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Für blinde Menschen ist es die Sensation: Die Augenklinik im Uniklinikum Essen führt aktuell eine Studie mit einer Brille durch, mit der blinde Menschen fast normal sehen können.

Doch die Brille ist kein Allheilmittel für alle erblindeten Menschen. Voraussetzung ist, dass der Sehnerv und auch die Netzhaut noch funktionstüchtig sind.

In einer Studie durften jetzt 21 sehbehinderte Patienten die Brille testen. Sie funktioniert wie ein Beamer fürs Auge. In ihr ist ein Mini-Projektor eingebaut, der mit Hilfe eines Laserstrahls ein digitales Bild auf die hinter dem Augapfel liegende Netzhaut projiziert. Die Strahlen durchdringen die geschädigte Hornhaut und geben die Bilder direkt an den Sehnerv weiter.

Uniklinikum Essen testet erfolgreich

Die Technik passt Bildmaßstab, Kontrast und Farben an, so dass sich das Sehvermögen auch bei bestimmten Netzhauterkrankungen verbessern lässt. 

Erfolgreich war das Uniklinikum Essen im Falle eines 25-jährigen Mannes aus Brilon (Sauerland). Durch die Verätzung seiner Augen erblindete er als Jugendlicher, kann durch die Brille jetzt aber wieder sehen.

Die klinische Studie der Universitäts-Augenklinik Essen ist die erste weltweit, die das innovative Instrument an Patienten testet und Daten für die Zulassung als Medizinprodukt sammelt.

Kooperation mit Firma aus Japan

Die Vereinbarung zum Brillen-Test wurde 2015 im Rahmen einer Japanreise von der damaligen NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze unterzeichnet. Das Uniklinikum Essen kooperiert dabei mit dem japanischen Unternehmen QD Laser Inc.

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Die Forscher aus Essen wollen die Wirkung der Brille jetzt an weiteren Patienten erforschen.