Spektakel im Ruhrgebiet

Mega-Sprengung in Lünen/NRW: Großes Kraftwerk in Schutt und Asche gelegt

Im Ruhrgebiet wird es Ende März eine Riesen-Sprengung geben.
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Im Ruhrgebiet wird es heute eine große Sprengung geben. Es geht dem Steag-Kohlekraftwerk in Lünen an den Kragen. Die Sprengung soll gewaltig werden.

Update, Sonntag (28. März), 12.10 Uhr: Die gewaltige Sprenung des ehemaligen Kohlekraftwerks in Lünen ist beendet. Kurz nachdem der hohe Schornstein explodiert ist, kamen auch schon der Kühlturm und der Kessel an die Reihe. Geplant war: Der 110 Meter hohe Kühlturm sollte in sich zusammensacken, das Kesselhaus einfach zur Seite kippen – das sei wohl geglückt, berichtet der WDR.

Kraftwerk-Sprenung in Lünen beendet – drei Riesen-Gebäude wurden dem Erdboden gleich gemacht

Mit den Sprengungen in Lünen wurde nun ein weiteres Stück Steinkohle-Geschichte in die Luft gesprengt. Bis die Trümmerteile vollständig beseitigt sind, soll es übrigens bis Ende des Jahres dauern. Wer die Sprengung verpasst hat, kann sich die Ereignisse rückwirkend im Live-Stream der Stadt Lünen anschauen.

Am Sonntag (28. März) wurde ein altes Kohlekraftwerk in Lünen gesprengt.

Update, Sonntag (28. März), 11 Uhr: Die erste Sprengung in Lünen ist bereits vollbracht: Der 250 Meter hohe Schornstein wurde bereits dem Erdboden gleich gemacht. Er wurde zunächst auf etwa 140 Meter Höhe gekappt, fast zeitgleich wurde der Sockel gesprengt, berichtet der WDR. Das Verfahren habe „tipptopp“ geklappt, zitiert der Sender einen Beteiligten.

KraftwerkSteinkohlekraftwerk Steag
OrtLünen
Stilllegung2018
Sprengung28. März 2021

Mega-Sprengung im Ruhrgebiet: Drei Gebäude werden heute in Lünen explodieren – erste Sprengung fertig

Zur Sicherung wurde das Gelände um das Kohlekraftwerk evakuiert und weiträumig abgesperrt. Seit dem frühen Morgen sind laut WDR außerdem 120 Einsatzkräfte des THW Lünen im Einsatz.

Update, Sonntag (28. März), 9.54 Uhr: Noch ist alles ruhig am Steinkohlekraftwerk von Steag in Lünen – aber das wird sich in rund einer Stunde ändern: Gegen 11 Uhr findet dort die bislang größte Gebäude-Sprengung des Jahres statt. Gleich drei Bauwerke werden platt gemacht: Schornstein, Kühlturm und Kesselhaus.

Ursprünglich war der Start bereits für 10.30 Uhr geplant. Laut Ruhr Nachrichten hat sich der Zeitpunkt am Sonntagmorgen (28. März) jedoch kurzfristig noch mal eine halbe Stunde nach hinten verschoben.

Mega-Sprengung im Ruhrgebiet: Gleich drei Gebäude werden heute explodieren

Erstmeldung, Donnerstag (18. März), 9.07 Uhr: Lünen – Anfang 2020 fiel die Entscheidung: Bund und Länder einigten sich auf den deutschlandweiten Kohleausstieg. Bis 2038 sollen demnach alle Kohlekraftwerke in Deutschland vom Netz genommen und stillgelegt werden. Für Nordrhein-Westfalen eine umfangreiche Aufgabe. Immerhin ist NRW das Bundesland mit den meisten Kohlekraftwerken – 52 Stück sind es noch.

Ehemaliges Steag-Kohlekraftwerk in Lünen: Stilllegung erfolgte im Jahr 2018

Sie werden nun jedoch nach und nach abgeschaltet. Laut der Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur steht in diesem Jahr gleich mehreren Kraftwerken die Stilllegung bevor. Dazu gehören unter anderem die Steinkohlekraftwerke Westfalen (Hamm) und Ibbenbüren der RWE sowie das Kraftwerk Walsum 9 des Stromerzeugers Steag.

Ein weiteres ehemaliges Steinkohlekraftwerk von Steag befindet sich in Lünen im Ruhrgebiet. Nach 80 Jahren im Betrieb wurde das Werk, dessen erzeugter Strom unter anderem an die Deutsche Bahn geliefert wurde, im Jahr 2018 stillgelegt.

Dreifach-Sprengung in Lünen im Ruhrgebiet: Kohlekraftwerk wird Ende März platt gemacht

Der Stilllegung soll nun die Sprengung des Kohlekraftwerks folgen – und die könnte es in sich haben. Denn die Sprengung am 28. März (Sonntag) soll nicht nur den 110 Meter hohen Kühlturm betreffen. Auch der 250 Meter hohe Schornstein und das Kesselhaus mit seinen knapp 70 Metern samt Pumpenhaus, Bunkerschwerbau und Rauchgasentschwefelungsanlage sollen an diesem Tag dem Erdboden gleich gemacht werden.

Die Hagedorn Unternehmensgruppe wird die Dreifach-Sprengung in Lünen durchführen und spricht selbst von der „bisher größten Sprengung des Jahres“ (mehr News aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de).

Mega-Sprengung im Ruhrgebiet: 420 Kilogramm Sprengstoff gehen in die Luft

Seit Dezember vergangenen Jahres laufen die Vorbereitungen für die Mega-Sprengung im Ruhrgebiet. Insgesamt 2.100 Bohrungen mussten Sprengmeister André Schewcow von der Deutschen Sprengunion und sein Team bislang tätigen. Die Sprenglöcher sollen anschließend mit Sprengstoff gefüllt werden – insgesamt 420 Kilogramm werde man dafür benötigen „Besonders herausfordernd ist es, den bis zu 50 Millimeter dicken Stahl exakt zu durchtrennen“, so André Schewcow. Auch wa.de berichtet über die Sprengung in Lünen.

Das ehemalige Steag-Kraftwerk in Lünen wird gesprengt.

Wie Hagedorn weiter mitteilt, werde zum Zeitpunkt der Kraftwerk-Sprengung um das 37,2 Hektar große Areal ein Sperrbereich von bis zu 800 Metern errichtet. „Anwohner werden evakuiert und es werden umfangreiche Straßensperrungen errichtet, die auch Fuß- und Radwege umfassen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Mega-Sprengung ohne Publikum: Stadt Lünen rät von der Anreise dringend ab

Die Stadt Lünen und die Hagedorn Gruppe empfehlen allen Bürgern, den Sperrbereich weiträumig zu umfahren oder am besten gleich zu Hause zu bleiben. „Wir raten dringend davon ab, an dem Sonntag anzureisen, um die Sprengung zu verfolgen“, sagt Projektleiter Ingo Schäfer. Menschenansammlungen sollen aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie unbedingt vermieden werden.

Die Polizei, das Ordnungsamt, die THW, Feuerwehr und zusätzliches Sicherheitspersonal sollen am 28. März im Einsatz sein, „um die Sicherheit aller zu gewährleisten“. Rund um den Evakuierungsbereich werde das Ordnungsamt zudem die Einhaltung der Corona-Regeln überwachen und mögliche Verstöße zur Anzeige bringen.

Video: „Verhöhnt Klimaabkommen“ – Kohleausstieg bis 2038 beschlossen

Die Kraftwerk-Sprengung in Lünen live mitverfolgen – online möglich

Starten soll die Mega-Sprengung um 10.30 Uhr. Den Anfang machen Schornstein und Kühlturm, dann soll das Kesselhaus folgen. Der Sicherheitsbereich sei aber bereits ab dem frühen Morgen gesperrt, heißt es vonseiten der Hagedorn Gruppe.

Wer sich nun ärgert, weil er das Spektakel in Lünen verpassen könnte, für den gibt es gute Nachrichten. „Wer die Sprengung verfolgen möchte, sollte das über das Internet oder das Fernsehen tun“, sagt Benedikt Spangardt, Sprecher der Stadt Lünen. Unter sprengung.ug-hagedorn.de wird es eine kostenlose Liveschaltung zur Einsatzzentrale, sowie Interviews und einen durchgehenden Countdown zur Sprengung des Kohlekraftwerks geben.