RVR verrät Pläne

50 Millionen Euro für Ruhrgebiets-Halden: Jetzt sollen sie auch Touristen locken

Die Halden rund um die alten Bergbaugebiete im Ruhrgebiet sollen mehr Touristen locken. Dafür will der RVR 50 Millionen Euro investieren.

  • Neun Ruhrgebiets-Halden wandern 2021 in den Besitz des RVR - elf weitere Folgen bis 2035.
  • Auf einigen sollen touristische Angebote entstehen.
  • Die RAG wird sich in Teilen an den Unterhaltungskosten beteiligen.

Essen - Der Regionalverband Ruhr (RVR) will schrittweise zwanzig Halden im Ruhrgebiet mit einer Gesamtfläche von 1.149 Hektar übernehmen und zu Natur- und Erlebnisräumen ausbauen. Ein kostspieliges Vorhaben, bei dem der Verband auf Unterstützung hofft.

Regionalverband Ruhr

RVR

Sitz

Essen

Gründung

1920

RVR will Ruhrgebiets-Halden übernehmen: "Identifikationspunkte und Alleinstellungsmerkmal dieser Region"

37 Halden befinden sich bereits im Besitz des RVR. 2021 sollen neun weitere dazukommen. Lohberg Nord (Dinslaken), Scholver Feld (Gelsenkirchen), Rungenberg (Gelsenkirchen), Mottbruch (Gladbeck), Graf Moltke 2 (Gladbeck), Elsa-Brändström-Straße (Lünen/Dortmund), Blumenthal 8 (Oer-Erkenschwick), Humbert (Hamm) und Groppenbruch (Dortmund) sollen zu Freizeit- und Tourismuszwecken, Naherholung und Energiegewinnung genutzt werden.

"Die Berge der Metropole Ruhr sind mehr als Aussichtspunkte. Als Landmarken sind sie Identifikationspunkte in der Städtelandschaft und durch ihre vielfältigen Inszenierungen ein Alleinstellungsmerkmal dieser Region", sagt RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel.

RVR übernimmt bis 2035 elf weitere Halden von der RAG

Bis 2035 werden noch elf weitere Halden vom RVR akquiriert, der derzeit auch neue Markenzeichen für die Revierparks im Ruhrgebiet plant. Gegenwärtig stehen diese noch unter Bergaufsicht und bleiben den Menschen im Ruhrgebiet vorerst verschlossen. Innerhalb der nächsten 15 Jahre werden folgende Halden an den RVR übergeben:

  • Haniel (Bottrop)
  • Kanalband - Haus Aden (Bergkamen)
  • Brinkfortsheide (Marl)
  • Lohberg Nord Erweiterung (Hünxe)
  • Sundern und Radbod (beide in Hamm)
  • Scholven (Gelsenkirchen)
  • Kohlenhuck (Moers)
  • Graf Moltke 1 (Gladbeck)
  • Wehofen Ost (Duisburg/Dinslaken)
  • Rossenray (Kamp-Lintfort)

RAG-Vorstandsvorsitzender Peter Schrimpf sagt dazu: "Unsere Flächen können nicht nur dazu beitragen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch das Revier attraktiver zu machen. Dazu zählen natürlich auch unsere Halden. Für die Sicherstellung der öffentlichen Nutzung ist jedoch der RVR eindeutig besser aufgestellt."

RAG beteiligt sich über zwanzig Jahre an den Unterhaltungskosten für die Ruhrgebiets-Halden

Dafür wird sich die RAG zur Hälfte am Pflegeaufwand beteiligen. Der Bewirtschaftungssaufwand für Pflege von Landschaft und Wegesystemen beträgt für zwanzig Halden rund 1,4 Millionen Euro jährlich (Artikel aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24).

Im Vorfeld hat der Regionalverband Ruhr bereits überprüfen lassen, wie sich die Ruhrgebiets-Halden für Tourismus, Freizeit und Erholung nutzen lassen. Externe Planungsbüros hätten neun von ihnen wegen der Standortqualitäten für den Ausbau touristischer Angebote für geeignet erklärt.

Die Halde Rheinelbe mit der Himmelstreppe in Gelsenkirchen befindet sich bereits seit 2009 im Besitz des RVR.

Die anderen elf Halden sollen die grüne Freizeit- und Erholungsinfrastruktur der Metropole Ruhr erweitern und ökologisch aufwerten. Auf sechs Halden wurden bereits Anlagen zur Energieerzeugung installiert, weitere könnten folgen.

Gutachter schätzen den Investitionsaufwand auf rund 50,4 Millionen Euro. Der RVR hofft deshalb auf Fördermittel.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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