Kommentar

Schalke-Torwart patzt erneut: Der S04 hat bei Schwolow keine andere Wahl

Schalke 04 hat ein Torwart-Problem. Alexander Schwolow patzte in Berlin erneut. Aber einen Keeper-Wechsel kann sich S04 nicht erlauben. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen – Alexander Schwolow gibt sich stets selbstsicher. „Mich wirft so schnell nichts mehr um“, sagte der 30-Jährige zu seiner Vorstellung beim FC Schalke 04. Nach einem Patzer gegen Hertha BSC steht der S04-Torwart zum wiederholten Male in der Kritik. Ein Torhüter-Wechsel wäre aber nicht ratsam, kommentiert RUHR24-Redakteur Marcel Witte.

NameAlexander Schwolow
Geboren2. Juni 1992 (Alter 30 Jahre), Wiesbaden
PositionTorwart
Aktueller Verein FC Schalke 04 (auf Leihbasis von Hertha BSC bis zum 30. Juni 2023)

Schalke-Torwart patzt erneut: Der S04 hat bei Schwolow keine andere Wahl

Gegen Hertha BSC fiel Schalke-Torwart Alexander Schwolow erneut negativ auf. Er ließ einen haltbaren Schuss von Lucas Tousart zum 1:0 für die Berliner ins Tor trudeln.

Es war nicht die erste Unachtsamkeit des Keepers in dieser Saison. Schon gegen Köln und Union Berlin patzte der 30-Jährige, auch gegen den VfL Bochum und in Leverkusen strahlte Alexander Schwolow keine Sicherheit aus. Doch ein Torwart-Wechsel wäre keine sinnvolle Option. Denn der S04 hat keine andere Wahl.

Schalke-Wechsel auf der Torwart-Position vertretbar – aber die Alternativen fehlen

Geht es nach Leistung, müsste langsam aber sicher ein anderer Torwart das Schalker Tor hüten, ein Wechsel auf dieser Position wäre vertretbar. Mit Alexander Schwolow im Tor ist der Bundesliga-Klassenverbleib keinesfalls ein Spaziergang. Zu unbeständig sind die Leistungen des Torhüters.

ABER: Wer soll statt Alexander Schwolow ins Schalker Tor? Ralf Fährmann, der seit der Saison 2020/21 – mit Ausnahme von fünf Spielen am Stück in der Spielzeit 2021/22 – nicht mehr regelmäßig im Kasten stand? Oder doch Jung-Keeper Justin Heekeren, der beim S04 in der U23 schon wenig Sicherheit ausstrahlt? Oder etwa Michael Langer, der mit 37 Jahren bereits an der Zeit nach der Karriere feilt?

Alexander Schwolow patzte beim FC Schalke 04 gegen Hertha BSC.

Schalke 04 hat ein Torwart-Problem: Mit Ralf Fährmann würde es nicht besser werden

Ja, der FC Schalke 04 hat ein Torwart-Problem. Das lässt sich nicht bestreiten und sorgt auch nicht dafür, dass die Abwehr sicherer steht. Auch die Schalker Defensivspieler wissen: Sie haben hinter sich keinen Keeper, der ihnen in jeder Szene den Rücken freihält.

Aber der FC Schalke 04 sollte dennoch Alexander Schwolow weiterhin das Vertrauen schenken. Ein Torwart-Wechsel würde die gesamte Statik des Spiels durcheinander bringen. Bei einem Einsatz von Ralf Fährmann wären keine Rückpässe zum Keeper mehr ohne ein großes Risiko möglich. Es würde ständig die Angst mitwiegen, dass der 34-Jährige vor allem mit dem Ball am Fuß einen Fehler begeht.

Justin Heekeren scheint noch nicht bereit für Bundesliga-Fußball, zu unbeständig sind seine Leistungen für die U23 in der Regionalliga. Michael Langer dürfte höchstens als Not-Lösung gelten, wenn alle anderen Keeper ausfallen. In fünf Spielen für Schalke 04 kassierte der 37-Jährige 15 Gegentore, wenngleich der Österreicher nie durch einen Patzer auffiel.

Kritik an Schalke-Torwart Alexander Schwolow: Ein Wechsel wäre aktuell nicht ratsam

Doch die Kritik an Alexander Schwolow kommt zu kurz. Der 30-Jährige hat seine schwachen Momente, aber er hatte in dieser Saison auch schon viele gute Szenen und Spiele – wie im Derby gegen den BVB oder auch in Wolfsburg, als der Keeper dem S04 in der Schlussphase einen Punkt rettete.

S04-Sportdirektor Rouven Schröder brachte es nach dem Patzer gegen Hertha BSC gegenüber der WAZ auf den Punkt: „Das ist im Torwartspiel extrem. Man kann 99 Prozent richtig gut machen, doch wenn man nur in einer Aktion auf dem falschen Posten ist, kippt das so ein Spiel.“

Ein Torwart-Wechsel auf Schalke wäre aus Leistungsgründen vertretbar, aber angesichts fehlender Alternativen nicht ratsam.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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