Auf Schalke derzeit außen vor: Größenwahn bei Clemens Tönnies? Nächster Streit mit Neffe Robert wegen Mega-Investition

Clemens Tönnies (l.) und sein Neffe Robert. Foto: Friso Gentsch/dpa
+
Clemens Tönnies (l.) und sein Neffe Robert. Foto: Friso Gentsch/dpa

Clemens Tönnies plant eine Mega-Investition in China. Neffe Robert befürchtet Größenwahn beim S04-Aufsichtsratsvorsitzenden. Hier die Infos.

Clemens Tönnies(63) will mit seinem Konzern nach Fernost expandieren. Neffe Robert Tönnies(41) fühlt sich vom freigestellten S04-Aufsichtsratsvorsitzenden erneut getäuscht.

Clemens Tönnies: Familienstreit wegen geplanter China-Expansion

Clemens Tönnies (63), der als Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke 04 für drei Monate sein Amt ruhen lässt, hat momentan viel Zeit, sich um sein Unternehmenzu kümmern. Die braucht er anscheinend auch.

Denn in Deutschlands größtem Fleischkonzern geht ein alter Familienstreit in die nächste Runde. Sein Neffe Robert, der gleichberechtigter Eigentümer ist, fühlt sich bei einem Investitionsprojekt in China übergangen und findet harte Worte.

"Mache mir Sorgen, dass Clemens Tönnies an Größenwahn leidet"

Entweder, so zitiert das Handelsblattden Neffen, habe Clemens Tönniesden Beirat getäuscht, weil es sich um eine Investition in einer Größenordnung handelt, die der Zustimmung bedarf. Oder der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke 04habe der Öffentlichkeit mit dem Vorhaben in China einen Bären aufgebunden.

"Jedenfalls mache ich mir mittlerweile Sorgen, dass Clemens an Größenwahn erkrankt sein könnte", so sein Neffe weiter.

Schlacht- und Zerlegezentrum für sechs Millionen Schweine in China

Der vom 63-Jährigen angekündigte "Meilenstein in der Firmengeschichte" sieht vor, dass in China gemeinsam mit der dortigen Dekon-Gruppe 500 Millionen Euro investiert werden. Zunächst werde damit ein Schlacht- und Zerlegezentrum für zwei Millionen Schweine gebaut.

Später soll das Zentrum auf sechs Millionen Tiere ausgebaut werden. Der Betrieb wäre dann fast so groß, wie der Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück, der Heimat von Clemens Tönnies.

Nicht der erste Streit zwischen Clemens und Röbert Tönnies

Gegenüber dem Handelsblatt versicherte ein Unternehmenssprecher, dass das geplante Engagement "natürlich in allen Gremien im Unternehmen bekannt und abgestimmt" sei. Robert Tönniesist offenbar anderer Meinung. Und das nicht zum ersten Mal.

Denn Onkel und Neffe sind seit Jahren tief zerstritten. Im Juli hatte Neffe Robert bereits das Landgericht Bielefeld eingeschaltet, weil er eine Einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen wegen des Kaufs zweier deutscher Zimbo-Werke richtete. Eine Krisensitzungverhinderte eine Verhandlung vor Gericht.