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Die Stadt Mülheim prüft nach der Vergewaltigung einer 18-jährigen Frau am Freitag durch fünf Kinder und Jugendliche, ob eine Rückführung der betroffenen Familien in ihr Herkunftsland Bulgarien möglich ist. Jetzt liegt das Ergebnis vor.

  • Es steht auch zur Debatte, die verdächtigen Kinder, die an der Vergewaltigung beteiligt gewesen sein sollen, aus den Familien zu nehmen.
  • Eine Ausweisung der Familien nach Bulgarien ist nicht möglich.

Update Samstag (13. Juli) 12.32 Uhr: Die Familien der Tatverdächtigen können laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur nicht nach Bulgarien zurückgeführt werden. Das habe eine Prüfung der Stadt ergeben.

Rückführung der Familien der Tatverdächtigen nicht möglich

Nach EU-Recht sei eine Rückführung aus Deutschland möglich, wenn „jemand keine Arbeit hat, keine Arbeit sucht und auch nicht nachweisen kann, dass er eine sucht“.

So sei in einem Fall der Vater eines Verdächtigen am Donnerstag (11. Juli) mit einem druckfrischen Arbeitsvertrag bei der Stadt erschienen. In einem anderen Fall sei ein 14-jähriger Verdächtiger zwar bei Verwandten in Mülheim untergekommen, aber bei seinen Eltern in einer anderen Stadt gemeldet.

In drei weiteren Fällen konnten die Familien Einkommen nachweisen.

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Ursprungsmeldung: Grundsätzlich stehe nach der Vergewaltigung auch im Raum, die Kinder aus den Familien zu nehmen. „Und wir prüfen auch, ob wir die Freizügigkeit dieser Familien einschränken können und eine Rückführung in ihr Herkunftsland möglich ist“, sagte Volker Wiebels, Pressesprecher der Stadt Mülheim der Neuen Westfälischen.

Stadt Mülheim begleitet Familien nach Vergewaltigung

„Wir begleiten mittlerweile alle Familien in einem sehr engen Kontakt durch das Jugendamt“. Den Mitarbeitern des Jugendamtes stünden „viele Instrumente zur Verfügung. Sie müssen aber genau prüfen, welche jetzt zur Anwendung kommen“, sagte Wiebels.

Mittlerweile sitzt ein 14-jähriger Täter in Untersuchungshaft, die anderen befinden sich zu Hause bei ihren Familien.

14-Jähriger nahm an Präventionsmaßnahme teil

Zuletzt war ans Licht gekommen, dass dieser 14-Jährige schon länger an einer Präventivmaßnahme teilgenommen hatte. Der Tatverdächtige befinde sich in der Maßnahme „Kurve kriegen“, „um ihn aus dem Strudel einer Intensivtäterschaft herauszuholen“, sagte Stadtsprecher Volker Wiebels am Mittwoch (10. Juli).

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Insgesamt drei 14-Jährige und zwei 12-Jährige stehen im Verdacht, am Freitagabend (5. Juli) in Mülheim an der Vergewaltigung einer jungen Frau in einem Waldstück beteiligt gewesen zu sein. Bei allen handelt es sich nach Polizeiangaben um bulgarische Staatsangehörige. mit dpa-Material