Experten sind besorgt

Bochum: Stadt sendet wichtigen Appell an Bürger - „Kleidung wechseln oder desinfizieren“

Die Stadt Bochum appelliert an die Bürger. Vor dem Waldspaziergang sollen Bürger unbedingt ihre Kleidung desinfizieren.

Bochum - Das Coronavirus bestimmt aktuell das Leben der Menschen in der Welt. Doch auch bei Tieren kann es zu gefährlichen Krankheiten und gar Seuchen kommen. Aus diesem Grund warnt aktuell die Stadt Bochum ihre Bürger.

TierFeuersalamander
VerbreitungGanz Deutschland, vor allen Dingen in Laubwäldern
KrankheitSalamanderfresserpilz (Batrachochytrium Salamandrivorans)

Salamander-Seuche in NRW: Pilz breitet sich in Bochum, Herne und Recklinghausen aus

Aktuell grassiert der sogenannte „Salamanderfresserpilz“ (Batrachochytrium Salamandrivorans) auf den Stadtgebieten in Bochum, Herne und im Kreis Recklinghausen. Wie die Stadt Bochum mitteilt, hätten Experten diesen Erreger bei aktuell allen Populationen nachgewiesen. Der Naturschutzbund (NABU) hat aktuell den Auftrag bekommen, die Ausbreitung des Hautpilzes zu beobachten.

Die Städte Bochum, Herne, der Kreis Recklinghausen sowie NABU und Ruhr Universität Bochum wollen nun zusammenarbeiten. Das Ziel: Mehr über den Krankheitserreger herausfinden und den Salamander schützen.

Was können Bürger tun? Die Stadt Bochum appelliert, dass Menschen zwischen Waldspaziergängen ihre Kleidung desinfizieren. Zudem sollen Bürger auf Wegen und Pfaden bleiben. Hundebesitzer sollen ihren Hunden die Pfoten waschen.

Die Sporen der Pilze befinden sich auf dem Boden der Wälder. Daher ist ratsam, die Kleidung vor dem nächsten Waldbesuch zu desinfizieren oder gar zu wechseln. Auch in Dortmund ist der „Salamanderfresserpilz“ schon 2020 nachgewiesen worden.

Salamander-Seuche in NRW: Ruhr Universität Bochum und NABU wollen Krankheit beobachten

Für den Fall, dass Waldbesucher einen Feuersalamander entdecken, kann ein Foto (mit Ortsangabe) an die Ruhr Universität Bochum gesendet werden (meldung-feuersalamander@rub.de).

Bochum appelliert an die Bürger, die Kleidung vor Waldspaziergang zu desinfizieren - der Grund ist eine Seuche bei Feuersalamandern.

Doch was macht diese Krankheit mit den Tieren? Laut NABU frisst der Pils Löcher in die Haut der Feuersalamander, sodass diese nicht mehr atmen können - das Tier erstickt. Wohl möglich ist die Krankheit durch den Import von asiatischen Schwanzlurchen nach Europa aufgetreten.

Salamander-Seuche in NRW: Populationen in den Niederlanden ausgerottet

Der „Salamanderfresserpilz“ wurde schon 2010 in den Niederlanden nachgewiesen und hat dort die Bestände nahezu ausgerottet. Im Jahr 2017 erreichte die Krankheit mit Essen das Ruhrgebiet.

Der Feuersalamander ist in Laubwäldern heimisch und sehr weit in Deutschland und Europa verbreitet. Er gilt in Deutschland als besonders geschützt. Die Populationen sind, obwohl der Krankheitserreger gerade die NRW-Populationen bedroht, noch nicht akut gefährdet.

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