Finanzieller Verlust für Revierklubs

Irre Summe: So viel Geld drohen BVB und Schalke wegen des Coronavirus zu verlieren

Neuer Sportvorstand FC Schalke 04
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Sportvorstand Jochen Schneider macht sich Sorgen um die Zukunft des S04.

Die Corona-Krise hat große Auswirkungen auf den Fußball. Vertragsverhandlungen liegen auf Eis und Vereinen, wie dem BVB und Schalke, drohen hohe Verluste.

  • Den Revierklubs drohen aufgrund der Corona-Krise große finanzielle Verluste.
  • Für Klubs wie Schalke geht es in der Krise ums Überleben.
  • Aufgrund der Krise wird es so bald wohl keine spektakulären Transfers geben.

Dortmund/ Gelsenkirchen - Normalerweise würden Fußball-Manager, wie Hans-Joachim Watzke (60) vom BVB und Jochen Schneider (49) vomS04, aktuell die spektakulären Sommer-Transfers vorbereiten. Im vergangenen Sommer gaben die 18 Bundesliga-Vereine laut einem Bericht der Sport Bild zusammen rund 926,5 Millionen Euro für neue Spieler aus. In diesem Jahr wäre es wohl noch mehr Geld gewesen.

Coronavirus: Die Transfer-Blase droht wegen der Krise zu platzen

Doch die aktuelle Corona-Krise verhindert das. Die Vertragsgespräche mit den Spielern liegen aktuell auf Eis. Mögliche Rekord-Transfers, wie der von Dortmunds Jadon Sancho (20), stehen in der Schwebe. Die Transferblase droht zu platzen.

Schalkes Finanz-Chef und DFL-Aufsichtsratchef Peter Peters (57) glaubt, dass die Corona-Krise für eine gewisse Erdung im Fußball sorgen wird. "Corona und die finanziellen Folgen werden bei vielen für eine Erdung sorgen, was Transfersummen, Spielergehälter und Beraterhonorare betrifft", so Peter Peters gegenüber der Sport Bild. Denn auch für Vereine, wie dem FC Schalke, der wegen des Coronavirus drastische Maßnahmen trifft, geht es gerade ums Überleben.

Schalke/BVB: Fehlende TV-Einnahmen können drastische Folgen haben

Durch die nicht stattfindenden Spiele fehlt es den Klubs nämlich an Geld. Wichtige Werbeeinnahmen und besonders die hohen TV-Gelder fehlen den Klubs aktuell. Sowohl bei Schalke, als auch beim BVB, wollen deshalb die Spieler auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, um den Verein so zu helfen. Der BVB spart durch den Gehaltsverzicht von Spielern, Verantwortlichen und Trainerstab einen zweistelligen Millionenbeitrag.

Aber trotzdem droht den Vereinen ein immens hoher Verlust. Selbst wenn die Bundesliga-Saison vor Geisterkulisse fortgesetzt wird, entgehen den Klubs im Schnitt 6,6 Millionen Euro an Zuschauereinnahmen. Beim BVB und Schalke wäre der Verlust sogar noch höher. Schalke würde rund acht Millionen Euro verlieren, der BVB sogar bis zu 15 Millionen Euro.

Bundesliga: Den Klubs droht bis zu 750 Millionen Euro Verlust

Ein Abbruch der Saison hätte noch drastischere Folgen. Dann würden die 18 Bundesliga-Klubs etwa 750 Millionen Euro Verlust machen. Allein 330 Millionen wären davon die fehlenden TV-Gelder. Viele Vereine müssten dann um ihr Überleben kämpfen. Große Transfers wird es deshalb wohl erst einmal nicht geben.

Die Transferzeit könnte ziemlich ruhig verlaufen, glaubt Spielerberater Sascha Empacher von der Agentur "Spocs", die unter anderem Schalke-Star Ozan Kabak (20), der sich zur Ausbreitung des Coronavirus geäußert hat, berät. "Die Transferzeit wird ziemlich ruhig verlaufen, es wird mehr ablösefreie Spieler geben", so Sascha Empacher im Bericht der Sport Bild. Auch die Ablösesummen werden wahrscheinlich stark sinken, ebenso wie die Gehälter der Spieler. "Ein Spieler eines Top-10-Klubs in Europa wird künftig eher fünf bis acht Millionen verdienen statt 13 bis 20 Mio."

Wegen Coronavirus: Spielerberater geht von sinkenden Ablösesummen und Gehältern aus

Der Spielerberater glaubt deshalb, dass vor allem die Stars nicht so schnell wechseln werden. Somit könnte auch Jadon Sancho dem BVB noch ein wenig länger erhalten bleiben. Denn es ist fraglich, ob so schnell ein Verein die geforderte Ablöse von rund 130 Millionen Euro zahlen wird. Schalke zum Beispiel hat die Vertragsgespräche komplett auf Eis gelegt, wie Jochen Schneider erklärte.

Stefan Backs, der Berater von Noch-Schalke-Torwart Alexander Nübel (23) glaubt sogar, dass der Transfer des 23-Jährigen einer der letzten großen Transfers für eine längere Zeit sein wird. "Große Summen, wie man sie bislang im Fußball gekannt hat, werden bis auf Weiteres nicht mehr gezahlt."

Die Corona-Krise könnte vor allem Talenten eine Chance bieten

Neben den großen finanziellen Verlusten könnte die Corona-Krise also auch die Chance bieten, dass Mannschaften länger zusammen bleiben. Auch Talente könnten vermehrt eine Chance in der ersten Mannschaft bekommen. Doch dazu müssen die Vereine die Krise erst einmal überleben.

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