Wieder Streik beim Onlinehändler

Adventsstreik bei Amazon: Mitarbeiter in Werne und Rheinberg stellen die Arbeit ein

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Streik bei Amazon

Erneuter Streik bei Amazon: Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten der Standorte in Werne und Rheinberg dazu auf, die Arbeit niederzulegen.

  • Innerhalb kürzester Zeit gibt es erneut einen Streik bei Amazon.
  • Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem Adventsstreik aufgerufen.
  • Mitarbeiter der Standorte Werne und Rheinberg sollen ihre Arbeit für mehrere Tage niederlegen.

Update, Dienstag (10. Dezember), 16.25 Uhr: Werne/Rheinberg - Inzwischen hat sich auch Amazon gegenüber unserer Redaktion geäußert. Die Arbeit in den Logistikzentren Rheinberg und Werne sei demnach "ohne Einschränkungen" angelaufen. "Nur ein geringer Teil der Beschäftigten beteiligt sich am Streikaufruf. Die Pakete werden rechtzeitig bearbeitet und kommen pünktlich zu den Kunden", heißt es von einem Sprecher.

Gleichzeitig heißt es in der schriftlichen Stellungnahme gegenüber RUHR24.de, Amazon bezahle "am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist." Amazon überprüfe zudem jährlich die Löhne.

Erstmeldung, Dienstag (10. Dezember), 10,54 Uhr: Bei Amazon wird seit der Nacht zu Dienstag (10. Dezember) erneut gestreikt. Die Beschäftigten der Amazon-Standorte Rheinberg und Werne im Ruhrgebiet sind dazu aufgerufen, bis einschließlich Samstag (14. Dezember) die Arbeit ruhen zu lassen. Verdi wolle mit diesem Adventsstreik "das Weihnachtsgeschäft des Versandhändlers stören", schreibt die Gewerkschaft in einer aktuellen Pressemitteilung.

Streik bei Amazon: Verdi fordert Tarifvertrag "Gute und gesunde Arbeit"

Neben der Anerkennung der Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel NRW fordert Verdi schon länger einen Tarifvertrag "Gute und gesunde Arbeit". Aus diesen Gründen hatte es erst kürzlich einen bundesweiten Streik bei Amazon gegeben. Mitten im Black-Friday- und Black-Week-Geschäft in der Vorweihnachtszeit hatten viele Beschäftigte des Onlinehändlers bereits Ende November die Arbeit niedergelegt.

Gerade in den Wochen vor Weihnachten steige die Belastung der Beschäftigten massiv an. "Es müssen tausende Päckchen und Pakete gepickt und gepackt werden. Hinzu kommen eine enorme Taktung und der dadurch steigende Zeitdruck. Das hat negative Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten. Wir brauchen zwingend einen Tarifvertrag „Gute und gesunde Arbeit“ bei Amazon“, so Silke Zimmer, Landesfachbereichsleiterin für den Handel.

Erneuter Streik bei Amazon: Verdi übt großen Druck auf Online-Riesen

Verdi habe festgestellt, dass der Druck auf Amazon aktuell sehr hoch sei. Der Online-Riese müsse sich für den andauernden Protest der eigenen Beschäftigten rechtfertigen. "Amazon sieht sich mittlerweile gezwungen Werbespots zu schalten, in denen die angeblich hervorragendenArbeitsbedingungen bei Amazon gepriesen werden", so Zimmer weiter. Die Gewerkschaft wolle Amazon deutlich machen, "dass es sinnvoller wäre, in die Beschäftigten zu investieren und endlich nach den Tarifverträgen des Einzelhandels NRW zu bezahlen, statt teure Werbung zu schalten.“

Amazon verweigert Tarif-Verhandlungen

Dafür scheint jedoch ein langer Atem nötig zu sein. Bislang verweigert Amazon Verhandlungen über die Tarifverträge, die unter anderem einen gut ausgestatteten Gesundheitsfonds beinhalten sollen, mit der Gewerkschaft Verdi.

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