Bundesliga hat finanzielle Sorgen

Coronavirus entfacht neue Diskussionen um 50+1-Regel: Jetzt reagiert DFL-Vize und Schalke-Finanzvorstand Peter Peters

S04-Finanzvorstand Peter Peters - hier bei der Schalke-Mitgliederversammlung 2019 - hat sich zur 50+1-Regel geäußert.
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S04-Finanzvorstand Peter Peters - hier bei der Schalke-Mitgliederversammlung 2019 - hat sich zur 50+1-Regel geäußert.

Wegen des Coronavirus gibt es neue Bundesliga-Diskussionen um die 50+1-Regel. DFL-Vize und Schalke-Finanzvorstand Peter Peters reagiert.

  • Aufgrund des Coronavirus liegt der Fußball-Spielbetrieb fast weltweit lahm.
  • Um die finanziellen Schäden zu reduzieren, kam eine Änderung der 50+1-Regel auf.
  • Schalke 04-Finanzvorstand Peter Peters machte seine Meinung dazu nun deutlich.

Gelsenkirchen - Das Coronavirus hat auch den Fußball (Live-Ticker auch zur Bundesliga und DFL) fest im Griff. Die Unklarheit um das Weiterführen der aktuellen Bundesligasaison wird erheblichen finanziellen Schaden anrichten. Sollte deswegen die50+1-Regel abgeschafft werden? Schalke 04-Finanzvorstand Peter Peters hat andere Prioritäten.

FC Schalke 04: 50+1-Regel wegen Coronavirus am Ende? Klubs brauchen Finanzspritze

Es ist das Heiligtum vieler Fußball-Fans - auch der Anhänger von Schalke 04: Die 50+1-Regel. In Zeiten des modernen Fußballs gibt sie den Fans die Teilhabe an ihrem Klub. Doch könnte dieses Eldorado des deutschen Fußballs durch den Coronavirus bald fallen? Trotz aller Nostalgie könnte es finanziell hilfreich sein.

Denn das System macht es aktuell unmöglich, dass sich Investoren die Mehrheit von Klubanteilen ergattern können. Das Geld, welches durch eine Masse an verkauften Anteilen zustande käme, könnte aber viele Vereine in der Krise mit einer ordentlichen Finanzspritze ausstatten. Für einen Kollegen von Peter Peters (57) aus dem S04-Vorstand, in welchem aktuell eine Schalke-Ausgliederung diskutiert wird, wäre es zumindest eine Option.

FC Schalke 04: 50+1-Regel wegen Coronavirus am Ende? Peter Peters gegen Horst Heldt

Der Manager des 1. FC Köln und früherer Schalke-Vorstand Horst Heldt (50) tastete sich vorsichtig an das Heiligtum der Fans und kerkert auf einer Pressekonferenz: "Ich möchte nicht dastehen und am Ende des Tages bleibt als Einziges übrig, dass es heißt: Heldt will die 50+1-Regelung öffnen." 

Doch es folgte das große Abe r: "Ich glaube aber trotz alledem, dass es immer sinnvoll ist, in Krisen das ganze System zu hinterfragen." S04-Finanzvorstand Peter Peters (57), der den FC Schalke 04 wegen des Geschäftsberichts 2019 zuletzt warnte, hat andere Prioritäten.

FC Schalke 04: 50+1-Regel wegen Coronavirus am Ende? Peter Peters hat anderes im Sinn

"Meine Meinung ist, dass wir uns den Problemen dann widmen, wenn sie anstehen. Es ist ein wichtiges Thema, aber wir müssen uns gerade vorrangig um das kümmern, was am dringlichsten ist", wird Peter Peters, der den Schalke-Plan wegen des Coronavirus erklärt, in der aktuellen Ausgabe des kicker (19. März) zitiert. Nach einer Verteidigung der 50+1-Regel klingt das aber auch nicht.

Das Thema dieser alten Regelung scheint eher ein langfristiges Projekt zu sein, aktuell erfordert die Coronavirus-Pandemie, wegen der S04-Fans die Aktion Kumpelkiste 2.0 ins Leben riefen,  verständlicherweise andere Prioritäten. So sieht es ein weiterer Fußball-Kollege der beiden Offiziellen.

Video: Wegen Corona: Fußball-EM wird um ein Jahr verschoben

FC Schalke 04: 50+1-Regel wegen Coronavirus am Ende? Peter Peters bekommt Unterstützung

Das Coronavirus, das auch die Existenz der Revier-Klubs Schalke und BVB bedrohen könnte, erfordert ein besonderes Krisenmanagement. Dazu trafen sich am Montag (16. März) Vertreter der Deutschen Fußball-Liga ( DFL). Eine mögliche Abschaffung der 50+1-Regel sei dabei eher hinten anzustellen, findet auch Michael Preetz (52), Manager von Hertha BSC.

Man müsse zunächst die Vereinbarungen der DFL-Versammlung umsetzen, so der Hertha-Manager im Kicker. Das heißt Kassensturz, Ermitteln der Fehlbeträge und dann ein Evaluieren der Situation. "Ich glaube, das ist die richtige Reihenfolge, die wir jetzt einhalten sollten", so der Hertha-Manager und stärkt damit auch Peter Peters den Rücken.