Bild: Roland Weihrauch/dpa

Ein 14-Jähriger muss in Haft, weil er in Mülheim an der Ruhr eine 18-Jährige Vergewaltigt haben soll.

  • Zwei Jugendliche sollen in Mülheim eine junge Frau vergewaltigt haben.
  • Die Tat soll sich in einem Waldstück abgespielt haben.
  • Der Richter ordnete Haft an – wegen Wiederholungsgefahr.

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung am Freitagabend (5. Juli) in Mülheim sitzt ein 14-Jähriger jetzt in Haft. Er und ein 12-Jähriger sind dringend tatverdächtig. Sie und drei weitere Jungen sollen die junge Frau am späten Abend an einem Spielplatz angesprochen und in ein Waldstück gebracht haben.

Der 14-Jährige ist schon länger den Behörden bekannt – er bereits wegen sexueller Übergriffe aufgefallen und in einer Maßnahme untergebracht.

Opfer konnte Krankenhaus wieder verlassen

Grund für den Haftbefehl des Amtsgerichts Duisburg ist demnach Wiederholungsgefahr. Demnach war der 14-Jährige bereits zuvor durch zwei sexuelle Belästigungen aufgefallen. Damals war er aber noch nicht strafmündig.

Das 18-jährige Opfer wurde bei der Vergewaltigung verletzt. Mittlerweile konnte die junge Frau das Krankenhaus aber wieder verlassen. Aus Gründen des Opferschutzes machen die Beamten keine weiteren Angaben dazu.

Mülheim: Anwohner sind geschockt

Anwohner hatten nach der Vergewaltigung am Freitag die Polizei gerufen und sind noch immer geschockt. „Es ist richtig furchtbar. Wir waren alle hier, und keiner hat was mitbekommen“, sagt eine 26-jährige der dpa.

Die Frau wohnt unweit des mutmaßlichen Tatorts und ist seitdem verunsichert: Als sie am Sonntag aus der Nachbarschaft spät nach Hause wollte, habe sie sich begleiten lassen. „Man hat ein mulmiges Gefühl, wenn man weiß, hier wurde eine erwachsene Frau von Kindern verschleppt.“

Dennoch hätten die Anwohner laut Polizei vorbildlich reagiert, hatten nachgeschaut und die Polizei gerufen, als ein Hund anschlug. Kurz darauf konnten Polizisten fünf Jugendliche festnehmen, auf die die Beschreibung der Anwohner passte. Sie gelten als extrem jung.

Nach dem Vorfall steht der Oberbürgermeister der Stadt Mülheim in der Kritik. Er hatte sich erst zwei Tage nach der Vergewaltigung öffentlich geäußert. Auch ein Psychologe, der sich gegenüber dem WDR zu dem Vergewaltigungsopfer geäußert hatte, bekam scharfe Kritik und sogar heftige Drohmails. Mit dpa-Material