Stefan Effenberg daraufhin ab.“

Aktuelle S04-Themen:

Pikant: Zwischen Dezember 2012 und Oktober 2014 war Jens Keller Trainer von Schalke. Auf ihn folgte Roberto Di Matteo. Allerdings nur bis Saisonende.

Der S04 wurde damals übrigens Tabellenfünfter und verpasste mit drei Punkten Rückstand knapp den vierten Platz für die Champions League. Effenberg wurde im Oktober 2015 Trainer des SC Paderborn, blieb da aber auch nur bis Saisonende. Es ist seine bisher einzige Trainer-Station im Profibereich.