Unternehmen aus Bochum

Vonovia und Deutsche Wohnen wollen fusionieren – was das jetzt für Mieter bedeutet

Der Bochumer Konzern Vonovia will mit seinem Konkurrenten Deutsche Wohnen aus Berlin fusionieren. Das sind die Folgen für die Mieter

Bochum – Am Abend des Pfingstmontag verkündeten die Wohnkonzerne Vonovia aus Bochum und Deutsche Wohnen aus Berlin ihren Wunsch einer Fusion, wie RUHR24* berichtet.

KonzerneVonovia und Deutsche Wohnen
Sitz der UnternehmenBochum (NRW) und Berlin
Gesamtmenge der Wohnungen415.000 Wohnungen / 142.000 Wohnungen

Vonovia (Bochum) will mit Deutsche Wohnen fusionieren – das kommt auf die Mieter zu

Der Zusammenschluss der beiden DAX-Unternehmen würde den Wohnungsmarkt in Deutschland neu gestalten. Das Unternehmen Vonovia aus NRW* mit Sitz in Bochum ist mit circa 415.000 Wohnungen und einem Marktanteil von circa 1,5 Prozent der größte Vermieter des Landes. Der Konzern Deutsche Wohnen mit Sitz in Berlin hat immerhin 142.000 Wohnungen zur Vermietung.

Falls die Fusion funktioniert, entsteht der größte Wohnimmobilienkonzern in Europa mit knapp 500.000 Wohnungen, einer Marktkapitalisierung* von circa 45 Milliarden Euro und einem kombinierten Immobilienwert von circa 90 Milliarden Euro, wie das Handelsblatt schreibt.

*Marktkapitalisierung:

Die Marktkapitalisierung ist gleichzusetzen mit dem Gesamtwert der sich im Umlauf befindenden Aktien eines börsennotierten Unternehmens.

Experten vermuten, dass für die Mieter zunächst keine unmittelbaren Konsequenzen folgen. Denn klar ist: Aktuelle Mietverträge bleiben bestehen. Eine aus der Fusion folgende Mieterhöhung ist zunächst nicht zu befürchten.

Vonovia aus Bochum und Deutsche Wohnen aus Berlin hätten einen Marktanteil von zwei Prozent

Trotz der möglichen Fusion des Bochumer Konzerns Vonovia mit Deutsche Wohnen kommt es zu keiner marktbeherrschenden Situation. Der Besitz von 500.000 Wohnungen würde gleichbedeutend mit einem Marktanteil von zwei Prozent sein.

Wie es von den Unternehmen zusätzlich heißt, wolle man ein „mietorientiertes und gesellschaftlich verantwortungsvolles Wohnungsunternehmen schaffen“. Vor allem in Berlin gibt es aktuell aufgrund des zuletzt gekippten Mietdeckels arge Probleme.

Vonovia hat auch in der Ruhrgebietsstadt Dortmund zahlreiche Immobilien*. Im März gab es für einige Mieter mit diversen Forderungen Ärger, als Vonovia einige Wohnungen* an einen neuen Eigentümer verkaufte.

Vonovia (Bochum) vor Fusion mit Deutsche Wohnen in Berlin – der Deal könnte noch scheitern

Es ist keineswegs sicher, dass die Wohnimmobilienkonzerne fusionieren. Vonovia hat den Aktionären von Deutsche Wohnen jetzt ein Angebot gemacht, dass diese annehmen müssen. In der Vergangenheit hat es bereits Versuche gegeben. Doch auch die Diskussionen um die Mietproblematik in Berlin könnte Probleme für eine Fusion bringen.

In Berlin ist der Protest gegen die Deutsche Wohnen groß. Aktuell läuft laut Handelsblatt eine Unterschriftensammlung in der zweiten Phase des Volksbegehrens für eine Enteignung von Deutsche Wohnen & Co. Schon 130.000 Unterschriften von benötigten 175.000 sind zusammen. Erreicht diese Aktion die benötigten Unterschriften, dann kommt es im September zum Volksentscheid. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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