Bild: Malin Annika Miechowski/Dortmund24

Stutenkerl, Weckmann, Kiepenkerl: Das Teigmännchen hat je nach Region viele Namen. Doch überall hat er Rosinen als Augen und eine Tonpfeife im Arm. Doch wegen der Pfeife häufen sich nun negative Kommentare.

Gerade auf die Pfeife freuen sich viele Kinder, wenn es zur Weihnachtszeit wieder Stutenkerle zu kaufen gibt. Doch wie das Nachrichtenportal Der Westen nun berichtet, laufen Eltern vermehrt Sturm dagegen. Und die ersten Bäckereien reagieren darauf.

Die Pfeife würde die Kinder zum Rauchen animieren, meinen einige Eltern. Deshalb verzichten nun erste Bäckereien auf die Tonpfeife, wie eine Bäckerei in Duisburg-Baerl. In den Sozialen Netzwerken sehen die Nutzer das anders.

Stutenkerle: In Dortmunder Bäckereien ist die Pfeife ein Must-Have

In den Bäckereien der Dortmunder Innenstadt kann man darüber nur schmunzeln. Hier gehöre die Pfeife schlicht zum Stutenkerl dazu, wie ein Verkäufer der Malzer’s Bäckerei meint. „Immerhin kennt man die ja auch als Pfeifenkerl. Und ein Pfeifenkerl ohne Pfeife – das geht nicht.“

Bei der Bäckereikette Kamps gibt es tatsächlich auch Stutenkerle ohne Pfeife. Das habe aber nichts mit der Kritik zu tun, sondern habe andere Gründe. Die Kerlchen seien entweder zu klein oder können die Pfeife wegen des Mandel-Überzugs nicht halten.

Stutenkerle bei Malzers in Dortmund. Normalerweise gibt’s hier auch eine Pfeife dazu. Foto: Malin Annika Miechowski/ Dortmund24

So nennt man die süßen Kerle in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz

    • In Westfalen: Kiepenkerl
    • In Köln und Düsseldorf: Wecken
    • Und in Niedersachsen: Stutenkerl
    • In Mönchengladbach: Buggemann
    • In der Nordeifel: Piefeklos
    • Am Niederrhein: Weckmann
    • In der Schweiz: Grittibänz
    • In den Niederlanden: Buikmann 

So kam der Stutenkerl zur Pfeife

Ursprünglich hatte der Stutenkerl übrigens keine Pfeife, sondern einen Bischhofsstab. Denn er sollte zunächst den heiligen Nikolaus darstellen. Im 17. oder 18. Jahrhundert ersetzte man den Bischofsstab dann durch die bekannte Pfeife, wie das Bundesministerium für Ernährung weiß.

Dazu hatte man sich wohl wegen der Verweltlichung des kirchlichen Symbols entschieden. Zudem wurde das leckere Kerlchen immer häufiger mit Sankt Martin statt mit Nikolaus verbunden.

Eine zweite Legende besagt, dass einem Bäcker in der Vorweihnachtszeit die kleinen Stäbe ausgegangen seien. Deshalb soll er notdürftig Pfeifen aus dem Tabakladen verwendet haben, die umgedreht wie die Bischofsstäbe aussahen.

Auf Social Media kocht zudem eine weitere Debatte hoch: Warum gibt es zum Stutenkerl keine Stutenfrau? Ein Bäcker fand da eine kreative Lösung:

Diese Kerle sind zum Anbeißen – So backt ihr euch ’nen Stutenkerl

Das Bundeszentrum für Ernährung liefert das passende Rezept. Für den Hefeteig vermengt man Milch und weiche Butter mit Trockenhefe und etwas Zucker und erwärmt den Topf daraufhin leicht. Die Mischung verrührt man anschließend mit Mehl, Eiern und etwas Salz und knetet das Ganze gut durch.

Mindestens 30 Minuten lang muss der Teig dann an einem warmen Ort gehen, bevor man ihn auf einem Blech ausrollt. Nun muss man den Kerl nur noch nach den eigenen Vorstellungen formen und ihm Rosinen als Augen spendieren.