Vorstand verkündet Sparkonzept

Thyssen-Krupp in der Krise: Werk in Duisburg soll verkauft werden - oder es kommt noch schlimmer

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Das Thyssen-Krupp-Werk in Duisburg-Hüttenheim soll verkauft oder geschlossen werden.

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp steckt in einer Krise. Zum Sparplan gehört unter anderem, das Werk in Duisburg-Hüttenheim zu verkaufen oder sogar zu schließen.

  • Am Donnerstag (13. Februar) verkündete der Vorstand von Thyssen-Krupp das Sparkonzept. 
  • Die Mitarbeiter des Werks in Duisburg-Hüttenheim sind fassungslos. 
  • Das Werk soll bis Ende Juni 2020 verkauft werden - sonst werde es geschlossen. 

Duisburg - Dass es beim Stahlkonzern Thyssen-Krupp nicht so wirklich gut läuft, ist schon lange bekannt. Doch nun erreichen die Finanzsorgen neue Dimensionen - und Maßnahmen. Im Werk in Duisburg-Hüttenheim sind 800 Stellen in Gefahr.

Thyssen-Krupp: Werk in Duisburg-Hüttenheim von Sparmaßnahmen betroffen

Das alteingesessene Traditionsunternehmen steckt in der Krise. Am Donnerstagabend (13. Februar) hat Thyssen-Krupp sein Sparkonzept präsentiert. Dazu gehört auch der Verkauf des Grobblechwerks in Duisburg-Hüttenheim bis Ende Juni 2020. Und für den Fall, dass sich kein Käufer findet, kommt es noch schlimmer: dann wird das Werk geschlossen.

Der Vorstand verkündete die künftigen Sparmaßnahmen in einem Flugblatt. Neben dem Verkauf oder der Schließung des Werks in Duisburg wird auch mitgeteilt, dass insgesamt 2800 Stellen abgebaut werden sollen. Betriebsbedingte Kündigungen könne man nur für drei Jahre ausschließen und tarifvertragliche Leistungen - etwa freie Tage und Geld - sollen demnach wegfallen.

Schon im Mai 2019 erklärte Thyssen-Krupp den Abbau von 6000 Stellen in den nächsten drei Jahren. Die Mitarbeiter des Stahlunternehmens in Duisburg-Hüttenheim reagierten vor allem mit Wut und Fassungslosigkeit. Wie der WD R berichtet, sollen mehr als 300 Mitarbeiter am Donnerstag spontan ihre Arbeit niedergelegt haben. 

Vorstand von Thyssen-Krupp: Beschäftigte müssen flexibel sein 

Oliver Burkard aus dem Vorstand der Thyssen-Krupp AG, legte dem WDR noch am Abend eine schriftliche Stellungnahme vor. Darin heiße es, dass alle einen Beitrag leisten müssten, wenn das Unternehmen wieder an die Spitze kommen wolle. Dafür müsse man auch von Beschäftigten Flexibilität erwarten. So wie jetzt könne es nicht weitergehen. 

Auch die Forderungen der IG Metall und der Betriebsräte werden auf dem Flugblatt erläutert. Sie fordern, dass betriebsbedingte Kündigungen nicht nur für die nächsten drei Jahre, sondern bis 2030 ausgeschlossen werden und dass das Werk in Duisburg erhalten bleibt.

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Ebenso soll der Stahlstandort in Bochum langfristig gesichert werden, sowie die Ausbildungskapazität und die unbefristete Übernahme von Azubis. Die IG Metall und die Betriebsräte wollen sich nicht einfach geschlagen geben.

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