Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Wie die Ultras Gelsenkirchen wohl auf diese Kritik reagieren? Clemens Tönnies (62), Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04, hat sich auf einer Podiumsdiskussion negativ über Anhänger der Königsblauen geäußert.

„Ich ärgere mich, dass Fans auf den Rasen gehen und einem verdienten Spieler die Kapitänsbinde abnehmen. Damit überschreiten wir jede Linie, die es gibt“, zitiert die WAZ Clemens Tönnies.

Tönnies und Hoeneß waren auf Einladung in Bonn

Der Aufsichtsratsvorsitzende kritisierte am Donnerstag (16. Mai) bei einer Podiumsdiskussion die Ultras von Schalke. Der 62-Jährige war – unter anderem wie auch Uli Hoeneß (67) – von der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik eingeladen worden.

Thema der Veranstaltung war „Sozialer Klebstoff? Die Rolle des Fußballs in Deutschland“.

0:4-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf brachte das Fass zum Überlaufen

Tönnies sprach bei der Podiumsdiskussion unter anderem das Verhalten der beiden Vorsänger aus der Schalker Nordkurve vom 2. März an. An dem Tag hatten die „Knappen“ 0:4 gegen Fortuna Düsseldorf verloren und das Fass bei den Fans nach vielen schlechten Spielen endgültig zum Überlaufen gebracht.

Zwei Vertreter der Ultras Gelsenkirchen (UGE) waren unmittelbar nach Schlusspfiff auf den Rasen gelassen worden, die heftig auf die Mannschaft einredeten. Noch dazu wurde Benjamin Stambouli die Kapitänsbinde entzogen, der daraufhin eine emotionale Reaktion zeigte.

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Für Tönnies eine Aktion, die zu weit ging. Für die UGE, von denen zumindest Teile Schalke eine Geldstrafe eingebrockt haben, war es vor allem ein symbolischer Akt. Nun wurde der Spieß umgedreht. Die Ultras GE nahmen Stellung zu den rassistischen Aussagen von Tönnies und kritisierten den Aufsichtsratsvorsitzenden scharf.

Die Kapitänsbinde hatte eine besondere Aufschrift und war zu Saisonbeginn an den Kapitän Ralf Fährmann überreicht worden. Sie sollte vor allem die Verbundenheit zwischen Fans und Mannschaft darstellen.

Aktuelle S04-Themen:

Ob die nun geäußerte Kritik von Tönnies (ebenfalls) zu seinem Wahlkampf gehört? Der Aufsichtsratsvorsitzende muss sich am 30. Juni bei der Mitgliederversammlung zur Wahl stellen und hatte in den vergangenen Wochen wiederholt verbal ausgeteilt. Tönnies kündigte indes weitere Transfers an. Embolo bedankte sich bei den Fans in seinem Abschiedspost auf Instagram.

So musste beispielsweise der im Februar zurückgetretene Sportvorstand Christian Heidel heftige Kritik einstecken. Nun durften die Ultras von Schalke dran glauben.

Die waren selbst in der Vergangenheit häufiger in den Fokus geraten. Nicht nur wegen beeindruckender Choreografien. Einmal wurden die eigenen Fan-Kollegen stark kritisiert, dann wurde der BVB vor dem Derby beleidigt und auch gegen Sportdirektor-Kandidat Christoph Metzelder wurde mobil gemacht.

Neulich stürmten die Ultras des S04-sogar ein Amateurspiel in Dortmund.
Dort hat sich die Sachlage noch immer nicht aufgeklärt.