Nach seinem Schlaganfall

Domenico Tedesco besuchte Christian Heidel in Mainz - so lief das Treffen

Domenico Tedesco besuchte Christian Heidel nach seinem Schlaganfall in Mainz. Das erzählte der ehemalige Schalke-Trainer nun in einem Interview.

  • Domenico Tedesco besuchte Christian Heidel nach dessen Schlaganfall in Mainz.
  • Der Besuch sei dabei weniger aus Dankbarkeit, sondern viel mehr aus Menschlichkeit erfolgt.
  • Der Coach von Spartak Moskau verteidigte Christian Heidel auch gegen damalige Kritik von Schalke-Aufsichtsratchef Clemens Tönnies.

Gelsenkirchen/Moskau – In der Saison 2017/2018 bildeten Domenico Tedesco (34), der über "unschöne S04-Details und Bundesliga-Angebote sprach, und Christian Heidel (56) ein erfolgreiches Duo auf Schalke. Während der 34-Jährige sein Team von Erfolg zu Erfolg coachte, zog der frühere Mainz-Manager im Hintergrund die Fäden. Mit 63 Punkten gelang Königsblau eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte. Nach 34 Spieltagen stand sensationell die Vizemeisterschaft sowie eine Rückkehr in die Champions League.

Schalke: Domenico Tedesco über Besuch bei Christian Heidel: „Er war positiv gestimmt“

Keine 10 Monate später wurde Domenico Tedesco im März 2019 als Schalke-Trainer entlassen. Nach 25 Spieltagen befand sich der S04 in akuter Abstiegsnot. Ein 0:7-Debakel in der Champions League bei Manchester City machte die Trennung dann für beide Seiten unausweichlich. Dennoch bleibt er den Königsblauen bis heute verbunden. 

Christian Heidel war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr im Amt. In Folge zunehmender Kritik an seinen Transfers trat der damalige Schalke-Sportdirektor im Februar 2019 von seinem Amt zurück. Rund sechs Monate nach seinem Aus erlitt der ehemalige S04-Boss einen Schlaganfall. 

Wie Domenico Tedesco nun in einem Interview mit der Sport Bild verriet, besuchte er den 56-Jährigen kurz darauf in Mainz. „Ich habe Christian Heidel nach seinem Schlaganfall in Mainz besucht. Er war positiv gestimmt.“ Der Deutsch-Italiener freue sich darüber, „dass es ihm wieder gut geht.“

Domenico Tedesco lobt Christian Heidel: „Guter Mensch mit dem Herzen am richtigen Fleck“

Dabei habe der Besuch weniger etwas mit Dankbarkeit zu tun gehabt. Wenngleich der 34-Jährige das Vertrauen und die Chance des Trainerjobs auf Schalke damals sehr zu schätzen wusste, sei das Treffen aus Menschlichkeit zustande gekommen. „Christian ist ein guter Mensch mit dem Herzen am richtigen Fleck, er ist ein guter Manager, er ist ein guter Chef gewesen, er hat sich mir gegenüber immer korrekt verhalten“, erklärte Domenico Tedesco

Auch wenn er mittlerweile bei Spartak Moskau wieder als Trainer aktiv ist, tausche er sich nach wie vor mit seinem ehemaligen Vorgesetzten aus. „Wir haben einen guten und regelmäßigen Kontakt.“ 

Zudem verteidigte Domenico Tedesco Christian Heidel, den im Umgang mit dem Coronavirus ein Verhalten fassungslos macht, auch gegen eine frühere Kritik von Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies (63), wonach der Ex-Sportdirektor seinen Trainer nicht genug unterstützt hätte. „Ich fühlte mich nicht alleingelassen von Christian, ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich keine Rückendeckung hatte.“ Es sei „immer alles gemeinsam“ besprochen worden.

Rubriklistenbild: © dpa

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