VRR und RVR mit großen Versprechen

Bus und Bahn: Billige Tickets fürs Ruhrgebiet - "11-Punkte-Plan" droht zu platzen 

Der RVR möchte den Nahverkehr im Ruhrgebiet günstiger machen - muss dafür aber noch Gelder einwerben.
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Der RVR möchte den Nahverkehr im Ruhrgebiet günstiger machen - muss dafür aber noch Gelder einwerben.

Der VRR und der RVR wollen im Ruhrgebiet künftig die Tickets für den Nahverkehr günstiger machen. Doch der Plan scheint fragil zu sein.

  • Der Nahverkehr im Ruhrgebiet soll mittels eines 11-Punkte-Plans des RVR künftig gestärkt werden.
  • Geplant sind unter anderem günstigere Tickets und ein vereinfachtes Ticket-System.
  • Doch das Projekt steht auf wackeligem Fundament.

Dortmund - Städte und Verkehrsunternehmen im Ruhrgebiet haben im Mai dieses Jahres einen sogenannten 11-Punkte-Plan für die Metropolregion veröffentlicht. Die wohl größte Hoffnung daraus für Kunden: Es soll künftig einen einheitlichen Tarif und günstigere Preise für Tickets im Nahverkehr geben. Das Problem: Die Finanzierung scheint äußerst unsicher zu sein, wie RUHR24.de* bereits berichtete.

Name

Regionalverband Ruhr (RVR)

Adresse

Kronprinzenstraße 35, 45128 Essen

Mitarbeiter

480

Gründung 

1920

Elf-Punkte-Plan des RVR für besseren Nahverkehr droht zu platzen

Recherchen des Investigativ-Recherchezentrums Correctiv mit Sitz in Essen zeigen jetzt, dass der 11-Punkte-Plan des Regionalverbands Ruhr (RVR) in Kooperation mit den Verkehrsunternehmen des Ruhrgebiets schon beim ersten Punkt zu platzen droht.

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Geplant ist etwa, das Ticketsystem im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) - also vor allem im Ruhrgebiet - so zu vereinfachen, dass es künftig nur noch zwei Tarife gibt: Einen für Städte und Kreise, einen weiteren für Fahrten im gesamten Verbund.

Das Problem dafür nennen die Macher des Plans relativ offen in ihrem Papier: "Basis dafür ist die VRR-Bewerbung als Modellregion des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung." Heißt konkret: Die Kohle ist noch gar nicht im Pott, um die Tarife im Ruhrgebiet zu vereinfachen und günstiger zu machen. Die Rede ist von einer Summe in Höhe von 221 Millionen Euro, die noch erworben werden muss.

RVR: Geld für besseren Nahverkehr ist noch gar nicht da

Correctiv erfuhr auf Nachfrage beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nun, dass derzeit insgesamt 300 Millionen Euro für Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV - wie jenes im Ruhrgebiet - zur Verfügung stünden. Nur: Da nicht der VRR um das Geld ringt, muss das Geld auf mehrere Bewerber aufgeteilt werden. Am Ende stehen pro Antragsteller nicht mehr als 30 Millionen Euro zur Verfügung, rechnet das BMVI vor.

Der RVR möchte den Nahverkehr im Ruhrgebiet günstiger machen - muss dafür aber noch Gelder einwerben.

Es ist also ausgeschlossen, dass die benötigten 221 Millionen Euro für das ÖPNV-Projekt im Ruhrgebiet (hier mehr Artikel aus dem Ressort auf RUHR24.de lesen*) komplett durch Fördergelder aus dem Topf für das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung abgedeckt werden.

Auf Nachfrage von Correctiv beim RVR, wie realistisch der Plan für das vereinfachte Ticketsystem im Ruhrgebiet sei, obwohl das Vorhaben auf einem unsicheren, finanziellen Fundament fuße, heißt es ausweichend: Wie dieses Ziel erreicht werden könne, müsse nun geprüft und erarbeitet werden. Ein Ansatz sei die Bewerbung als Modellregion.

RVR: 11-Punkt-Plan für Nahverkehr im Ruhrgebiet sind nur Forderungen

+++Frustriert von Staus und Verspätungen auf Straße und Schiene im Ruhrgebiet? Dann nimm an der Bürgerbefragung "Wo stehst du" teil und melde, wo die Region still steht+++ 

Der "11-Punkte-Plan" des RVRs* entpuppt sich somit eher als "11-Punkte-Forderung". Inwiefern diese Forderungen erfüllt werden können, steht aber noch in den Sternen. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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