Trotz Leistungsexplosion

Kommentar: Warum der Transfer von Breel Embolo aus Schalker Sicht kein Fehler war

+
Der ehemalige Schalke-Stürmer Breel Embolo blüht bei Borussia Mönchengladbach auf.

Seit seinem Wechsel von FC Schalke 04 zu Borussia Mönchengladbach spielt Breel Embolo wie ausgewechselt. Muss sich der S04 ärgern? Nein, findet RUHR24-Redakteur Christian Keiter. Ein Kommentar. 

  • Breel Emoblo zeigt zurzeit bei Borussia Mönchengladbach das, was man auf Schalke drei Jahre lang vermisst hat.
  • Der Schweizer Nationalspieler ist nicht der erste, der sich nach seinem Wechsel vom S04 zu einem anderen Verein stark verbessert zeigt.
  • Trotzdem war der Transfer aus Sicht von Schalke 04 kein Fehler.

Mönchengladbach - Als der FC Schalke 04 im Sommer Breel Embolo für rund 10 Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach transferierte, beschlich viele S04-Fans eine böse Vorahnung. Zu oft erlebte man in Gelsenkirchen in der Vergangenheit, wie die Leistung von Spielern explodierte, nachdem sie ihre Zelte am Berger Feld abgebrochen hatten. Erinnert sich noch jemand an Ivan Rakitic (31) und Mesut Özil (31)?

Ex-Schalke-Spieler Breel Embolo: Leistungsexplosion nach Wechsel zu Borussia Mönchengladbach

Nach den ersten Monaten am Niederrhein sieht es so aus, als sei Breel Embolo, dessen Landsmann und Mannschaftskollege Denis Zakaria (23) schon gegen Schalke schoss, der nächste prominente Name auf dieser Liste. Denn mit seinen fünf Treffern und zwei Torvorlagen in elf Ligaeinsätzen für Borussia Mönchengladbach bewegt sich der Schweizer schon jetzt in Sphären, die während seiner Zeit beim FC Schalke 04 weit entfernt schienen. Trotzdem war der Verkauf des Stürmers aus Schalker Sicht kein Fehler.

Das Engagement des 22-Jährigen beim S04 stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Nur selten konnte der "Königstransfer", dessen Verpflichtung auf der Mitgliederversammlung 2016 groß inszeniert wurde, sein ganzes Können zeigen. Im Grunde scheiterte das Projekt bereits in dem Moment, als sich Breel Emoblo in der Hinrunde der Saison 2016/17 im Spiel beim FC Augsburg schwer verletzte und fast ein komplettes Jahr ausfiel.

Unter Domenico Tedesco (34) und während der Huub-Stevens-Rettungsmission ließ der gebürtige Kameruner seine Wucht und seinen Offensivdrang nur selten - zu selten - aufblitzen. Ob sich das unter Trainer David Wagner (48) geändert hätte? Dafür spricht, dass der frühere Huddersfield-Coach bei Amine Harit (22) bewiesen hat, dass er Spieler wieder in die Spur bringen kann. Noch dazu freute sich David Wagner vor seinem Amtsantritt auf Schalke mit am meisten auf Breel Embolo.

Bei Schalke hätte Breel Embolo sein Niveau von Borussia Mönchengladbach nicht erreicht

Dagegen spricht: Als Borussia Mönchengladbach im Sommer wegen eines Transfers anfragte, war Breel Embolo sofort Feuer und Flamme für die neue Aufgabe. Auch die sportliche Führungsriege des S04 um Sportvorstand Jochen Schneider (49) zierte sich nicht lange, das Verlustgeschäft einzugehen - auch, weil man dem Spieler keine Steine in den Weg legen wollte. Wäre man auf Schalke wirklich davon überzeugt gewesen, der Stürmer würde im vierten Jahr endlich einschlagen, hätte man dem sicher nicht ohne weiteres zugestimmt.

Video: Schalkes Rekordmann Breel Embolo wechselt zu Borussia Mönchengladbach

Nein, Breel Emoblo hätte beim FC Schalke 04 nicht die gleiche Entwicklung genommen, wie sie zurzeit beim Tabellenführer zu bestaunen ist. Auch nicht im vierten Jahr, auch nicht unter dem vierten Trainer. Die Zusammenarbeit zu beenden war sowohl aus Sicht des Spielers, als auch aus Sicht von Königsblau die einzig sinnvolle Entscheidung. Auch Breel Embolo selbst hat sich nun positiv zu dem Wechsel geäußert.

Dass sich der Ärger über die Leistungsexplosion und den Verkauf auch unter den S04-Anhängern im Rahmen hält, liegt wohl nicht nur an der starken Saison der Schalker, sondern auch daran, dass Breel Embolo eben nicht nur eine, sondern drei Chancen bei Schalke 04 erhielt. Schalke und Breel Embolo haben einfach nicht zusammengepasst. 

Wenn sich der S04 überhaupt ärgern sollte, dann nur darüber, dass man den Stürmer zum Sparpreis an einen Konkurrenten aus der Bundesliga verkauft hat. Aber auch das hat eine gewisse Tradition. Erinnert sich noch jemand an Mesut Özil?

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autoren und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.