Änderungen zum neuen Jahr

VRR und öffentlicher Nahverkehr 2020: Tickets werden teurer - das ändert sich ab dem 1. Januar 

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Bahnsteig, Zug, S-Bahn, Hauptbahnhof, VRR, DB, Deutsche Bahn. Foto: dpa

Ab dem 1. Januar ändert der VRR im öffentlichen Nahverkehr seine Preise bei den Tickets. Der Preis steigt im Schnitt um 1,8 Prozent. Hier die Infos. 

  • Der VRR erhöht ab 2020 die Preise für einzelne Tarife.
  • Manche Tickets kosten aber auch 2020 nicht mehr, als derzeit.
  • Die Erhöhung des Preises für das Sozialticket sorgt für Kritik.

Die gute Nachricht zuerst: Im sogenannten Bartarif bleiben die Einzeltickets für Erwachsene und Kinder in allen Preisstufen im kommenden Jahr gleich. Auch beim 4-Stunden-Ticket, dem Happy-Hour-Ticket, dem Zusatz-Ticket sowie dem 4er-Zusatz-Ticket gibt es vorerst keine Änderungen.

Dagegen steigen die Preise für:

  • das 4er-Ticket (Aktuell 10,50 Euro für Preisstufe A, ab 2020 dann 10,70 Euro)
  • das 10er-Ticket (Aktuell 22,60 Euro für Preisstufe A, ab 2020 dann 22,90 Euro)
  • das 24-Stunden-Ticket (Aktuell 7,10 Euro für Preisstufe A, ab 2020 dann 7,20 Euro)
  • das 48-StundenTicket (Aktuell 13,50 Euro für Preisstufe A, ab 2020 dann 13,70 Euro)

VRR: Ticketpreise steigen zum 1. Januar 2020

Im Bereich der Monatskarten und Abonnements werden die Preise nach Preisstufen gestaffelt leicht erhöht. So sieht das ganze dann zum Beispiel aus:

Ticket 1000 (Preisstufe A, Erw.)

2019: 69,80 Euro im Monat (ohne Abo) 

2020: 71,20 Euro im Monat (ohne Abo)

Ticket 2000 (Preisstufe A, Erw.)

2019: 79,20 Euro im Monat (ohne Abo) 

2020: 80,80 Euro im Monat (ohne Abo)

"Somit werden längere Reiseweiten und die Nutzungsdauer des ÖPNV berücksichtigt", heißt es beim VRR. Hier geht es zur gesamten Preistabelle für 2020.

Auch Tickets für Studenten im VRR wird teurer

Beim Schoko-Ticket bleibt erstmal alles beim Alten. Nur der Anteil, den die Schulträger zahlen, steigt um 1,8 Prozent. Selbige Preiserhöhung gilt für das Studiticket, dass zum Sommersemmester 2020 um 1,8 Prozent teurer wird.

Änderungen gibt es auch beim Sozialticket. Es kostet ab dem 1. Januar 2020 insgesamt 39,35 Euro pro Monat, also 70 Cent mehr als derzeit.

Der VRR, der sich mittlerweile zu den Circle-Line-Plänen geäußert hat, begründet die Preiserhöhung damit, dass der für Sozialhilfempfänger rabattierte Preis für das Ticket durch Zuschüsse des Landes gedeckt wird. Aber, so der VRR, "trotz der Unterstützung des Landes zeichnet sich auch weiterhin eine erkennbare Finanzierungslücke ab". Heißt: Das fehlende Geld muss anders reingeholt werden und geschieht hier durch die Sozialhilfeempfänger.

Linke kritisieren Preiserhöhung beim Sozialticket - VRR Tickets

Unter anderem die Linken üben Kritik an der Preiserhöhung des Sozialtickets. "Immer weniger arme Menschen können sich ein Sozialticket für fast 40 Euro im Monat leisten“, sagt Christian Gebel von den Dortmunder Linken, der die Entscheidung von CDU, Grünen und SPD im Verwaltungsrat im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr kritisiert. Nur noch 10,8 Prozent aller Anspruchsberechtigten würden derzeit ein Sozialticket abonnieren. Vor zwei Jahren seien es 12,3 Prozent gewesen.

Beim VRR verweist man unterdessen auf die steigenden Preise bei den Verkehrsunternehmen - etwa durch steigende Löhne.

Für die kommenden Jahren rechnet der Verkehrsverbund mit noch höheren Kosten. "Die Schere zwischen Aufwand und Einnahmen wird sich in den nächsten Jahren signifikant vergrößern", heißt es.

VRR fordert mehr Geld aus öffentlicher Hand

Sollten die Zuwendungen vom Land nicht steigen, können sich Kunden also Jahr für Jahr auf steigende Preise einstellen. VRR-Vorstand José Luis Castrillo fordert deshalb mehr Geld aus öffentlicher Hand: "Unsere Partner Kommunen, Land und Bund müssen gemeinsam die Finanzierung des ÖPNV nachhaltig ausbauen.“

Wie sieht die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs im Rhein-Ruhrgebiet eigentlich aus? Aus Bochum gibt es die Idee einer sogenannten Circe-Line, dem Tokio-Konzept. Wäre das etwas für den Nahverkehr im Rhein-Ruhrgebiet

Unterdessen kündigt sich eine radikale Preisreform im VRR an. Aufgrund der zu erreichenden Klimaziele an Rhein und Ruhr könnten die Preise nach einer möglichen Reform radikal fallen. Geplant ist die Einführung von nur noch zwei Tarifen - damit könnte man unter anderem für 4 Euro durch das ganze VRR-Gebiet fahren.

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