Razzia in mehreren Bundesländern

Ruhrgebiet: Schleuser-Skandal - Täter aus mehreren Städten gehörten illegaler Bande an

Bundespolizei Einsatz NRW Razzia
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Am Dienstag gab es eine Großrazzia gegen Schleuser in mehreren Bundesländern - unter anderem in NRW.

In einer groß angelegten Razzia hat die Bundespolizei einen internationalen Schleuser-Ring aufgedeckt. Es gab auch mehrere Einsätze im Ruhrgbiet.

Hamm/Duisburg - Die Bundespolizei ist am Dienstag (19. Januar) mit einem Großeinsatz in mehreren Bundesländern gegen illegale Schleuser vorgegangen. In Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen verhafteten die Beamten mehrere Verdächtige. Auch im Ruhrgebiet lief der Einsatz.

BallungsraumRuhrgebiet
Fläche4.438,69 km²
Einwohner5.112.050 (2019)
StädteDortmund, Gelsenkirchen, Duisburg, Bochum (u.a.)

Große Razzia gegen Schleuser in NRW: 19 Täter sollen illegal Menschen geschleust haben

Bei der Razzia gegen Schleuserkriminalität waren laut eines Berichtes der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mehr als 400 Bundespolizisten im Einsatz. Die mutmaßlichen Täter stehen im Verdacht, zahlreiche Menschen illegal nach Deutschland gebracht zu haben.

Konkret gibt es folgende Informationen zu dem Schleuser-Ring: Die Staatsanwaltschaft in Kempten (Allgäu) verdächtigt 19 Beschuldigte im Alter zwischen 21 und 44 Jahren, seit mindestens April 2019 Menschen über die sogenannte Balkanroute gegen hohe Summen eingeschleust zu haben, berichtet auch der Westfälische Anzeiger.

Die mutmaßlich 140 Geflüchteten seien überwiegend aus Syrien. Dabei sollen sich die vermeintlichen Täter in mindestens 23 Fällen des „gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern“ schuldig gemacht haben, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft.

Internationaler Schleuser-Ring aufgeflogen: Razzia im Ruhrgebiet

An den illegalen Machenschaften sollen auch Tatverdächtige aus NRW und dem Ruhrgebiet beteiligt gewesen sein. Die Ermittler durchsuchten bei der Razzia am Dienstag unter anderem Wohnungen in Hamm, Duisburg und Wuppertal. Erst kürzlich ermittelte die Polizei gegen einen Mann aus Dortmund, der Teil eines großen Schleuser-Rings gewesen sein soll.

Auf die Schliche kam die Bundespolizei der Schleuser-Bande, als sie im August 2019 einen Fahrer auf der A7 bei Füssen nahe der Grenze zu Österreich festnehmen konnte. Zusammen mit Ermittlern aus mehreren europäischen Ländern sowie von Europol konnte die Staatsanwaltschaft Kempten den mutmaßlichen Kopf der Bande in Österreich ausfindig machen. Er wurde bereits festgenommen - seine Auslieferung werde angestrebt, hieß es.

Ermittlungs-Erfolg im Ruhrgebiet: Polizei vollstreckt Haftbefehle gegen Tatverdächtige

Wie Staatsanwaltschaft weiter mitteilt, seien die Schleuser bei ihren Aktionen planvoll und sehr professionell vorgegangen. Sie hätten sogenannte Scouts eingesetzt: Diese fuhren den Schleuserfahrzeugen voraus und meldeten Polizeikontrollen. Die Grenze hätten die Geflüchteten oftmals zu Fuß überquert. Der Bandenchef habe das Ganze über sein Smartphone aus sicherer Entfernung koordiniert.

Video: Auf Schleuser-Jagd an der österreichischen Grenze: „Wer sich nicht vorbereitet...“

Bei der Razzia gelang es der Bundespolizei nun, elf Durchsuchungsbeschlüsse und fünf von sieben Haftbefehlen zu vollstrecken. Neben den Ruhrgebiets-Städten Hamm und Duisburg sowie Wuppertal in NRW waren die Ermittler zusätzlich in Berlin, Salzgitter, Twistringen bei Bremen, Osnabrück und Marburg im Einsatz.

Schleuser im Ruhrgebiet: Ermittler stellen Beweismaterial sicher

Dabei sollen die Einsatzkräfte umfangreiches Beweismaterial gegen den Schleuser-Ring sichergestellt haben. Darunter befanden sich laut den Angaben auch die für die Schleusung genutzten Smartphones. Diese sollen nun ausgewertet werden.

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