Nina-Warnmeldung

Ruhrgebiet: Offenbar Trinkwasser-Fehlalarm für rund 500.000 Menschen – trotzdem Maßnahmen

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Das Trinkwasser im Ruhrgebiet könnte verunreinigt sein.

In Teilen des Ruhrgebiets ist am Sonntag verunreinigtem Trinkwasser nachgewiesen worden. Jetzt gibt es aber Entwarnung. Offenbar war es ein Fehlalarm.

Update, Dienstag (22. Juni), 18.20 Uhr: Im Falle des potenziell verunreinigten Trinkwassers im Ruhrgebiet gibt es offenbar erste Entwarnung. Das Mülheimer Gesundheitsamt teilt am Dienstag mit, dass alle Nachproben des Trinkwassers aus dem Wasserwerk Mülheim-Styrum der RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft keine Verunreinigung durch E. Coli-Bakterien zeigen. 

„Die jetzt vorliegenden Analyseergebnisse sind allesamt unauffällig und weisen keinerlei bakterielle Verunreinigung auf“, heißt es in einer Mitteilung von Dienstag. Das zunächst erzielte Ergebnis der Proben, dass eine Verunreinigung angezeigt hatte, konnte damit nicht bestätigt werden.

Dennoch hatte das Gesundheitsamt ein begrenztes Abkochgebot und eine Chlorung nach Trinkwasserverordnung eingesetzt. Der Grund: Eine einzige Stichprobe an einem der beiden Trinkwasserbehälter war zuvor auffällig gewesen und hatte eine Verunreinigung mit E. Coli-Bakterien angezeigt.

Das Mülheimer Gesundheitsamt empfiehlt der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft nun die Chlordosierung des Trinkwassers sukzessive und behutsam zu reduzieren. Die Maßnahme solle durch weitere Probenentnahme begleitet werden. Sollte es weiterhin keine Auffälligkeiten geben, könne auf die Chlordosierung zum Wochenende verzichtet werden.

Update, Montag (21. Juni), 17 Uhr: Rund eine halbe Million Menschen im Ruhrgebiet war am Wochenende kurzzeitig von der Wasserversorgung abgeschnitten. Seitdem bekommen gut 500.000 Menschen gechlortes Wasser aus ihren Leitungen. In einem Wasserwerk in Dorsten war es zuvor zu einem Rohrbruch gekommen. Bei einer anschließenden Routine-Untersuchung fand man dann E-Coli-Bakterien im Trinkwasser, das nach Oberhausen, Bottrop, Ratingen und Mülheim fließt.

Woher die Bakterien kommen, ist noch immer unklar. Gegenüber der WAZ sagte ein Sprecher des Dorstener Wasserwerks nun: „Wir fischen da noch im Dunkeln.“ Weil die Verantwortlichen so gut wie ausschließen, dass von außen etwas an die verschlossene Trinkwasser-Bevorratung gekommen ist, könnte es laut WAZ-Bericht sogar auf eine unfassbare Wendung hinauslaufen: dass die Warnung am Wochenende ein Fehlalarm war. Derzeit läuft die Analyse einer zweiten Wasserprobe.

Update, Sonntag (20. Juni), 12.05 Uhr: Dortmund – Die Warnung vor womöglich durch Bakterien verunreinigtem Trinkwasser in Teilen des Ruhrgebiets wurde soeben aufgehoben.

Ruhrgebiet: Trinkwasser könnte verunreinigt sein – was jetzt zu beachten ist

Ursprungsmeldung, Sonntag (20. Juni), 10.10 Uhr: In mehreren Städten im Ruhrgebiet könnte das Trinkwasser mit Bakterien verunreinigt sein. Laut einer Warnmeldung wurden darin am späten Samstagabend (19. Juni) „bakterielle Verunreinigungen“ gefunden.

Entdeckt wurden die Bakterien im Trinkwasser des RWW-Wasserwerks in Mülheim-Styrum. Dort sei jedoch nur einer von mehreren Parametern auffällig gewesen, teilt die Stadt Oberhausen in einer Warnmeldung mit.

Die Ursache der Verunreinigung ist derzeit noch unklar. Betroffen ist aber das Trinkwasser gleich mehrerer Städte im Ruhrgebiet und dem Rheinland:

  • Oberhausen
  • Mülheim an der Ruhr
  • Bottrop
  • Ratingen

Trinkwasser im Ruhrgebiet wird vorübergehen gechlort – bitte abkochen

Als Vorsichtsmaßnahme werde das Trinkwasser in diesen Städten vorübergehend mit Chlor versetzt. „Dadurch kann das Trinkwasser vorübergehend verändert schmecken oder riechen“, teilen die Behörden mit.

Bis sich das Chlor verteilt hat, sollten die Bürger das Trinkwasser bis 12 Uhr am Sonntag (20. Juni) zudem abkochen, um mögliche Keime abzutöten. Weitere Wasserproben werden derzeit genommen.

Trinkwasser gilt als eines der sichersten Lebensmittel in Deutschland

Zuletzt mussten die Bürger in Aachen ihr Leitungswasser wegen Bakterien abkochen. Damals wurden Colibakterien gefunden, die Durchfall auslösen können.

Generell gilt das Trinkwasser als eines der am besten kontrollierten und sichersten Lebensmittel in Deutschland. Das Leitungswasser in Dortmund hat etwa Top-Qualität, sagt Stiftung Warentest. Wir berichten weiter.