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Clemens Tönnies (63) lässt wegen seiner rassistischen Aussagen derzeit seine Position als Aufsichtsratsvorsitzender des S04 drei Monate lang ruhen. Peter Peters (57), Vorstand Finanzen bei den Königsblauen, hofft, dass er danach zurückkommt.

  • Bei einer Podiumsdiskussion über Rassismus war unter anderem Peter Peters vom S04 zu Gast.
  • Das Vorstandsmitglied verteidigte den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies.
  • Der Ehrenrat war ebenfalls zugegen und bezog Stellung zu einem möglichen Vereinsausschluss.

Peters verweist darauf, was Tönnies und Schalke schon gemacht haben

Peter Peters hofft sehr, dass „Clemens Tönnies zurückkehrt“, zitiert die WAZ das Vorstandsmitglied des S04. Der 57-Jährige war am Dienstag (3. September) zu Gast bei einer Podiumsdiskussion in Gelsenkirchen über Rassismus.

„Er hat so viel Gutes getan. Er ist kein Rassist. Wir und ich machen weiter mit unseren Aktivitäten und lassen uns 20 Jahre gute Arbeit nicht kaputtmachen“, so Peters laut WAZ weiter.

Wegen der rassistischen Tönnies-Aussagen hatte unter anderem der bisherige DFL-Präsident Reinhard Rauball (72) Konsequenzen gefordert. Die sehen bislang so aus, dass der Aufsichtsratsvorsitzende des S04 sein Amt insgesamt drei Monate ruhen lässt.

Fällt Rassismus demnächst unter Meinungsfreiheit?

Peters selbst gab zu, dass die Aussagen des 63-Jährigen ein Fehler und auch rassistisch waren. Dennoch erinnerte er an diverse Aktionen, mit denen der Klub in der Vergangenheit gegen Diskriminierung und Rassismus vorgegangen sei.

Doch genau deswegen forderten viele Schalke-Anhänger stärkere Konsequenzen gegen Tönnies, der von den Fans bereits symbolisch die Rote Karte gezeigt bekommen hatte. Ansonsten drohen „rassistische Äußerungen künftig in die Kategorie Meinungsfreiheit zu gehören, wenn Sanktionen ausbleiben“, so Roman Kolbe vom Magazin „Schalke Unser“ am Dienstag (3. September).

Ehrenrat von Schalke verteidigt seine Entscheidung bei Tönnies

Der Ehrenrat der Königsblauen, der bei der Podiumsdiskussion durch Joachim Dohm und Kornelia Toporzysek vertreten war, bezog ebenfalls laut WAZ-Angaben Stellung. Der Vereinsausschluss bei rassistischem Verhalten sei eine Kann-Option und kein Muss.

Dass die Ethik-Kommission des DFB auf ein Verfahren gegen Tönnies verzichtet habe, kritisierte Gewalt- und Konfliktforscher Prof. Wilhelm Heitmeyer, der ebenfalls als Gast eingeladen war. Damit sei „die Glaubwürdigkeit des Deutschen Fußball-Bundes ruiniert“.

Ähnlich sieht es auch ein anderer Ex-Schalker. Kevin-Prince Boateng (32) kritisierte Clemens Tönnies (63) nach dem Rassismus-Eklat scharf.